Erntekrone
Weinstöcke mit Trauben
Pilgergruppe im Herbst
 
 

Schallaburg: "Das goldene Byzanz und der Orient"

Mit der Ausstellung "Das Goldene Byzanz & der Orient" soll im Renaissanceschloss Schallaburg das Byzantinische Reich zu neuem Leben erweckt werden. Die Gestalter der vom 31. März bis 4. November 2012 dauernden Schau in Niederösterreich versprechen "eine atemberaubende Entdeckungsreise durch Geschichte und Kultur des Reiches", das auch für die Entstehung des modernen Europa eine bedeutende Rolle spielte. Seine Hauptstadt Konstantinopel war für etwa 800 Jahre das bedeutendste kulturelle, wirtschaftliche und religiöse Zentrum im östlichen Mittelmeerraum. Die Ausstellung spannt einen Bogen von der Neugründung Konstantinopels im Jahr 330 bis zur Eroberung der Stadt durch die Osmanen 1453. Im heutigen Istanbul regierten die byzantinischen Kaiser ein Imperium, das sich zeitweise von Italien bis Armenien, von der Donau bis nach Ägypten erstreckte.

Die Schau auf der Schallaburg entstand in Kooperation mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz und dem Institut für Byzanzforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Sie vermittelt den Besuchern byzantinische Kunst und Kultur, stellt Prachtbauten, Ikonenkunst und Luxusobjekte vor. Doch auch die Alltagswelten im Vielvölkerreich und die wechselseitigen Beziehungen zwischen dem Reich und seinen Nachbarn werden aufgezeigt. Dafür werden der Ausstellung 400 herausragende Objekte aus den Beständen bedeutender europäischer Museen wie dem Benaki-Museum in Athen, dem Archäologischen Institut mit Museum in Sofia oder dem Nationalmuseum in Budapest zur Verfügung gestellt. U. a. wird etwa der Goldschatz von Preslaw (ein archäologischer Fund aus dem heutigen Bulgarien) erstmals in Österreich zu sehen sein.

Auch religiös interessierte Besucher kommen auf ihre Kosten: Aufgrund zahlreicher Reliquien war Konstantinopel von jeher eine bedeutende Pilgerstätte. Die Hagia Sophia - 1453 zur Moschee islamisiert und heute ein Museum - ist ein beeindruckendes Zeugnis der christlichen Ausrichtung Konstantinopels. In Byzanz wurden immer wieder wichtige kirchliche Weichenstellungen unternommen, etwa bei den beiden Konzilien in Nicäa oder den drei in Konstantinopel selbst abgehaltenen. Das "Goldene Byzanz" war auch die Wiege des orthodoxen Christentums, das bis heute Ost- und Südosteuropa prägt.

"Byzantinisches Eröffnungswochenende"

Mit einem "byzantinischen Eröffnungswochenende" am 31. März und 1. April startet die Schallaburg einen bis Herbst dauernden Veranstaltungsreigen zur Ausstellung. Der originalgetreu nachgebauten byzantinischen Doppelorgel im großen Festsaal sollen "atmosphärische Töne" entlockt werden, Gäste können byzantinisches Kunsthandwerk wie Seidenspinnerei, Ikonen- und Buchmalerei aus nächster Nähe bewundern.

Kinder werden auf eine byzantinische Märchenreise eingeladen und können aus bunten Steinen ihr eigenes Mosaik-Kunstwerk fertigen. Kulinarische Highlights verspricht das Schlossrestaurant unter dem Motto "Byzanz trifft das Mostviertel". Die Schau wird am 30. März bei einer Pressekonferenz vorgestellt.
(KAP)

www.schallaburg.at