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Stift Altenburg pflegt christlich-muslimischen Dialog

Mit dem interreligiösen Dialog zwischen Christentum und Islam setzt sich derzeit die "Vienna International Christian-Islamic Summer University" (VICISU) auseinander. 43 Studierende aus aller Welt sind dazu Anfang Juli in das niederösterreichische Benediktinerstift Altenburg gereist. "Hier hat sich eine bunt zusammengewürfelte Gemeinschaft gefunden, die offen und bereit ist, auf den anderen zu hören, voneinander zu lernen, um 'Einheit und Liebe unter den Menschen und damit auch unter den Völkern zu fördern', wie das im Konzilsdokument 'Nostra aetate' gefordert wird", so Abt Christian Haidinger am Donnerstagabend beim Sommerfest im Zuge der bis 21. Juli dauernden Sommeruniversität.
Seit 2008 ist Stift Altenburg Veranstaltungsort der "Summer University". Die derzeit zwölfköpfige Mönchsgemeinschaft freue sich sehr, auf diese Weise dem "Dialog der Religionen zu dienen, ihm zumindest einen Ort und eine Plattform bieten zu können, wie es uns vom Zweiten Vatikanischen Konzil aufgetragen wurde", sagte Haidinger. Den Studenten dankte er dafür, "dass sie sich hier um diesen für die Zukunft der Menschheit unverzichtbaren Dialog bemühen".

Die "Vienna International Christian-Islamic Summer University" unter der Leitung der Völkerrechtlerin Irmgard Marboe und der Sozialethikerin Ingeborg Gabriel von der Universität Wien findet heuer zum dritten Mal statt. Die Studierenden kommen heuer u. a. aus Bosnien-Herzegowina, Deutschland, Ghana, Großbritannien, Indien, Indonesien, Iran, Irak, Kasachstan, Kenia, Marokko, Pakistan, Polen, Saudi Arabien, Slowakei, Türkei und Österreich. Sie werden von Lehrenden aus Deutschland, Indonesien, Pakistan, Syrien, Türkei, USA und Österreich in den Fächern Theologie sowie Rechts- und Sozialwissenschaften unterrichtet.

Nach Einführungskursen in das Christentum, den Islam und das Internationale Recht wurden Spezialthemen wie religiöser Pluralismus, Frauchenrechte, Menschenrechte und Islam, Minderheiten oder das Verhältnis von Staat und Religion behandelt. Abendveranstaltungen zu den Themen und gemeinsame Freizeitaktivitäten runden das VICISU-Programm ab.

"Persönliche Begegnung wichtig"

Neben dem interdisziplinären Unterricht biete die Sommeruniversität "die Möglichkeit, den Dialog persönlich zu erleben und mitzugestalten", erklärten die Uni-Professorinnen Marboe und Gabriel der "Kathpress". Die persönlichen Begegnungen zwischen den Teilnehmern seien ein wichtiger Teil des Lernprozesses.

Ursprünglich ist die Sommeruniversität ein Ableger des "Vienna International Christian-Islamic Round Table", der von P. Andreas Bsteh vom Religionstheologischen Institut St. Gabriel ins Leben gerufen wurde. Zum "Round Table" trafen sich Experten der Rechts- sowie der Sozialwissenschaften und der Theologie, um aktuelle Probleme einer globalisierten Welt aus islamischer und christlicher Sicht zu diskutieren.

Die VICISU wird vom Wissenschaftsministerium gesponsert und u. a. vom Land Niederösterreich und der Dreikönigsaktion der Katholischen Jugendschar unterstützt. Beim Sommerfest am Donnerstagabend konnte Abt Haidinger neben verschiedenen Politikern u. a. auch den lutherischen Altbischof Herwig Sturm, P. Bsteh und "Pro Oriente"-Präsident Hans Marte begrüßen.

(KAP)