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Sozialminister Hundstorfer besuchte St. Pöltner Emmaus-Einrichtung

Sozialminister Rudolf Hundstorfer wies bei einem Besuch der Emmausgemeinschaft St. Pölten am Donnerstagvormittag auf einen Reformbedarf bei den Invaliditätspensionen hin und sieht dabei im Anwachsen der Anzahl psychischer Erkrankungen eine besondere Herausforderung. Im Falle einer Abschaffung der Wehrpflicht solle der Zivildienst durch eine neue Version des „Freiwilligen Sozialen Jahres“ ersetzt werden.
Im Zuge seines Besuches des Synergiezentrums Viehofen lobte der Sozialminister das Engagement der Emmausgemeinschaft: „Es ist wichtig für uns, dass es diese Einrichtungen gibt und dass sie gut funktionieren.“ Hundstorfer besichtigte die verschiedenen Einrichtungen wie Holz- und Kunstwerkstätte, Arbeitstherapie, das Jugendprojekt WorkOut und eine Wohngruppe.

Angesichts der aktuellen politischen Diskussion über eine Abschaffung der Wehrpflicht und einem damit zwangsweise verbundenen Wegfall des Zivildienstes meinte der Bundesminister, es bedürfe der Weiterentwicklung des Modells des Freiwilligen Sozialen Jahres, um den möglichen Entfall des Zivildienstes auszugleichen. Er habe die großen Sozialorganisationen bereits eingeladen, die Gespräche über einen Zivildienst-Ersatz wieder aufzunehmen. Die Emmausgemeinschaft St. Pölten verfügt derzeit über 27 genehmigte Zivildienst-Plätze.

Hundstorfer erklärte bei Emmaus seinen Entwurf zur Neuregelung der Invaliditätspension. Reformbedarf sieht der Minister vor allem bei den befristeten Invaliditätspensionen: „Wir haben derzeit 6.400 befristete Invaliditäts-Pensionsansprüche unter 50.“ Mit medizinischen und beruflichen Rehabilitationsmaßnahmen solle die Rückführung auf den Arbeitsmarkt künftig verstärkt unterstützt werden. Das Modell der Invaliditäts-Pension solle künftig in vier Varianten gegliedert werden: Erstens werde es weiterhin die unbefristete Zuerkennung geben. Variante zwei sieht eine intensive medizinische Rehabilitation zur Weiterentwicklung vor, Variante drei beinhaltet eine berufliche Rehabilitation im Sinne einer Neuorientierung, wenn eine Weiterarbeit im bisherigen Umfeld absolut nicht mehr möglich erscheint. Variante vier sieht eine berufliche Umorientierung in Folge einer erfolglosen medizinischen Rehabilitation vor.

Der Bundesminister sprach in diesem Zusammenhang die stark Ansteigende Zahl der zuerkannten Invaliditätspensionen aufgrund von psychischen Erkrankungen an, die das System zunehmend vor eine neue Herausforderung stelle. Roland Hammerschmid, Geschäftsführer-Stv. der Emmausgemeinschaft St. Pölten, bestätigte dies auch für den Bereich der Jugendeinrichtungen und betonte, wie wichtig in Sinne einer nachhaltigen Prävention der Ausbau professioneller Rehabilitationsplätze für Jugendliche sei.

Emmaus-Gemeinschaft St. Pölten

Bild 1 (Herzberger / Emmaus): ÖGB-Regionalsekretär Franz Redl, Emmaus Betriebsratsvorsitzender Peter Jenik, Emmaus-Geschäftsführer Karl Rottenschlager, der Abteilungsleiter der Beratungszone des AMS St. Pölten Thomas Schwarzinger, Andreas Kvarda, Leiter des Referats Arbeit bei Emmaus, Nati-onalratsabgeordneter Johann Hell, Bundesminister Rudolf Hundsdorfer, Emmaus Geschäfts-führer-Stv. Roland Hammerschmid und Emmaus-Gast und Transitarbeitskraft Karin Stöckl.

Bild 2 (Herzberger / Emmaus): BM Hundstorfer im Gespräch mit Emmaus-Mitarbeitern.