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Caritas fordert Strategie für Flüchtlingshilfe

Die Caritas hat eine österreichweite Strategie für die Grundversorgung der Asylwerber in den kommenden Monaten gefordert. Ein Schulterschluss von Bund, Ländern und Gemeinden sei nötig, um die staatliche Aufgabe der Unterbringung von Asylwerbern gemeinsam und längerfristig sicherzustellen, so Caritas-Präsident Michael Landau.

Wichtig sei zudem, Asylwerbern den Zugang zum Arbeitsmarkt und somit ihre Selbstversorgung zu ermöglichen. Einen Plan dafür solle das Innenministerium liefern. Für die Schaffung zusätzlicher Plätze und die Einhaltung von Qualitätsstandards seien mehr staatliche Finanzmittel und eine bisher lange verabsäumte - Inflationsanpassung bei den Grundbetreuungs-Tagsätzen schon ab dem 1. Jänner 2015 nötig, mahnte Landau. Schließlich müsste die Caritas wie auch andere NGOs schon heute für die Unterbringung und Betreuung der Asylwerber "massiv" Spendenmittel einsetzen.

Die Caritas stellt österreichweit bereits 3.130 Grundversorgungsplätzen zur Verfügung und betreut zudem fast 8.000 Asylwerbern, die in anderen Quartieren leben  wobei in Summe 3.000 Asylwerber mehr betreut werden als im Sommer und seither über hundert neue Quartierplätze geschaffen wurden. Damit sei sie die größte Trägerin der Grundversorgung im Bereich der NGOs, stellte Landau fest.

Mehrere hundert zusätzliche mögliche Unterbringungsplätze seien seitens der Caritas in den Ländern und Pfarren gefunden worden, doch seien hier teilweise massive Umbauten nötig. Die Adaptionskosten von Immobilien zu Flüchtlingsquartieren müssten vom Staat übernommen werden, denn "wir sehen uns außer Stande, diese Umbauten aus Spendenmitteln zu finanzieren", so Landau.

Skeptisch äußerte sich der Caritas-Präsident über das kürzlich präsentierte Konzept des Innenministeriums, das Verteilungsquartieren in allen Bundesländern vorsieht. "Wenn hier ein Automatismus ohne zusätzliche Bürokratie entsteht, ist das zu begrüßen. Aber auf den ersten Blick wird dadurch das aktuelle Platzproblem nur verschoben, ist doch nicht erkennbar, weshalb sich durch diesen Automatismus zusätzliche Plätze schaffen sollen", betonte Landau. Ohne Mitwirkung der Gemeinden sei das Unterbringungsproblem nicht zu lösen, zudem seien einheitliche Qualitätsstandards und bessere Finanzierung notwendig.

Als falsches Signal wertete Landau die vorläufige Einstellung bereits bestehender Integrationsprojekte mit Jänner aufgrund einer Umstellung des Fördersystems: Der sofortige Beginn begleitender Integrationsmaßnahmen wie Deutschkurse und Grundinformationen über das Leben in Österreich bei der Ankunft eines Asylwerbers  der Caritas-Präsident hob hier besonders die Situation syrischer Kinder und Mütter hervor- seien wichtig für ein gutes Zusammenleben.