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350 Jahre Landespatron: Landesmuseum zeigt Schau über Hl. Leopold

St. Pölten, 23.02.2013 (dsp) Vor 350 Jahren wurde Markgraf Leopold III. (1073-1136) zum Landespatron von Niederösterreich erhoben. Aus diesem Anlass zeigt das Niederösterreichische Landesmuseum in St. Pölten die heute eröffnete Sonderausstellung „Hl. Leopold – Mensch, Politiker, Landespatron“ über den Schutzheiligen. In enger Kooperation mit dem Stift Klosterneuburg wird versucht, zunächst den Menschen Leopold III. fassbar zu machen, was sich ohne direkte Zeugnisse als überaus schwierig gestaltet. Es wird aber auch seine idealtypische Figur als Vorbild künftiger Politikergenerationen thematisiert.
Bei der Eröffnung waren ua. Diözesanbischof Klaus Küng, Abt Bernhard Backovsky, dessen Stift Klosterneuburg eng mit Leopold verbunden ist, Abt Columban Luser (Stift Göttweig), Abt Martin Haidinger (Stift Altenburg), Abt Maximilian Heim (Stift Heiligenkreuz), Prälat Josef Eichinger und Ordinariatskanzler Gottfried Auer. Seitens der Politik nahm ua. Landtagspräsident Johann Heuras teil.

Die Schau

Alle Nachrichten, Mythen und Legenden sind nach seinem Tod entstanden und haben das Bild von ihm im Lauf der Zeit überlagert. Über eine Dokumentation der Lebensumstände des 12. Jahrhunderts soll der Person nahe gekommen werden.

13 zeitgenössische, mit Niederösterreich verbundene Künstler wurden eingeladen, Werke zum Thema „Leopold III.“ zu schaffen, wobei ihnen freigestellt wurde, welchen Aspekt sie in den Vordergrund rücken wollten. Beliebtes Motiv war in der Kunstgeschichte immer wieder die berühmte Schleierlegende. Diese Erzählung über die Gründung des Stiftes hat das heutige Bild Leopolds wesentlich geprägt. Das Leopoldifest am 15. November – seinem Todestag - im Stift Klosterneuburg ist bis heute das sichtbarste Zeichen der Verehrung des Landespatrons. Der dabei abgehaltene Jahrmarkt inspirierte immer wieder Künstler zu Werken.

Akzente gesetzt, die für ganz Europa von Bedeutung wurden

Landtagspräsident Johann Heuras sagte, Leopold habe Akzente gesetzt, die für ganz Europa von Bedeutung geworden seien. Er sei ein Vorbild als Politiker und Mensch gewesen. Heuras nannte dabei das Bemühen des Heiligen um Lösung von Konflikten, Einsatz für Frieden und sein Kümmern um Arme. Für den NÖ-Landtagspräsident ist die Beschäftigung mit Geschichte wichtig: „Wer die Geschichte nicht kennt, kennt die Gegenwart nicht und kann die Zukunft nicht gestalten.“ Es sei für ihn als Politiker spannend zu wissen, was der heilige Leopold in dieser oder jener Situation getan hätte. Und es lohne sich zurückzublicken, wie Politiker früher entschieden haben. Heuras sehe die Schau auch als Beitrag, das Selbstbewusstsein der Niederösterreicher weiter zu stärken.

Der Künstlerische Direktor des Museums, Carl Aigner, verwies darauf, dass die Künstler über die Jahrhunderte hinweg mit ihren Werken das Aussehen Leopolds geprägt hätten: nämlich als älteren Mann mit weißem Rauschebart. Freilich seien erste Porträts erst Jahrzehnte nach dessen Tod entstanden. Während der darauffolgenden Jahrhunderte habe das Heiligenbild zu den gängigsten künstlerischen Aufgabenstellungen gezählt. Und so habe sich eine festgefügte Tradition der Darstellung des Landespatrons entwickelt.

Der Klosterneuburger Stiftsarchivar Karl Holubar betonte aber auch die High-Tech-Facetten, die in die Schau eingearbeitet wurden. Für eine Untersuchung wurden kürzlich DNA-Proben aus dem Grab von Leopold, dessen Gattin Agnes und Sohn Adalbert entnommen. Das Ergebnis: Die drei sind eine Familie. Unklar sei allerdings noch, ob tatsächlich Adalbert im für ihn vorgesehenen Grab liegt. Durch Untersuchungen an seinen Gebeinen konnte auch seine physische Erscheinung teilweise rekonstruiert werden.

Seit 1985 (500. Jahrestag der Heiligsprechung) widmet sich somit wieder ein größeres Ausstellungsprojekt dem Heiligen. Die Schau im NÖ-Landesmuseum ist vom 24.02.2013 bis 26.01.2014 zu sehen.

Bild 1: NÖ-Landesmuseums-Direktor Carl Aigner, Bischof Klaus Küng, Landtagspräsident Johann Heuras.
Bild 2: Viele Interessierte aus Kirche, Kunst und Politik kamen zur Ausstellungseröffnung.
Bild 3: Abt Bernhard Backovsky, dessen Stift Klosterneuburg eng mit Leopold verbunden ist.
Bild 4: Klosterneuburger Stiftsarchivar Karl Holubar, Landtagspräsident Johann Heuras, Wolfgang Huber vom Klosterneuburger Stiftsmuseum, Bischof Klaus Küng, NÖ-Superintendent Paul Weiland, Klosterneuburger Abt Bernhard Backovsky, NÖ-Landesmuseums-Direktor Carl Aigner.
Bild 5: Die Ausstellung berichtet auch über die DNA-Analysen vom Hl. Leopold. Außerdem wurde versucht, sein Aussehen zu rekonstruieren.