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Sonderschau zu 350 Jahre Landespatron Hl. Leopold

St. Pölten, 21.02.2013 (dsp) Vor 350 Jahren wurde Markgraf Leopold III. (1073-1136) zum Landespatron von Niederösterreich erhoben. Aus diesem Anlass zeigt das Niederösterreichische Landesmuseum in St. Pölten die Sonderausstellung „Hl. Leopold – Mensch, Politiker, Landespatron“ über den Schutzheiligen. In enger Kooperation mit dem Stift Klosterneuburg wird versucht, zunächst den Menschen Leopold III. fassbar zu machen, was sich ohne direkte Zeugnisse als überaus schwierig gestaltet. Es wird aber auch seine idealtypische Figur als Vorbild künftiger Politikergenerationen thematisiert.
Alle Nachrichten, Mythen und Legenden sind nach seinem Tod entstanden und haben das Bild von ihm im Lauf der Zeit überlagert. Eine Dokumentation der Lebensumstände des 12. Jahrhunderts soll die Person nahe bringen.

13 zeitgenössische, mit Niederösterreich verbundene Künstler wurden eingeladen, Werke zum Thema „Leopold III.“ zu schaffen, wobei ihnen freigestellt wurde, welchen Aspekt sie in den Vordergrund rücken wollten. Beliebtes Motiv war in der Kunstgeschichte immer wieder die berühmte Schleierlegende. Diese Erzählung über die Gründung des Stiftes hat das heutige Bild Leopolds wesentlich geprägt. Das Leopoldifest am 15. November – seinem Todestag - im Stift Klosterneuburg ist bis heute das sichtbarste Zeichen der Verehrung des Landespatrons. Der dabei abgehaltene Jahrmarkt inspirierte immer wieder Künstler zu Werken.

Bei einer Pressekonferenz verwies der Künstlerische Direktor des Museums, Carl Aigner, dass die Künstler über die Jahrhunderte hinweg mit ihren Werken das Aussehen Leopolds geprägt hätten: nämlich als älteren Mann mit weißem Rauschebart. Freilich seien erste Porträts erst Jahrzehnte nach dessen Tod entstanden. Während der darauffolgenden Jahrhunderte habe das Heiligenbild zu den gängigsten künstlerischen Aufgabenstellungen gezählt. Und so habe sich eine festgefügte Tradition der Darstellung des Landespatrons entwickelt.

Der Klosterneuburger Stiftsarchivar Karl Holubar betonte aber auch die High-Tech-Facetten, die in die Schau eingearbeitet wurden. Für eine Untersuchung wurden kürzlich DNA-Proben aus dem Grab von Leopold, dessen Gattin Agnes und Sohn Adalbert entnommen. Das Ergebnis: Die drei sind eine Familie. Unklar sei allerdings noch, ob tatsächlich Adalbert im für ihn vorgesehenen Grab liegt. Durch Untersuchungen an seinen Gebeinen konnte auch seine physische Erscheinung teilweise rekonstruiert werden.

Seit 1985 (500. Jahrestag der Heiligsprechung) widmet sich somit wieder ein größeres Ausstellungsprojekt dem Heiligen.

Bild 1: Die Schau über den Hl. Leopold ist vom 24.02.2013 bis 26.01.2014 im NÖ-Landesmuseum zu sehen.
Bild 2: Pressekonferenz im NÖ-Landesmuseum.
Bild 3: Die Ausstellung berichtet auch über die DNA-Analysen vom Hl. Leopold. Außerdem wurde versucht, sein Aussehen zu rekonstruieren.
Bild 4: Carl Aigner, Künstlerischer Direktor des NÖ-Landesmuseums, Wolfgang Huber vom Klosterneuburger Stiftsmuseum, Klosterneuburger Stiftsarchivar Karl Holubar.