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Missio-Sammlung: Viele Priesterkandidaten - zu wenige Geldmittel

Missio-Sammlung am 6. Jänner: Viele Priesterkandidaten in Afrika, Asien, Lateinamerika - zu wenige Geldmittel

Rom-St. Pölten, 30.12.2013 (dsp) Am 6. Jänner sammeln die Pfarren der Diözese St. Pölten und und in Österreich im Rahmen der Gottesdienste für die weltweite Priesterausbildung. Die Spenden an die Päpstlichen Missionswerke (Missio) sollen die theologische und pastorale Ausbildung der Seminaristen und damit auch "die spirituelle Grundversorgung der Menschen in den Ländern des Südens" sicherstellen, so Missio-Nationaldirektor Leo Maasburg. Beispielland der Missio-Kollekte "Priester aus drei Kontinenten" ist diesmal Myanmar.

In Afrika, Asien und Lateinamerika fehlt es derzeit nicht an Priesterberufungen, sondern an Geld: Der Zustrom in den Priesterseminaren ist groß, vielfach müssten sogar ernsthafte Bewerber abgewiesen werden, da es an Mitteln für Ausbildung und Unterbringung fehlt. In Europa ist die Situation meist umgekehrt, wenngleich hier die Versorgung mit Priestern am höchsten ist: Auf 3.791 Einwohner kommt hier im Durchschnitt ein Priester, während dieses Verhältnis in Ozeanien eins zu 7.698, in Lateinamerika eins zu 8.082, in Afrika eins zu 26.614 und in Asien sogar eins zu 47.896 beträgt.

"Materielle Hilfe allein sichert dem Menschen zwar das kurzfristige Überleben, gibt ihm aber noch keinen Lebenssinn. Seelsorger, Priester, sehen und helfen den Menschen ganzheitlich, mit Weihwasser und Trinkwasser sozusagen", so Missio-Nationaldirektor Maasburg. 80.000 Seminaristen und tausende Novizen werden von den Päpstlichen Missionswerken unterstützt. Die Kirche Amerikas, Afrikas und Asiens ist Maasburg zufolge darauf "unbedingt angewiesen", seien doch gut ausgebildete Priester Grundvoraussetzung für die Erfüllung ihres Missionsauftrages.

Myanmar: Boom an Priesteranwärtern

In Myanmar, einem der ärmsten Länder weltweit und zugleich Schwerpunktland der diesjährigen Missio-Kollekte, platzt etwa das einzige Priesterseminar in Yangon derzeit aus allen Nähten: mit 155 Seminaristen im vergangenen Studienjahr und einem weiteren starken Aufwärtstrend. Dennoch fehle es weithin an Seelsorgern, würden doch Bischöfe laut Angaben von Missio immer wieder Priester in Gegenden entsenden, die noch nie vom christlichen Glauben gehört haben: Die 700.000 in dem südostasiatischen Staat lebenden Katholiken machen nur rund 1,1 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

Dabei hat die Kirche Myanmars schmerzhafte Jahre hinter sich: Nach Beginn der Militärdiktatur vor 50 Jahren verwies die Regierung alle ab 1948 eingereisten ausländischen Missionare - somit einen Großteil des Klerus - des Landes und enteignete Schulen und Krankenhäuser. Christliche Gemeinschaften überlebten fast ausschließlich in ländlichen Gebieten, wuchsen dort allerdings v.a. durch den Fortbestand der familiären Glaubenspraxis weiter.

Seit der Öffnung des Landes vor zwei Jahren haben die EU und USA Sanktionen aufgehoben, die Zensur wurde abgeschafft und öffentliche Diskussionen über Politik sind erstmals erlaubt. Die Kirche darf nun eigene Medien herausbringen und Versammlungen oder etwa Jugendlager veranstalten, wenngleich ihr das Betreiben eigener Schulen weiterhin verboten bleibt. "Priester- und Ordensberufungen erwachsen meist in den Internaten, mit denen die Kirche die Familien unterstützt", so der Leiter des Priesterseminars in Yangon, Pater John Saw Yaw Han.

Angesichts der Armut im Land setze die Kirche dennoch auf Bildung - und unterstütze die Familien mit zusätzlicher Betreuung der Kinder und Nachmittagsunterricht. P. John: "Priester zu sein bedeutet, wachsam zu sein gegenüber den Nöten der anderen."

In der Priesterausbildung achte man in Myanmar heute verstärkt darauf, dass nicht der Wechsel in die Mittelschicht oder die existenzielle Absicherung durch die Priesterweihe die vordergründige Motivation der Kandidaten ist. Um dies zu garantieren, wurde die Formung im Priesterseminar intensiviert und durch zwei zusätzliche Jahre - eines für spirituelle Einkehr und eines für die praktische Mitarbeit in einer Pfarre - ergänzt. "Zusätzliche Bildung der Priester ist auch wichtig, um mit der Situation der Öffnung und der neuen Freiheit durch Massenmedien und Moden umzugehen", so der Geistliche.

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