Sommerkampagne 2016
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Abt Petrus: „Dasein für die uns Anvertrauten“

Seitenstetten, 01.04.2013 (dsp) Diözesanbischof Klaus Küng hat P. Petrus Pilsinger zum 63. Abt des Benediktinerstiftes Seitenstetten geweiht. Die Abtsbenediktion fand am Ostermontag im Rahmen einer Festmesse in der Stiftskirche von Seitenstetten mit rund 2.000 Gläubigen, darunter zahlreiche Ehrengäste aus Kirche und Politik, statt. Bischof Küng sprach über Abt Petrus das Segensgebet und überreichte ihm Ring und Mitra. Den Stab erhielt der neue Abt aus den Händen seines Vorgängers Berthold Heigl. Pilsinger war am 8. Februar vom Konvent zum Nachfolger von Abt Berthold gewählt worden, am 21. März, dem Fest des hl. Benedikt, hatte bereits die offizielle Amtsübernahme stattgefunden.
„Dasein für die uns Anvertrauten, das ist unsere Aufgabe und unsere Stärke“, sagte Abt Petrus in seiner Ansprache nach der Benediktion. Er wolle sich „bemühen, dass das Evangelium niemandem in unserer Gegend fern bleibt“, denn Gott zu suchen sei nicht nur die Aufgabe von Mönchen. Pilsinger dankte Abt Berthold Heigl, dass er von seinem Vorgänger „ein gut bestelltes Haus“ übernehmen konnte: „Die Gemeinschaft hat dir viel zu verdanken, als Abt und als Mensch.“

Seit seiner Wahl zum Abt habe er „emotional alle Höhen und Tiefen durchgemacht“, sagte Pilsinger. Ein Abt bekomme nach seiner Wahl „keinen Siegeskranz umgehängt, sondern ein Kreuz“. Der neue Abt verglich sein Amt mit einer Ehe: In zahlreichen Ehevorbereitungskursen, habe er die jungen Paare immer darauf hingewiesen, „dass es anders kommt, als man sich es wünscht“, und dass „auch Krisen kommen“ würden. In allem sei jedoch „die Begleitung Gottes“ sicher. „Ich hoffe, dass ich erleben kann, was mit Gott alles möglich ist“, so Abt Petrus.

„Vierkanter Gottes“ als Stützpunkt der Evangelisierung

Die Grundlage für jedes kirchliche Amt sei die „Wirklichkeit und Gegenwart des auferstandenen Herrn“, betonte Bischof Küng in seiner Predigt. Die Orientierung an Christus sei schwieriger geworden, da sich die Lebensumstände und Lebensweisen in den letzten Jahrzehnten stark geändert haben. Durch den Einfluss der Säkularisierung habe das Glaubensleben nachgelassen und die Seelsorge sei schwieriger geworden, so Küng. Deswegen sei das Stift Seitenstetten als „Vierkanter Gottes“ ein wichtiger Stützpunkt für die Evangelisierung in der ganzen Region.

Küng erinnerte daran, dass bei benediktinischen Klosteranlagen die Kirche immer im Zentrum stehe: „Möge die Kirche auch im Zentrum der Gemeinschaft und des ganzen Mostviertels bleiben.“ Seitenstetten sei immer eng mit der Seelsorge in den Dörfern der Umgebung verbunden gewesen. So sollten auch weiterhin alle Gläubigen „im Stift Heimat und Nahrung finden“, wünschte Küng. Es sei ein neues Element in unserer Zeit, dass „die territoriale Seelsorge durch die personale Seelsorge ergänzt“ werde: „Hier leistet das Stift Seitenstetten einen besonders wichtigen Beitrag.“
Predigt von Bischof Küng im Wortlaut

Bezüge auf den Apostel Petrus in Wappen, Wahlspruch und Weihebild

In seinem Wappen und seinem Wahlspruch nimmt Abt Pilsinger Bezug auf seinen Namenspatron, den hl. Apostel Petrus. Neben dem Wappen von Seitenstetten (ein Astkreuz auf einem grünen Hügel) und dem seines Heimatortes Euratsfeld (ein Bär mit Packtaschen) zeigt das Abtswappen einen Hahn, der daran erinnern soll, dem Herrn stets treu zu bleiben (der Hahn krähte, als Petrus Jesus verleugnete). Der Wahlspruch „confirma fratres tuos“ („Stärke deine Brüder“) ist ein Wort Jesu an Petrus, das dem Lukasevangelium entnommen ist (Lk 22,32). Als Weihebild wählte Pilsinger ein Gemälde von Hans Plank (1986), das die Rettung des Petrus durch den am See wandelnden Jesus zeigt. „Man kann als Abt auch absaufen“, sagte Pilsinger dazu, „aber man wird gerettet, wenn man auf Christus schaut und ihm vertraut.“

Mit Abt Petrus Pilsinger feierten unter anderen: Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, Erzabt Bischof Asztrik Varszegi von Pannonhalma (Ungarn), Weibischof Anton Leichtfried, Altbischof Maximilian Aichern (Linz), Abtpräses Christian Haidinger (Altenburg), Abt Columban Luser (Göttweig), Abt Matthäus Nimmervoll (Lilienfeld), Abt Wolfgang Wiedermann (Zwettl), Abt Michael Prohazka (Geras), Propst Maximilian Fürnsinn (Herzogenburg), Altabt Burkhard Ellegast (Melk), Superintendent Paul Weiland, LH-Stv. Wolfgang Sobotka, LR Stephan Pernkopf, NR Karl Donabauer, Bgm. Franz Deinhofer (Seitenstetten), Bgm. Johann Weingartner (Heimatgemeinde Euratsfeld).

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