Großes Interesse an Arbeitsdokument zur Bischofssynode | Referat für Kommunikation
 

 
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Großes Interesse an Arbeitsdokument zur Bischofssynode

Das viel beachtete mehr als 80-seitige Arbeitsdokument (Instrumentum laboris) zur Bischofssynode ist im Vatikan von drei Kardinälen vorgestellt worden. Dabei wurde die große Dynamik, nicht zuletzt in medialer Hinsicht, hervorgehoben, die den gesamten Prozess der Vorbereitung dieses Großevents, das im kommenden Oktober über die Bühne gehen soll, prägt.<--break-> Das zeigte sich auch daran, dass hunderte Medienvertreter in den Pressesaal gekommen waren, um an der Präsentation teilzunehmen.

 

Das "Instrumentum laboris" will als Leitfaden für die katholischen Bischöfe der ganzen Welt zur Vorbereitung auf die Synoden-Vollversammlung zum Thema Ehe/Familie/Ehepastoralpraxis im Oktober dienen. In dem Text werden viele Situationsschilderungen, Anregungen und Kritikpunkte aus allen Kontinenten zusammengefasst, die im Zusammenhang mit Leben und Glaubenspraxis von kirchen-gebundenen, aber auch kirchen-fernen Paaren, Familien, Kindern und Jugendlichen stehen. Auch die Lage von Homosexuellen wird erörtert.

 

Papst Franziskus hatte vor acht Monaten überraschend für Oktober 2014 eine Sonderbischofssynode zur Familienpastoral einberufen. Vom 5. bis 19. Oktober werden ca. 300 Repräsentanten aller Ortskirchen gemeinsam im Vatikan über "Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung" beraten. Das "Instrumentum laboris" gibt zu einem großen Teil Antworten der Bischofskonferenzen aller Ländern wieder, nachdem diese detaillierte Fragebögen erhalten hatten.

 

Anfang Oktober 2013 hatte der Papst mit den acht "Berater-Kardinälen" ("C8"), darunter der Lateinamerikaner Oscar Rodriguez Maradiaga und der Deutsche Reinhard Marx, über eine künftige Aufwertung und bessere Struktur der Synode, im Sinne einer stärkeren Kollegialität der Kirchenführung, gesprochen. Am 8. Oktober 2013 traf Franziskus dann überraschend die Entscheidung, eine Sondersynode ("Außerordentliche Generalversammlung der Bischofssynode") einzuberufen. Im Rahmen der Synode sollte u.a. auch ausführlich über das Thema der wiederverheirateten Geschiedenen gesprochen werden, hatte es geheißen.

 

Erster Vorbereitungsschritt war dann die Aussendung der Fragebögen durch das Synoden-Generalsekretariat. Es wird von Kardinal Lorenzo Baldisseri geleitet; als "Chef-Theologe" steht ihm im Sekretariat Erzbischof Bruno Forte zur Seite. Der 64-jährige Dogmatiker, der unter anderem in Tübingen studiert und 2011 den Preis der Salzburger Hochschulwochen erhalten hatte, zählt zu den profiliertesten Theologen in Italien.

 

Die Fragebögen, die von Baldisseri und Forte erstellt wurden, gingen im November 2013 an Bischofskonferenzen und Ordens-Generalate. Diese gaben sie oft Pfarren weiter oder stellten sie online, sodass sich im Endeffekt Zigtausende beteiligen.

 

Die Antworten auf diese "Familienumfrage" - der Ausdruck ist allerdings nicht exakt, weil ja die Bischöfe die eigentlichen Adressaten waren - bestätigten eine "Kluft zwischen Lehre und Leben", wie damals berichtet wurde. Die österreichischen Ergebnisse - mehr als 30.000 Antworten - wurden im Jänner 2014 von Kardinal Christoph Schönborn - beim Ad-limina-Besuch im römischen Synoden-Sekretariat abgegeben.

Der Papst hatte bereits in seinem langen "Civilta"-Interview vor einem Jahr betont, er wolle die Bischofssynode als kollegiales Gremium für die Leitung der Weltkirche aufwerten. Zugleich hatte er beklagt, dass deren Ablauf bislang zu "starr" gewesen sei, weshalb er eine Reform angehen wolle.

Das Großevent im Oktober kann jedenfalls mit weltweit großem Medieninteresse rechnen. Auch der kirchliche Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen soll erörtert werden. Weitere Themen der Synode sind der kirchliche Umgang mit Gefahren für die Stabilität der Familien wie etwa materielle Armut oder Migration, die Polygamie, Missbrauch, die Situation älterer und verwitweter Menschen, aber auch die Situation homosexueller Partnerschaften.

(KAP)