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Bischof Küng: „Ruhig werden, und das Kind suchen“

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St. Pölten, 25.12.2013 (dsp) Das Zentrum der Weihnacht bilden die Worte: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt.“ Das betonte Bischof Klaus Küng in seiner Predigt in der Christmette am Heiligen Abend im Dom von St. Pölten. Jesus komme „abseits vom Getriebe zur Welt“. Deswegen sei es „wichtig, dass wir versuchen, ruhig zu werden, und dieses Kind suchen, das in der Krippe liegt, mit dem Wunsche, dass es uns zu Gott führt“, so Küng.

Es bestehe heute mehr denn je die Gefahr, dass das Berufsleben und das gesellschaftliche Leben die Menschen so sehr in Beschlag nehme, dass „tatsächlich eine Art von Gottlosigkeit entsteht, weil in der Herberge für das Gotteskind kein Platz ist“, warnte Küng. Das Anklopfen Gottes werde überhört, da die Menschen zu sehr mit anderem beschäftigt seien. Deswegen sei es gerade am Weihnachtsfest wichtig, dem Materiellen und Äußerlichen nicht zu viel Raum geben. Es gelte, das Wesentliche, „das beschauliche Element und die bewusst gepflegte Liebe zueinander“, stärker zum Zug kommen zu lassen.

Bischof Küng hob in seiner Predigt auch die Bedeutung des Bußsakramentes hervor. Weihnachten sei nicht bloß die „Geburtstagsfeier einer bedeutenden Persönlichkeit“, sondern das „Kommen Gottes in die Gegenwart, als Erlöser und Retter“. Wie Paulus schreibe, habe er „sich für uns hingegeben, um uns von aller Schuld zu erlösen“. Die Kirche habe immer schon gelehrt, dass es keine Sünde gebe, die nicht vergeben werden kann. Christus kenne, so Küng, nur eine Ausnahme: „Die Sünde gegen den Heiligen Geist. Sie besteht darin, dass keine Einsicht vorhanden ist, kein Wille zur Umkehr.“ Gott verzeihe immer; die Frage sei nur, ob wir dazu bereit sind.

Predigt im Wortlaut