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Kottes-Purk, Gemeinde Kottes-Purk
 
 

Minister Töchterle: Bildungsziel fehlt heute

St. Pölten, 24.04.2013 (dsp) „Heute fehlt unserer Gesellschaft der Bildungskanon. Es besteht keine Einigkeit mehr, was unser Bildungsziel ist.“ Das sagte der Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, Karlheinz Töchterle, bei einem Gastvortrag an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten zum Thema „Bildung in der globalisierten Mediengesellschaft“. Heute gehe es nur noch um Kompetenzen, die erreicht werden sollten, jedoch nicht mehr um Inhalte, kritisierte Töchterle: „Das bringt die Gefahr eine gewissen Beliebigkeit der Bildung.“
Nach dem allmählichen Wegbrechen des Kanons des Bildungsbürgertums, folge kein neuer nach, stellte Töchterle fest. Diese Entwicklung gehe Hand in Hand mit dem Verlust von Ordnungsrahmen und Moralprinzipien: „Alles wird nicht nur durchlässig, sondern auch beliebig.“ Ein Mittel, die Problematik in den Griff zu bekommen, sei die Lehrerausbildung. Töchterle: „Die Lehrer möglichst gut auszubilden kann ein Schlüssel sein, den Kindern und Jugendlichen Orientierung zu geben.“ Deswegen seien die Pädagogischen Hochschulen und die Universitäten jetzt vom Wissenschafts- wie vom Unterrichtsministerium dazu aufgefordert, eine neue Lehrerausbildung „gemeinsam anzugehen“.

Aufgabe von Bildung sei es auch, Kindern und Jugendlichen im Umgang mit der Dominanz der Medien in ihren Lebenswelten eine Orientierung zu geben, sagte der Wissenschaftsminister: „Die neuen Medien bieten keinen Halt, kein Ziel. Hier eine Richtschnur zu finden, ist Aufgabe der Bildung“. Die Bildung sei gefordert, die Fähigkeiten zu Rezeptionsfähigkeit, Auswahl und Bewertung der Medienfülle zu vermitteln.

Alter Gegensatz bei Bildungszielen

Bereits bei den Griechen habe es in der Frage der Bildung den Gegensatz zwischen den Sophisten und Platon gegeben, erklärte der Universitätsprofessor für Altphilologie. Für Sophisten war die Lebenstüchtigkeit mit der Rhetorik als zentralem Mittel das Ideal in der neu entstandenen demokratischen und daher diskursiven Gesellschaft. Platon kritisierte diese Haltung und stellte dem sophistischen „Bildungssystem der Nützlichkeit“ die Individualbildung mit dem „Wahren, Guten und Schönen“ als Bildungsziel entgegen. Dieser Gegensatz ziehe sich durch die ganze Bildungsgeschichte und sei auch heute noch gegenwärtig, etwa im Spannungsverhältnis zwischen „Ausbildung und Bildung“, so Töchterle.