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3 Priesterweihen am 29. Juni: Wer Licht in die Welt bringen will, wird Elektriker oder Priester

3 Priesterweihen am 29. Juni: Wer Licht in die Welt bringen will, wird Elektriker oder Priester

St. Pölten, 22.06.2014 (dsp) Die drei St. Pöltner Priesterseminaristen Thomas Kuziora, Franz Dangl und Christoph Weiss werden am 29. Juni im St. Pöltner Dom durch Bischof Klaus Küng zu Priestern geweiht. Am 8. August folgt der Göttweiger Pater Benjamin Schweighofer, der in der Stiftskirche von Nuntius Peter Stephan Zurbriggen das Sakrament empfängt.

Dangl und Kuziora haben starke Wurzeln im Bezirk Gmünd, Weiss im Bezirk Melk (Ybbs und Persenbeug). Sie laden zur Priesterweihe in den St. Pöltner Dom und zur Feier der Primiz. Außerdem bitten sie um das Gebet der Bevölkerung.

Süssenbacher Franz Dangl wird am 29. Juni zum Priester geweiht

Süssenbach freut sich auf den 29. Juni: Dann wird Franz Dangl um 14:30 Uhr im St. Pöltner Dom von Bischof Klaus Küng zum Priester geweiht. Dangl scherzt: „Wer Licht in die Welt bringen will, wird Elektriker oder Priester.“ Der Spätberufene (Jahrgang 1957) war vorher Installateur in verschiedenen Ländern und dann in Schrems. Er verdiente gut, Erfüllung sei das aber auch nicht gewesen. Viel war der Süssenbacher auf Wallfahrten unterwegs, wobei er allerdings kein spezielles Berufungserlebnis hatte. Ergreifen waren für ihn aber beispielsweise die Lichterprozessionen in Lourdes oder praktizierte Glaubensleben in Fatima. Meist bekam er einen Hinweis oder Impuls von anderen Menschen zum Thema Berufung. Er merkte mit der Zeit, dass ihm der Glaube immer wichtiger wurde und er arbeitete immer intensiver in der Pfarre mit. Seine eigene Religion lernte er im Umgang mit Flüchtlingen aus dem Jugoslawien-Krieg immer besser kennen. Als praktizierender Katholik erlebte er auch viel Kirchenkritik und sich damit besser auseinandersetzen zu können, empfand er, mehr Wissen zu benötigen. Dazu startete er einen dreijährigen theologischen Fernkurs. Dangl ist überzeugt: „Gott führt uns, er lässt in uns Sehnsüchte wachsen und stellt uns auch Herausforderungen entgegen.“ Dann wurde er auch angesprochen: „Warum fängst Du nicht mit dem Studium an und wirst Priester?“ Darüber hat er im Gebet viel nachgedacht und mit Priester darüber gesprochen. 2003 fiel dieser Entschluss, zuerst brauchte er noch die Studienberechtigungsprüfung. Während des Studiums begann auch seine pastorale Ausbildung in der Pfarre Steinakirchen am Forst, im Vorjahr empfing er die Diakonenweihe. Dangl: „ Ich möchte alle Leser ermutigen, mich bei dieser Aufgabe zu unterstützen und um geistliche Berufe zu beten. Wer Licht in die Welt bringen will, wird Elektriker, oder wie ich, auch Priester.“

Zusammenfassung:

Franz Dangl wurde 1957 in Süßenbach in der Gemeinde Kirchberg am Walde im Bezirk Gmünd geboren. Er erlernte den Beruf des Elektroinstallateurs, den er bis 2003 ausübte. Nach dem Vorbereitungslehrgang zur Studienberechtigung und dem einjährigen Propädeutikum in Horn trat Dangl im Oktober 2005 in das Priesterseminar ein und studierte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten. Das Theologiestudium schloss er im Jänner 2013 mit dem Magisterium ab. Seit März ist Dangl Praktikant in der Pfarre Steinakirchen am Forst im Bezirk Scheibbs. Nach dem Diakonatsjahr wird Franz Dangl voraussichtlich 2014 zum Priester geweiht.

Primiz: Süßenbach, 6. Juli, 10 Uhr, Prediger: Bischofsvikar Gerhard Reitzinger

Nachprimiz: Steinakirchen/Forst, 27. Juli, 8 und 10 Uhr, Prediger: Pfarrer Johann Lagler

Schremser Thomas Kuziora empfängt auch die Priesterweihe

Thomas Kuziora, der aus dem polnischen Breslau stammt, lebt jetzt in Schrems und wird gemeinsam mit Dangl zum Priester geweiht. Sein Weg zum Priestertum führte zuerst durch Sein Familienhaus, „in dem ich in einer christlichen Atmosphäre aufgewachsen bin. Die dadurch vermittelten Werte und der gute Kontakt zur Heimatpfarre, in der ich verschiedenste Aufgaben hatte, erweckte in mir eine Liebe zur Kirche und zu ihrem Dienst in der Welt.“ Diese Erfahrungen und die Bereitschaft des Dieners für Gott hätten sehr viele Spuren in seinem Leben und Berufung hinterlassen, „die mein ganzes Leben total geprägt haben und weiterhin prägen werden“, so der 1987 geborene Priesteramtskandidat.

Zusammenfassung:

Thomas (Tomasz) Kuziora wurde 1987 in Breslau in Polen geboren. Nach dem Besuch des katholischen Lyzeums in Breslau und einem Deutschkurs an der Universität Wien trat Kuziora 2008 in das Priesterseminar der Diözese St. Pölten ein. Von 2008 bis 2013 studierte er an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten und arbeitet seit seinem Magisterium in Theologie als Religionslehrer in Schrems. Dort ist er jetzt auch als Diakon in der Pfarrseelsorge tätig.

Heimatprimiz: 5. Juli in Breslau

Nachprimiz: 12. Juli, 18 Uhr, Langegg im Waldviertel und am 13. Juli, 9:30 Uhr in Schrems

Ybbs-Persenbeuger Christoph Weiss und seine Berufungsgeschichte

Priester sein durchdringt den ganzen Menschen „Gott hat schon früh einen roten Berufungsfaden in mich gelegt“, sagt Christoph Weiss im Gespräch mit dem Pressereferat der Diözese St. Pölten. „Dennoch hat es bis zu meinem 25. Lebensjahr gedauert, bis dieser Faden 'gespannt' wurde.“ Als er 2010 mit einer definitiven Entscheidung gerungen habe, sei es nicht mehr darum gegangen, ob er eine Berufung zum Priestertum habe, sondern darum, „Ja zu sagen zu dieser Berufung, sie anzunehmen, die lange schwelende Glut endlich zu entfachen“. Priester zu werden bedeutet für Christoph Weiss „sich ganz Gott zur Verfügung zu stellen, jeden Tag mehr“.

Wenn Leute zu ihm sagen: „Aha, du wirst Pfarrer“, müsse er korrigieren: „Nein, ich werde Priester!“ Kaplan, Pfarrer etc. zu werden sei nur die Folge des Priesterseins. Ein Priester könne nach vielen Jahren „Pfarrer in Ruhe“ werden, wenn er die Funktion niederlegt, aber „Priester in Ruhe“ werde er nie sein. „Priester sein durchdringt den ganzen Menschen.“ Diese Hingabe drücke sich auch im Gehorsam und im ehelosen Leben aus, wie Weiss erklärt. „Für mich heißt es, alles auf eine Karte, alles auf Gott zu setzen. Wenn Gott existiert, möchte ich zu 100 Prozent auf ihn setzen. Ich vertraue ihm, auch wenn ich nicht weiß, was mich erwartet.“ Der Zölibat stoße häufig auf Unverständnis und noch mehr auf Unwissenheit, berichtet Weiss: Er habe sehr oft positive Erfahrungen gemacht, wenn er versuchte, in Gesprächen seine Motivation für ein zölibatäres Leben aufzuzeigen. „Vielleicht sollten wir Zölibatäre dazu mehr Mut haben.“ Die Frucht dieser Verbundenheit mit Gott sei der Dienst für die Menschen. Nur wenn das Leben von Gott durchdrungen sei, könne ein Diakon, Kaplan oder Pfarrer in der Seel(en)sorge wirken. Weiss: „Diakon oder Priester ist kein Job, kein Amt, sondern ein Dienst.“ Es bedeute für ihn vielmehr eine „Verfügbarkeit für die Menschen aus der Verfügbarkeit für Gott“: von der Spendung der Sakramente bis zur Verkündigung des Wortes Gottes, vom Säugling bis zum Sterbenden, von Schülern über Familien bis zu Kranken, von praktizierenden Katholiken bis zu Fernstehenden. Priester sein bedeute, „Menschen zu einer persönlichen Gottesbegegnung zu führen, aus der man selber lebt“.

Christoph Weiss wurde am 20. September 1984 in Melk geboren, seine Heimatpfarren sind Ybbs/Donau und Persenbeug. Sein Vater ist Diplomkrankenpfleger, seine Mutter Kaufmännische Angestellte. Er hat einen jüngeren Bruder und eine jüngere Schwester. Nach der Volksschule in Ybbs/Donau besuchte Weiss das Stiftsgymnasium Melk (humanistischer Schwerpunkt), wo er 2003 die Reifeprüfung ablegte. Anschließend studierte er Katholische Fachtheologie und Katholische Religionspädagogik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten. Beide Studienrichtungen schloss er im Juli bzw. September 2009 ab. Bereits während des Studiums begann er seine Tätigkeit bei Radio Maria als hauptamtlicher Leiter des Studios Amstetten, als Redakteur und Moderator. 2009 bis 2010 unterrichtete er katholische Religion am BG/BRG Wieselburg. Über seine Heimatpfarren hinaus engagierte er sich viele Jahre als aktives Mitglied in der Legion Mariens. 2010 trat Weiss in das Priesterseminar der Diözese St. Pölten ein. Bischof Klaus Küng sandte ihn nach Rom an das „Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum“. Zunächst absolvierte er ein Lizenziatsstudium an der Pontificia Università della Santa Croce; dann verfasst er seine Dissertation in Dogmatik. In Rom empfing er im Vorjahr die Diakonenweihe.

Primiz in Ybbs/Donau, 6. Juli, 9 Uhr. Prediger: Pfarrer Christian Poschenrieder.

Primiz in Persenbeug, 13. Juli, 9 Uhr, Prediger: Pfarrer Franz Schaupp.

Fotos: Die drei St. Pöltner Priesterseminaristen Thomas Kuziora, Franz Dangl und Christoph Weiss mit Regens (Leiter des Priesterseminars) Weihbischof Anton Leichtfried.