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Pilgergruppe im Herbst
 
 

„Achtsamkeit als Tor zur Gegenwart Gottes in allen und allem“

St. Pölten, 06.03.2013 (dsp) „Achtsamkeit“ sei derzeit in aller Munde und habe „Hochkonjunktur“ in christlichen Traditionen und östlichen Religionen, sagte P. Bernhard Bürgler SJ in seinem Vortrag vor 200 österreichischen Krankenhausseelsorgern im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt. Achtsamkeit sei ein spirituelles Geschehen, das Zugang zur göttlichen Wirklichkeit in allem und allen schaffe.
Aufgabe der Krankenhausseelsorge sei es zu helfen, diesen göttlichen Kern in allem und allen zu erleben. Gott habe in allem und allen seine Gegenwart hineingelegt, es müssten nur unsere Ohren, Augen und unser Gespür daraufhin gelenkt werden, so der Jesuit. Es gehe um ein Hineinwachsen in das Ja dieses Lebens. Dabei sei Stille wichtig und das Aushalten, dass Stille auch sprechen könne. Das werde künftig eine wesentliche Aufgabe der Krankenhausseelsorge. Aspekte der Achtsamkeit seien zum einen das Wahrnehmen mit allen Sinnen. Weiters das Zulassen: nichts verändern, anstreben, ablehnen zu wollen. Und als dritter Schritt erfolge das Loslassen. Mit diesem Wahrnehmen, Zulassen und Loslassen entstehe das, was mit Achtsamkeit gemeint sei und diese schaffe Zugang zu Tieferem und habe eine göttliche Dimension.

Die Wirkungen der Achtsamkeit, die über innere Haltungen und bestimmte Orte (Natur, sakrale Räume, eigener Leib) führten, seien innere Sicherheit, Friede, Freude und Ruhe. Diese Wirkungen seien aber noch nicht alles. Die Achtsamkeit führe vom Veränderlichen zum Bleibenden: zu dem was war, ist und sein wird. Das ermögliche Zugang zum Hier und Jetzt, meist würden wir in der Vergangenheit oder in der Zukunft leben. Und dieser Zugang sei auch das, was wir die Gegenwart Gottes nennen.

300 haupt- und ehrenamtliche Krankenhausseelsorger in der Diözese

Zur österreichischen Krankenhausseelsorge-Tagung kamen am 5. bis 6. März 200 haupt- und ehrenamtliche katholische Seelsorgerinnen und Seelsorger. Die Fortbildungsveranstaltung findet alle zwei Jahre statt, erstmals ist sie in der niederösterreichischen Landeshauptstadt und steht unter dem Titel „Leid erfahren – Heil(ung) finden“. Sie ging der Frage nach, wie aus etwas Leidvollem Heilvolles entstehen kann. Im Gebiet der Diözese St. Pölten wirken insgesamt rund 300 haupt- und ehrenamtliche Krankenhausseelsorger in 16 Spitälern und 45 Pflegeheimen. Darunter sind 50 Geistliche, die neben ihrem priesterlichen Dienst Seelsorge-Funktionen für kranke Menschen übernehmen und in Rufbereitschaft für Notfälle stehen.

Bild 1: 200 Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger aus ganz Österreich tagten zwei Tage lang in St. Pölten
Bild 2: P. Bernhard Bürgler