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CREDO–Sonderausstellung im St. Pöltner Diözesanmuseum eröffnet

Wolfgang Huber, Direktor Diözesanmuseum, Bischof Klaus Küng, Kathrin Hahn, Diözesanmuseum.

St. Pölten, 08.05.2013 (dsp) Bischof Klaus Küng eröffnete die Sonderausstellung „CREDO – Der Glaube in der Kunst“ im St. Pöltner Diözesanmuseum, die bis 31. Oktober zu besichtigen ist. Anlässlich des „Jahres des Glaubens“ sind über 150 Objekte zur Darstellung des christlichen Glaubensbekenntnisses in der bildenden Kunst zu sehen.

Bischof Küng: Schau kann Sehnsucht nach Glauben geben

Bischof Küng freute sich, dass das „Jahr des Glaubens“ auch seitens der Kunst bearbeitet werde. Er sehe in der Schau sowohl großes Engagement der Mitwirkenden als auch fundiertes Fachwissen. Es sei für ihn eine bedrängende Frage, wie viele Menschen noch die Inhalte des Glaubensbekenntnisses erklären könnten, das jeden Sonntag in den Gottesdiensten gebetet wird. Das Credo betreffe das persönliche und gemeinschaftliche Suchen des Menschen. Und es enthalte Antworten Gottes auf existenzielle Fragen. Der St. Pöltner Bischof hoffe, dass die Credo-Ausstellung Sehnsucht nach dem Glauben gebe, der Halt biete. Bischof Küng: „Die zur Schau gestellten Werke können auch eine Anregung zur persönlichen Auseinandersetzung mit dem in ihnen gezeigten Glauben darstellen.“

Kurator Telesko: Credo braucht Visualisierungen

Ausstellungskurator Univ.-Doz. Werner Telesko von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sagte, das Credo gehöre „trotz oder gerade wegen seiner scheinbaren sprachlichen Einfachheit und Kürze zu den komplexesten Texten überhaupt“. Herausforderung sei es, „buchstäblich jedes Wort des Apostolischen Glaubensbekenntnisses in die moderne Welt hinein übersetzen zu müssen.“ Für diese Übersetzungsleistung brauche es neben dem Text auch Visualisierungen. Das Credo habe einen historischen Prozess durchlaufen: Vom 2. Jahrhundert bis heute. Es gebe aber auch eine säkulare Tradition des Glaubensbekenntnisses, die die sprachliche Matrix nehme und mit komplett neuem Inhalt fülle. Dies habe im 19. Jahrhundert etwa der Sozialismus gemacht.

Diözesanmuseum-Direktor Huber: Credo zählt zu Glaubens-Fundamenten

„In der Ausstellung geht es um die Frage, in welcher Form das Credo Niederschlag in der bildenden Kunst gefunden hat“, so Wolfgang Huber, Direktor des Diözesanmuseums St. Pölten. „Einen Schwerpunkt bildet dabei die Epoche von Reformation und Gegenreformation, in der bedeutende Zusammenfassungen der Glaubenslehre formuliert wurden.“ Das Credo sei „in der Liturgie wesentlicher Bestandteil des Gottesdienstes und gehört zu den Fundamenten des Glaubens schlechthin. In seiner elementaren Form als „Apostolisches Glaubensbekenntnis“ formuliere es mit seinen zwölf Glaubenssätzen die Grundtatsachen des christlichen Glaubens. Huber erinnert an die große Bedeutung des Credo: „Gemäß einer spätantiken Legende wäre das Credo erstmals von den Aposteln selbst formuliert worden.“ Das habe Auswirkungen auf die bildliche Darstellung des Credo und habe viele starke ikonographische Symbole geschaffen.

Die meisten der über 150 Gemälde, Druckgrafiken oder historische Bücher stammen aus der Albertina, von den Stiften Göttweig, Klosterneuburg, Admont, Melk und Einsiedeln sowie aus Eigenbestand des Diözesanmuseums und aus privatem Besitz. Einige Besonderheiten sind ua. der sogenannte Credo-Ornat aus dem 20. Jhdt. aus Einsiedeln, ein Kupferstich aus dem 17. Jhdt. aus Göttweig, der das Wirken des Heiligen Geistes darstellt, oder eine Monstranz aus dem 18. Jhdt. aus dem Domschatz mit einem reichhaltigen theologischen Programm.

Die Sonderausstellung des Diözesanmuseums am Domplatz 1 in St. Pölten ist bis 31. Oktober jeweils Dienstag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, Samstag von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Parallel dazu gibt es auch eine Credo-Installation im Dom.

Am Dienstag, den 21. Mai, bietet das Diözesanmuseum um 12.30 Uhr und um 18.30 Uhr im Rahmen der Reihe „Museums-Blickpunkte“ eine Spezialführung durch die Ausstellung bei freiem Eintritt.

Infos: St. Pöltner Diözesanmuseum

Bild: Wolfgang Huber, Direktor Diözesanmuseum, Bischof Klaus Küng, Kathrin Hahn, Diözesanmuseum.