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„Technik in Kürze“: Katholisches Bildungswerk verbindet Generationen

„Neue Kulturtechniken wie der Computer oder das Handy sind für viele ältere Menschen heute ein Ausschließungsgrund aus der Gesellschaft“, so Markus Schmidinger vom Katholischen Bildungswerk der Diözese St. Pölten (kbw). Daher initiierte die kirchliche Einrichtung unter dem Titel „Technik in Kürze“ ein Ausbildungsprogramm mit fünf Modulen, bei dem SchülerInnen „Lehrer“ sind und älteren Menschen den Computer, das Internet, das Handy oder die Digicam nahebringen. Als Nebeneffekt werden dabei nicht nur technische Berührungsängste abgebaut, sondern auch das gegenseitige Verständnis zwischen den Generationen gefördert. Bei einem Pressegespräch am Donnerstag im BORG St. Pölten verwies Schmidinger auf die unerwartet hohe Nachfrage.
Der Kurs ist ein Pilotprojekt, das vom Katholischen Bildungswerk in Zusammenarbeit mit dem BORG St. Pölten und der Pfarre Wagram organisiert wurde. 37 Senioren, 90 Schüler, sowie fünf Lehrer sind daran beteiligt. Die Jugendlichen wurden bereits von Seniorentrainer "ausgebildet". So werden das Lehrtempo angepasst, in den Pausen Smalltalk geführt oder englische Fachbegriffe vermieden, berichteten die Jungen. Ihnen sei wichtig, Ängste abzubauen. Und sie würden auch nicht die Geduld verlieren, wenn der Umgang mit einer Computer-Maus schon mal ungewöhnlich lange dauere oder wichtige Tasten nicht so schnell wiedergefunden werden. Kein Wunder: Man beginnt bei Null: Die Hälfte der Senioren-Teilnehmer hat noch nie einen PC eingeschaltet. Die Jugendlichen machen ihren Dienst in der Freizeit, bekommen aber ein Zertifikat, den sie etwa für Bewerbungen nutzen können.

Angela Lahmer-Hackl, Obfrau des Katholischen Bildungswerk der Diözese St. Pölten und Lehrerin am BORG St. Pölten, betonte mit Blick auf das heurige „Europäische Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen“: „Am Lernort Schule wird die Begegnung der Generationen ermöglicht, für die es immer weniger Gelegenheiten gibt.“ Durch „Technik in Kürze“ werde die Möglichkeit geschaffen, die „strukturelle Alterstrennung“ in unserer Gesellschaft zu überwinden. Das Projekt fördere die soziale Kompetenz und die Eigenverantwortung der SchülerInnen. Lahmer-Hackl stellte auch fest: „Am meisten lerne ich, wenn ich es jemandem erklären muss – also Lernen durch Lehren“. Bereits jetzt würde den SchülerInnen die Notwendigkeit des lebenslangen Lernen und des ehrenamtlichen Engagements bewusst.

„Wenn man mit Technik nichts am Hut hat, ist schon ein Fahrkartenautomat ein spanisches Dorf“, sagte Mitorganisatorin Helga Böck, Leiterin der Seniorenrunde der Pfarre St. Pölten Wagram. Sie fädelte die ersten Kontakte zwischen Schule, kbw und Senioren ein, dann habe es sich rasch herumgesprochen – „wie bei einem Schneeballeffekt“.

Technik in Kürze startet im Herbst als Regelangebot des Katholischen Bildungswerks und kann dann von allen Schulen in Anspruch genommen werden. Es braucht nur eine Schule, Senioren-Partner vor Ort, EDV-Lehrer – und eben das kbw.

Infos: DI Markus Schmidinger
www.kbw-bildung.at
Tel. 0676 / 8266 15 357,