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Das Problem der Datierung des Todes Jesu

St. Pölten, 29.03.13 (kap) Artikel über das "wirkliche Osterdatum" treiben der universitären Bibelwissenschaft regelmäßig den Schweiß auf die Stirn. Denn - so wird argumentiert - die in den Evangelien erwähnten Heilsdaten sollten zuerst als Erfüllung biblischer Verheißungen ausgelegt werden, die in der Urgemeinde mit einer Liste aller Empfänger einer Jesuserscheinung in zeitlicher Reihenfolge verbunden wurden. Eine Historizität in modernem Sinn sei nicht angestrebt worden.
Dennoch bleibt das Faktum der Historizität Jesu und seines Todes sowie die Echtheit vieler biografischer Epochen- und Zeitangaben in den Schriften des Neuen Testaments. Dabei sticht allgemein eine höhere Datumsverlässlichkeit des Evangelisten Johannes gegenüber den Synoptikern ins Auge. Berechnete man somit Jesu Todesdatum nach Johannes, so wäre Jesus am Tag vor dem Pessach-Fest des Jahres 30 - also am Freitag, 7. April, vor 1.983 Jahren - gestorben. Die Entdeckung des leeren Grabes am Morgen des dritten Tages - also Ostern - wäre somit am Sonntag, 9. April, des Jahres 30 erfolgt. Als künftiger einheitlicher und feststehender christlicher "Ostertermin" könnte mit guten Gründen somit der 9. April fixiert werden, meinen manche (auch wenn ein fixer Ostertermin derzeit von den meisten Kirchen abgelehnt wird).

Die unterschiedlichen Passionsdatierungen zwischen den drei früheren Evangelien - den Synoptikern Matthäus, Markus, Lukas - und dem späteren Johannes bedingen keine höhere Datumsverlässlichkeit der "Alten", wie der Bibelwissenschaftler Rudolf Schnackenburg eindrucksvoll dargelegt hatte. Grund dafür ist, dass die Passionserzählungen der Synoptiker darauf abzielten, das letzte Mahl Jesu als Pessach-Mahl auszugestalten, um ihren judenchristlichen Hörern damit auszudrücken, dass ab sofort das eucharistische Mahl als das wahre Pessach-Mahl zu verstehen sei.

Johannes hingegen unterließ diese redaktionell eingefügte Botschaft. Ihm zufolge starb Jesus vielmehr - und mit hoher Wahrscheinlichkeit traf dies historisch zu, meinen nicht wenige Bibelwissenschaftler - wenige Stunden vor dem Beginn eines Pessach-Festes, und zwar an einem Freitag. Für die Berechnung ist somit ein Festbeginn an einem Freitag innerhalb der Zeitspanne 27 bis 32 n.Chr. relevant. Daraus ergibt sich dann als Todestag Jesu der Freitag, 7. April, des Jahres 30.

Foto: Stock