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Pilgergruppe im Herbst
 
 

St. Pölten: Integrationsstaatssekretär eröffnete Caritas-Lerncafé

„Ein guter Schulabschluss verhindert Armutskarrieren. Daher sehen wir es als Grundauftrag der Caritas, dafür zu sorgen, dass jedes Kind einen positiven Schulabschluss erreichen kann“, sagte Caritas-Direktor Friedrich Schuhböck bei der Eröffnung des Caritas-Lerncafés in St. Pölten. Dabei würdigten Integrations-Staatssekretär Sebastian Kurz und Bildungslandesrat Karl Wilfing die Arbeit der kirchlichen Hilfsorganisation.
Ziel sei es, so Integrations-Staatssekretär Kurz, „Kindern Raum zu geben, um das zu lernen, was in der Schule nicht hängengeblieben ist“. Niederösterreich sei „Vorreiter beim Integrationsthema“, außerdem dankte Kurz der Caritas für die „tolle Kooperation bei den Lerncafés“. Er betont deren Sinnhaftigkeit: „In Österreich haben wir 75.000 junge Menschen unter 25 Jahren, die weder Job noch Ausbildung haben. Gründe dafür liegen oft schon im Kindergarten oder beim Schuleintritt, da die Kinder dort schlecht Deutsch sprechen.“ Um dort anzusetzen, brauche es neben Maßnahmen in der Schule auch Projekte wie das Caritas-Lerncafé: „Kinder lernen hier die Sprache, können Lerninhalte wiederholen, man kann Brücken zu den Eltern bauen und Bildungsbewusstsein schaffen.“ Das Besondere sei, dass einerseits die Caritas die Struktur sichert und andererseits aber genauso vom ehrenamtlichen Engagement der Österreicher lebe und diese fördere.

Für Bildungslandesrat Karl Wilfing sei es „eine große Freude“, dass die Caritas diese Einrichtung geschaffen habe. Denn: „Wichtig ist es, die Sprache gut zu lernen.“ Wilfing weiter: „Integration muss vor Ort stattfinden. In Niederösterreich setzen wir daher speziell geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Schulen und Kindergärten ein, die selbst Migrationshintergrund haben. Das Lerncafé der Caritas ist eine sinnvolle und hervorragende Ergänzung zu unseren Anstrengungen“.

Je geringer die Bildung, desto höher sei das Risiko von Einkommensarmut betroffen zu sein, betonte Caritas-Direktor Schuhböck. „Bildung ist ein wichtiger Schritt, um der Armutsspirale zu entkommen. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass der Bildungsweg stärker vom sozialen Hintergrun der Eltern bestimmt wird, als von der Begabung der Kinder.“ Derzeit werden im Lerncafé in der St. Pöltner Grillparzerstraße 22 Volksschulkinder – davon der überwiegende Teil mit Migrationshintergrund – von Caritas-Mitarbeitern und zusätzlichen Freiwilligen betreut. Im Herbst wird in der NÖ-Landeshauptstadt das Angebot für die Hauptschule und die Neue Mittelschule erweitert.

Bereits österreichweit 17 Caritas-Lerncafés

Kein Geld für Nachhilfestunden, niedriges Bildungsniveau, mangelnde Deutschkenntnisse etc.: Aus diesem Grund habe die Caritas außerschulische Lerncafés mit kostenloser Lernbetreuung ins Leben gerufen. Kinder aus armen und bildungsfernen Familien würden im Vergleich meist geringere Bildungserfolge als andere Kinder erzielen. Sie seien besonders gefährdet, die Schule frühzeitig abzubrechen oder negativ abzuschließen und hätten damit auch auf dem Arbeitsmarkt schlechte Karten, obwohl es nicht an den kognitiven Fähigkeiten liege, heißt es bei der Caritas der Diözese St. Pölten. Das erste Caritas-Lerncafé startete 2007 in Graz, mittlerweile gibt es österreichweit 17, in denen über 520 Schüler im Alter von 6 bis 15 Jahren betreut werden.

Die St. Pöltner Caritas habe gute Erfahrungen mit „Integration durch Bildung“: Unter diesem Motto wird bereits mit Unterstützung der Firma Mondi ein Lerncafé in einer Amstettner Hauptschule geführt.

Foto: Carits-Direktor Friedrich Schuhböck, Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz und Bildungslandesrat Karl Wilfing bei der Eröffnung des Caritas-Lerncafés in St. Pölten.