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„Tag des Judentums“ erinnert an Wurzeln des Christentums

St. Pölten, 06.01.2013 (dsp) Die Kirchen in Österreich feiern am 17. Jänner den „Tag des Judentums“. Das Christentum ist in seinem Selbstverständnis wesentlich mit dem Judentum verbunden; damit dies den Christen immer deutlicher bewusst wird, hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) im Jahr 2000 den „17. Jänner – Tag des Judentums“ als Gedenktag im Kirchenjahr eingeführt. Am „Tag des Judentums“ sollen sich die Christen in besonderer Weise ihrer Weggemeinschaft mit dem Judentum bewusst werden und zugleich des von ihnen an jüdischen Menschen und ihrem Glauben begangenen Unrechts in der Geschichte gedenken.
Die Initiative geht auf die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung in Graz 1997 zurück. Das Datum für den „Tag des Judentums“ ist bewusst gewählt: Den Geist dieses Tages sollen die Kirchen in die anschließende weltweite „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ (18. bis 25. Jänner) weiter tragen. Denn bei allen Trennungen der Christenheit untereinander ist allen Kirchen gemeinsam, dass sie im Judentum verwurzelt sind.

Vorträge und Gespräch im Bildungshaus St. Hippolyt

Bereits am Vorabend zum „Tag des Judentums“, am 16. Jänner um 19 Uhr, veranstaltet der Katholische Akademikerverband gemeinsam mit zahlreichen Einrichtungen der Diözese St. Pölten einen Vortrags- und Gesprächsabend zum Thema „Jüdisches und christliches Beten“ im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten.

P. Gottfried Glaßner, Professor für Altes Testament an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten, spricht über „Die Psalmen als der Juden und Christen gemeinsame Schule des Gebets“. Ausgehend von der Frage, was das Buch der Psalmen so einzigartig macht, lenkt Glaßner den Blick auf dessen Stellung in der hebräischen Bibel und im Judentum zur Zeitenwende.

Josef Pichler, Professor für Neues Testament in St. Pölten und an der Universität Graz, referiert zum Thema „Jüdische Gebete und jüdische Stimmen zum Gebet als Gebetshilfe für Christen“. Der Vortrag zeigt die jüdische Prägung von Gebeten, die im christlichen Gottesdienst verwendet werden, und bringt auch jüdische Stimmen zum Gebet zu Gehör, die im christlichen Bewusstsein wenig präsent sind.

„Exemplarische Auslegungen des Vaterunser“ präsentiert schließlich Franz Moser, Theologe und pädagogischer Mitarbeiter im Hippolythaus. Das Vaterunser hat Jesus ganz in jüdischer Tradition stehend gebetet und der Kirche als beispielhaftes Gebet mitgegeben. Über die Jahrhunderte ist das Vater unser das Gebet der Christinnen und Christen geworden und geblieben.

Zur Begleitung singt die Musikgruppe „chawer“ jiddische Lieder. Der Kostenbeitrag für die Veranstaltung beträgt 10 Euro. Anmeldungen werden bis zum 9. Jänner erbeten unter hiphaus@kirche.at