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Statistik: Männerorden stabil, Frauenorden verzeichnen Rückgang

Die Zahl der Ordensmänner in Österreich ist weitgehend stabil, jene der Ordensfrauen geht langsam aber stetig zurück. Das geht aus der jüngsten Kirchenstatistik 2010 hervor, die von der Österreichischen Bischofskonferenz am Dienstag veröffentlicht wurde. Gab es 2005 1.953 Ordensmänner (1.528 Ordenspriester, 425 Ordensbrüder), so waren es 2008 1.964 (1.489, 475), 2009 2.109 (1.611, 498) und 2010 schließlich 2.061 (1.545, 516). Die Zahl der Ordensfrauen belief sich 2005 auf 5.061, 2008 auf 4.621, 2009 auf 4.548 und 2010 schließlich auf 4.381.
P. Erhard Rauch, Generalsekretär der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften in Österreich, zeigt sich im "Kathpress"-Interview weitgehend positiv gestimmt ob der Zahlen. Zum einen sei es erfreulich, dass die Zahl der Ordenspriester über die letzten Jahre relativ stabil geblieben sei, zum anderen sei ein Trend hin zu mehr Ordensbrüdern feststellbar. Für Rauch eine zukunftsweisende Entwicklung, die zugleich zu den Ursprüngen vieler Orden zurückführt, seien diese doch in der Regel von Laien gegründet worden. Erst später seien Priester hinzugestoßen. Junge Männer würden wieder stärker diesen ursprünglichen Sinn von Orden entdecken, so Rauch: "Ordensleben muss nicht gleich Priestertum bedeuten." Immer mehr Männer suchten die Ordensgemeinschaft, würden zugleich aber auch einem Zivilberuf nachgehen. Nicht jeder fühle sich zum Priestertum berufen.

Er wolle durchaus auch von einem Trend hin zu Orden sprechen, so der Generalsekretär der Superiorenkonferenz. Anziehend sei zum einen sicher das Gemeinschaftsleben, zum anderen die Flexibilität, mit der Orden auf gesellschaftliche Nöte und Anforderungen reagieren könnten.

Zur Situation der Frauenorden meinte Rauch, dass jene Generation, "die in Scharen eingetreten ist", sich nun in ihrem letzten Lebensabschnitt befinde. Die gesellschaftliche und kirchliche Situation sei heute eine andere. Dabei sei aber eindeutig der Trend feststellbar, dass eher ältere und schon gut ausgebildete Frauen in einen Orden eintreten, viele davon seien Akademikerinnen. Das werde künftig das Profil der Frauenorden deutlich verändern. Klassische Dienstämter wie das Führen von Haushalten würden in den Hintergrund treten. Ordensfrauen der Zukunft würden beispielsweise mehr als bisher als Ärztinnen, Pastoralassistentinnen oder Theologinnen wirken.

Letztlich komme es nicht so sehr auf die Quantität an Ordensleuten an, sondern auf die Qualität, hielt Rauch fest. Die entscheidende Frage laute: "Wie können die, die sich für ein Ordensleben entscheiden, möglichst gut in die Gesellschaft hinein wirken?"

(Kathpress)