Bischof Küng: Bürgerinitiative zum Lebensschutz unterzeichnen | Referat für Kommunikation
 

 
Kräutersegnung Maria Taferl
Fotoshooting Bischof
Jugendtheater Göttweig "Cyrano"
 
 

Bischof Küng: Bürgerinitiative zum Lebensschutz unterzeichnen

Bischof Klaus Küng unterzeichnet die Bürgerinitiative zum Lebensschutz

St. Pölten, 10.06.2014 (dsp) Bischof Klaus Küng ruft zur Unterzeichnung der parlamentarischen Bürgerinitiative „An der Hand, nicht durch die Hand des Menschen sterben" auf. Es geht dabei um die Verankerung des Verbots der Tötung auf Verlangen (aktive Sterbehilfe) in der Verfassung.

„Der Lebensschutz muss auch am Ende des Lebens gesichert sein“, betont Bischof Küng, für den der Lebensschutz ein „brennendes Anliegen unserer Zeit“ ist. Durch die Möglichkeit einer „Tötung auf Verlangen“ würde ein unzumutbarer Druck auf schwer leidende Menschen ausgeübt werden, deren Wunsch „nicht mehr leben zu wollen“ fast immer „ein Hilferuf nach Zuwendung und Linderung der Schmerzen“ sei. Deshalb sei es wichtig, die Möglichkeiten und Angebote der Hospizdienste und der Palliativmedizin zu fördern und auszubauen. Nach einem Wort von Kardinal Franz König sollten Menschen „an der Hand eines anderen Menschen sterben und nicht durch die Hand eines anderen Menschen“.

Ziel der Bürgerinitiative ist die Aufforderung an die Nationalratsabgeordneten, die Würde des Menschen wie bisher in der letzten Lebensphase nachhaltig zu schützen. Konkret geht es um ein verfassungsrechtliches Verbot der aktiven Sterbehilfe, das auch von hochrangigen Kirchenvertretern mehrfach gefordert wurde und im jüngsten Koalitionsvertrag der Bundesregierung als zu prüfendes Anliegen genannt wurde. Weiters soll eine flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung und die weitere Erforschung und Entwicklung der Palliativmedizin erreicht sowie häusliche Pflege strukturell und finanziell abgesichert werden.

Die Initiatoren Gudrun und Martin Kugler, die auch Proponenten der bisher erfolgreichsten Europäischen Bürgerinitiative „One of Us“ (Einer von Uns) waren, weisen auf starke Bestrebungen in ganz Europa für eine Liberalisierung der aktiven Sterbehilfe hin. So wurde in Belgien kürzlich die Euthanasie von Kindern erlaubt. In Österreich gebe es noch „eine Art gesellschaftlichen Konsens“, der Euthanasie ablehne, so Gudrun und Martin Kugler. „Wirtschaftliche Überlegungen und Vorstöße in der Öffentlichkeit bringen auch in Österreich die Würde des alten, kranken oder behinderten Menschen in Gefahr.“ Euthanasie sei keine Lösung, es brauche „Begleitung statt Entsorgung“ und „Solidarität statt Druck auf Sterbende“.

Die Bürgerinitiative kann online auf der Seite des Parlaments bis Ende Juni unterzeichnet werden: https://www.parlament.gv.at/SEC/Zustimmen.shtml?gpCode=XXV&ityp=BI&inr=48