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Globaler Wettlauf um Anbauflächen für Energiepflanzen

St. Pölten, 19.04.2013 (dsp) „Der globale Wettlauf um Anbauflächen für Energiepflanzen führt auch in Tansania dazu, dass immer mehr Menschen ihr Land und damit ihre Lebensgrundlage verlieren“, so Karin Hintersteiner von der Fastenaktion der Diözese St. Pölten. Während multinationale Konzerne vom Anbau der Exportprodukte profitieren würden, verschlechtere sich die ohnehin prekäre Ernährungslage der Bevölkerung.
Beatha Fabian Mborow und Aaron Asangalwisye Buya setzen sich in ihrer Heimat für die Rechte der betroffenen Menschen ein. In Österreich berichteten sie über die aktuelle Lage in Tansania und den zunehmenden "Kampf um Land". In St. Pölten erzählten sie auf Einladung der Fastenaktion darüber kirchlichen Mitarbeitern.

Die Rechtsanwältin Mborow und ihre Organisation kümmern sich darum, dass die Rechte der Kleinbauern zur Geltung kommen. Vielfach sei das Land noch nicht vermessen und auch das Grundbuch sei teilweise unvollständig. Konflikte gebe es traditionell zwischen umherziehenden Viehzüchtern und sesshaften, Ackerbau betreibenden Landwirten. Neben der rechtlichen Beratung arbeiten Beatha Mborow und ihr Team auch wissenschaftlich: In der Forschungsabteilung werden landwirtschaftliche Daten gesammelt und Publikationen erstellt.

„Vier von fünf Tansanier leben von der Landwirtschaft“, so Agrarexperte Aaron Asangalwisye Buya. Zu seinen Aufgaben zählen die enge Zusammenarbeit mit den Bauern und das Training der Bauern. Auch wenn diese nicht viel Unterstützung seitens der Regierung bekommen würden, seien die Menschen Tansanias dennoch zuversichtlich: Zum einen gebe – im Gegensatz zu den Nachbarländern – keine bewaffneten Auseinandersetzungen. Zum anderen sei viel Potential in der Wirtschaft und aufgrund der Bodenschätze vorhanden. Dennoch warnt Buya: Wenn es keine guten Reis- und Mais-Ernten gibt, dann könnte der Hunger nach Tansania zurückkommen.