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Tagung mit Bischof Küng präzisiert Lehre über Maria

Wien, 12.01.2013 (kap) Bei einem mariologischen Kongress am Wochenende in Wien standen Präzisierungen des Terminus "Miterlöserin" in Bezug auf Maria im Mittelpunkt von theologischen Vorträgen und Diskussionen. Diese Präzisierungen sind deshalb notwendig, weil der Ausdruck "Miterlöserin" unter Theologen als missverständlich gilt. Das Konzil etwa hatte es vermieden, von Maria als "Miterlöserin" zu sprechen, auch die anderen Titel - "Mittlerin" und "Fürsprecherin" - wurden nur in einer sehr nüchternen Weise gebraucht. Schon Pius XII. hatte, wie alle Päpste nach ihm, bewusst den Titel "Miterlöserin" nicht gebraucht.

Maria sei eine "Gefährtin der Erlösung" und habe durch ihr "Ja" zum Plan Gottes "Anteil am Erlösungswerk", sagte der Abt von Stift Heiligenkreuz und Träger des "Theologie-Oscars" Maximilian Heim bei der Tagung. Heim war im Vorjahr mit dem Preis der Stiftung Papst Benedikt XVI./Joseph Ratzinger ausgezeichnet worden.
Der Abt stellte klar, dass Marias "menschliches Ja" als Folge jener Gnade gesehen werden müsse, die sie von Gott empfangen habe. Einziger Mittler zur göttlichen Erlösung sei aber Jesus Christus.

Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng sagte, Maria sei durch ihre große Nähe zu Christus in besonderem Maße Vorbild. Eine nähere Auseinandersetzung mit Maria führe letztlich immer zu Christus.
Maria sei auch Vorbild der Kirche, gelte es doch "Christus unter dem Herzen zu tragen und ihn in unsere Welt zu bringen", so Küng über die besondere Rolle der Mutter Gottes, die für alle Christen beispielgebend sei.

Laienapostolat: wie Maria "für andere Christus werden"

Küng setzte sich auch mit der aktuellen Debatte zum Priestertum auseinander. Das Weihepriestertun sei vom Wesen her verschieden vom Allgemeinen Priestertum. Angelehnt an das biblische Bild des Hirten erklärte der Bischof, dass neben einer besonderen Sorge um die Herde eine notwendige, geliehene Autorität sowie eine besondere Verantwortung vor Gott das Weihepriestertum charakterisiere.
Auch wenn die Bedeutung des Amtspriestertums außer Frage gestellt sei, sei es Aufgabe jedes Christen, so wie Maria "Christus zu sein und für andere Christus zu werden". Küng hob hervor, dass die Familie und der Arbeitsplatz als die vorrangige Betätigungsfelder des Laienapostolates gesehen werden sollten.

Auch der Grazer Dogmatikprofessor Bernhard Körner bekräftigte die absolute Notwendigkeit der Weihe, sei doch nach katholischem Verständnis ohne geweihte Priester "keine Kirche möglich". Im Blick auf den Terminus "Miterlöserin" betonte er, dass das "Erlösungswerk Christi nicht ergänzungsbedürftig" sei, Maria jedoch auf "einzigartige Weise" Christus Raum gegeben habe. Diese "Gabe unserer selbst" sieht Körner als die grundlegende Form der Teilhabe an.

Zudem verwies auch Körner auf die Bedeutungskraft des Begriffes "Stellvertretung" sowohl für Amtsträger als auch für Laien. Der stellvertretende Dienst eines Priesters dürfe dabei jedoch nicht als "Vertretung eines Abwesenden" gesehen werden, sondern bedeute vielmehr, "dass sich der Herr durch den Dienst des Priesters zeichenhaft vergegenwärtigen lässt". Die Stellvertretung Christi komme aber selbstverständlich allen Christen zu, und konkret könne man sie "durch das Gebet für andere" ausüben.