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Franziskus fasziniert weiter - das war 2014

Die Faszination von Papst Franziskus bleibt auch in seinem zweiten Pontifikatsjahr ungebrochen. Besucher und Pilger strömen zu den öffentlichen Terminen mit dem charismatischen Pontifex aus Argentinien. Das gute Image in Öffentlichkeit und Medien hält an. Intern, in der Kurie wie in manchen Kreisen des Episkopats ist freilich einiges Rumoren über seinen neuen Stil und einen vermeintlich anderen Kirchenkurs zu vernehmen.

Und Franziskus selbst redet mitunter seinen engsten Mitarbeitern streng ins Gewissen.

Der 78-jährige Papst absolvierte 2014 ein dichtes Arbeitsprogramm. Die fünf Auslandsreisen des Jahres und noch stärker die Bischofssynode lassen Profil und Schwerpunkte des Pontifikats samt seinen Reformplänen zunehmend deutlicher werden. Franziskus war 2014 so oft unterwegs wie kaum ein Vorgänger. Die Besuche boten ihm eine vielbeachtete Möglichkeit, die Kernanliegen seines Pontifikats voranzubringen. Dazu gehört der Einsatz für die Ökumene und der Kontakt mit den anderen Religionen, vor allem Judentum und Islam. Die Begegnungen mit dem orthodoxen Patriarchen Bartholomaios I. in Jerusalem und Istanbul waren bewegende Momente des christlichen Einheitswillens. Die Umarmung mit einem jüdischen und einem islamischen Freund vor der Klagemauer in Jerusalem sprach für sich, ebenso wie das stille Gebet in der Blauen Moschee von Istanbul. Die Reisen standen auch im Zeichen von Frieden und Gerechtigkeit.

Zu den prägenden Bildern gehörte das Gedenken in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, aber auch der spontane Stopp an der israelisch-palästinensischen Trennungsmauer von Bethlehem. Bei seinen Reisen, bei Treffen mit Staatsmännern und in Briefen und Appellen warb er immer wieder für gerechte und dauerhafte Friedenslösungen in den Nahost-Konflikten. Einen großen Erfolg erzielten er und seine Diplomaten soeben mit ihrer Hilfestellung bei der Annäherung zwischen den USA und Kuba.

Franziskus ging bei seinen Reisen auch an die "Peripherien", die er oft als Ziel der christlichen Mission nennt. Als erster Papst seit 26 Jahren fuhr er nach Fernost, nach Südkorea. Von dem zweigeteilten Land an der Nahtstelle zwischen China, Russland und Japan aus richtete er eine Friedensbotschaft und ein Dialogangebot an die Völker und Kulturen Asiens. An die Peripherie Europas führte sein erster Besuch des Alten Kontinents nach Albanien. Im lange isolierten Balkanland beschwor er die Religionsfreiheit ebenso wie den interreligiösen Dialog.

Danach begab er sich auch ins Zentrum Europas. Sein Weckruf an den müden, alternden Kontinent, den er mit einem Plädoyer für eine Rückbesinnung auf seine christliche Identität verband, fand Anerkennung in allen politischen Lagern.

Noch nicht absehbar ist das primäre Reformprojekt von Papst Franziskus, die Kurienreform. Im Frühjahr nahmen der Wirtschaftsrat und das Wirtschaftssekretariat ihre Arbeit auf, um Klarheit und Transparenz in die vatikanischen Finanzbelange zu bringen. Zu den großen Kirchenfesten gehörten 2014 die Kreierung von 19 neuen Kardinälen - mit dem Deutschen Gerhard Ludwig Müller, Chef der Glaubenskongregation, vor allem aber vielen Diözesanbischöfen aus Lateinamerika. Ende April kamen rund eine Million Menschen zur Heiligsprechung von Johannes XXIII. (1958-63) und Johannes Paul II. (1978-2005). Und mehrere Zehntausend nahmen später an der Seligsprechung von Paul VI. (1963-78) teil. Dessen Feier bildete zugleich den Abschluss der zweiwöchigen Bischofssynode, der wichtigsten Kirchenkonferenz des Jahres.

Die Themen Familie, Ehe und Sexualität wurden mit ungewohnter Offenheit und neuem Freimut diskutiert. In turbulenten Debatten trafen kontroverse Positionen insbesondere zum Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene aber auch zur Haltung gegenüber Homosexuellen oder zur Stellung von Zivilehen aufeinander. Am Ende blieb unklar, ob Anhänger einer größeren Offenheit oder Verfechter eines entschiedenen Festhaltens an der Kirchenlehre die Oberhand behielten. Die Beratungen sollen im Oktober 2015 bei einer Ordentlichen Synode fortgesetzt werden.