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Wir nehmen in der Liturgie schon teil an der Liturgie des Himmels

Wir nehmen in der Liturgie schon teil an der Liturgie des Himmels

St. Pölten, 10.12.2013 (dsp) „Was vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) gefeiert wurde, war nicht falsch, aber mit dem Konzil wurde der Blick geweitet“, so Prof. Philipp Harnoncourt in seinem Vortrag über „Die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils“. Der renommierte Theologe und Priester zeigte im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt die umfassenden Veränderungen, die die Kirchenversammlung im Bereich der Liturgie brachten.

Liturgie eine Feier aller

Gottesdienste seien meist rein normengemäß, rubrizistisch und das Lesen vorgeschriebener Sätze gewesen. Nur was der Priester tat und sprach, habe gegolten. Wenn die Domherren für sich Liturgie feierten, konnte ein Messner gleich drei Gottesdienste ministrieren, weil alles nach dem gleichen Schema ablief. Für den Liturgiewissenschaftler Harnoncourt lag damals in der Luft: „Es muss sich etwas ändern.“ Seit dem Konzil stünden der Feiercharakter und der Gedanke „Wir sind alle Kirche“ im Vordergrund.

Die Liturgie sei als erstes Fenster der Ewigkeit aufgemacht, wir würden gleichzeitig am Ereignis der Auferstehung Christi partizipieren. „Wir nehmen in der Feier der Liturgie schon teil an der Liturgie des Himmels. Im Sanctus singen wir schon mit schon mit den Engeln und Heiligen“, so Harnoncourt. Das müsse auch im Gottesdienst würdig zum Ausdruck kommen. Der Himmel sei offen, wir dürften dabei sein. Im Feiern vergegenwärtige sich schon das Heil.

Wirksamere Teilnahme an der Liturgie

Inneres Ziel der Liturgiereform sei „die wirksamere Teilnahme am trinitarisch geprägten Heilwirken Gottes“ gewesen. Und das äußere Ziel sei die „volle, bewusste und tätige Teilnahme an den liturgischen Feiern der Kirche“. Die Feier der Eucharistie befähige uns, Jesus in die Welt zu bringen. Die Messe (wörtl.: Aussendung) nach der Messe bedeute: „Christus ist zu Euch gekommen, jetzt müsst Ihr Christus in die Welt bringen.“

Die Liturgiereform habe den Gottesdienst einladender und verständlicher gemacht, wenngleich es auch Enttäuschungen gab: etwa die Leseordnung. Sie wirke manchmal so, als ob möglichst viele Stellen bekannt gemacht werden sollen, und manche Lesungen würden zu wenig das Positive bringen – etwa den Bund Gottes mit seinem Volk. Ihm sei es jedenfalls ein Anliegen, dass die Bibellektüre forciert werde, so Harnoncourt. Zu wenig sei auch im Bewusstsein, dass die christliche Botschaft die Alternative zur säkularisierten Welt darstelle. Mit dem Fortschritt werde viel kaputt gemacht, die christliche Botschaft und die Liturgie zeige andere Botschaften auf.

Der 1931 geborene Philipp Harnoncourt war früher Sekretär des Grazer Bischofs Josef Schoiswohl und hat so auch an den Vorbereitungen des Konzils teilgenommen. Harnoncourt bezeichnete die Vorbereitungen auf das Konzil als eine der besten Zeiten seines Lebens.

Konzil bleibt Schwerpunkt im Hiphaus

Franz Moser, pädagogischer Mitarbeiter im Bildungshaus St. Hippolyt, kündigte zum 50-Jahr-Jubiläum des Konzils an, dass das Thema auch in den kommenden Jahren ein Veranstaltungsschwerpunkt bleibe.