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„Romero-Preis“ an Priester und Missionar Martin Römer verliehen

St. Pölten, 24.11.2012 (dsp) Der Priester und Missionar Martin Römer aus der Diözese St. Pölten bekam den angesehenen „Romero-Preis“ von Diözesanbischof Klaus Küng und dem Obmann der Katholischen Männerbewegung Österreichs (KMBÖ) Leopold Wimmer im Rahmen eines Festaktes im Stadtsaal St. Pölten überreicht. In Anwesenheit des mexikanischen Botschafters Alejandro Diaz wurde der aus Groß Siegharts gebürtige Waldviertler für seinen jahrzehntelange Einsatz für die Ärmsten im Süden von Mexiko City geehrt. Römer betonte, er wolle den Preis „nicht nur für mich annehmen, sondern für alle die mich unterstützen und mir Rückhalt geben.“
„Wir haben zwar einen Mangel an Priestern“, sagte Bischof Küng, „es freut mich jedoch immer, wenn ein Priester den Entschluss fasst, als Missionar zu wirken.“ Als Martin Römer das letzte Mal seinen Einsatz in Mexiko verlängern wollte, habe er „sofort und gerne eingewilligt“. Der Priestermangel sei auch „sehr relativ“, wie Küng sagte: Römer betreue eine Pfarre mit etwa 20.000 Gläubigen, die größte Pfarre der Diözese St. Pölten zähle knapp 6.000 Katholiken. Es sei auch „von Anfang an“ eine christliche Tugend zu teilen, „nicht nur Geld, sondern auch Menschen“, wie Küng betonte: „Teilen ist nicht mehr als recht.“

„Wir sind stolz auf einen Niederösterreicher, der in die Welt hinausgeht, um sie zu verbessern“, sagte der NÖ Landtagsabgeordnete Franz Grandl in Vertretung von Landeshauptmann Pröll. Ein Einzelner könne zwar die Welt nicht retten, aber dazu beitragen, dass sie gerechter werde. „Er tut, was nottut“, wie Diakon Peter Zidar, ein enger Freund und Unterstützer Martin Römers sagte.

Es sei schwer gewesen, den Preisträger auszuwählen, so KMBÖ-Vorsitzender Wimmer, da es immer zahlreiche Personen gebe, die würdig sind. „Solange es Menschen gibt, die Liebe brauchen, ist es uns wichtig, Hilfe zu geben.“ Täglich würden tausende Menschen an Hunger sterben; solange dieser „Skandal“ bestehe, müssten sowohl Hilfe als auch Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden. In diesem Zusammenhang kritisierte Wimmer die verantwortlichen Politiker, dass Österreich noch immer nicht seinen internationalen Verpflichtungen zur Entwicklungszusammenarbeit nachkomme: Der „bescheidene“ Prozentsatz von 0,3% des BIP müsse endlich auf die vertraglich vereinbarten 0,7% angehoben werden. Wimmer: „Unsummen werden zur Rettung von Banken und Vermögen ausgegeben; gleichzeitig wird gesagt, dass für Entwicklungszusammenarbeit kein Geld da ist.“

Aufbau der Caritas in der bevölkerungsreichsten Diözese der Welt

Martin Römer wurde 1993 in St. Pölten zum Priester geweiht. Im selben Jahr besuchte er den mexikanischen Jesuiten Roberto Guevara, der für Menschen, die auf Müllhalden leben, sorgt. Ein Unfall während einer Bergtour am Popocatepetl in 5.300 Meter Höhe ließ in ihm den Entschluss reifen, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. „Mir wurde bewusst, dass mein Platz dort war – bei den Armen in Mexiko City“, schilderte Römer.

1995 übernahm er die Pfarre San Martin de Porres in Chimalhuacan und arbeitete mit Pater Guevara zusammen. Nach mehreren Jahren Seelsorge in Mexiko kehrte er in die Diözese St. Pölten zurück. Seit 2003 ist Römer ständig in Mexiko im Einsatz, um „den Vergessenen der Gesellschaft zu helfen“. Er gründete die Emmaus-Gemeinschaft in Mexiko City, die Behinderte und Greise unterstützt. 2004 erwarb die Gemeinschaft für deren Betreuung ein Haus in der Pfarre San Miguel Topilejo. Sein aktuelles Projekt ist der Aufbau der Caritas im „Vikariat Süden/8“ von Mexiko City – mit neun Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Diözese der Welt.

Der an den salvadorianischen Märtyrerbischof Oscar Romero erinnernde „Romero-Preis“ wird seit 1980 von der Katholischen Männerbewegung an Personen vergeben, die sich in besonderer Weise für Gerechtigkeit und Menschenrechte einsetzen. Der "Romero-Preis" ist Österreichs wichtigste Auszeichnung für herausragende Leistungen für Gerechtigkeit und Entwicklung in den Ländern des „Südens“. Unter den Preisträgern finden sich Persönlichkeiten wie Bischof Erwin Kräutler und Waris Dirie. Zwei weitere Priester aus der Diözese St. Pölten haben bereits den „Romero-Preis“ erhalten, die Missionare Helmut Buchegger (1984) und Josef Pichler (2002), die auch der Ehrung Martin Römers beiwohnten.

Fotos:
1 – Helmut Buchegger, Preisträger 1984; LA Franz Grandl; Weihbischof Anton Leichtfried; Leopold Wimmer, Vorsitzender KMBÖ; Martin Römer; Diözesanbischof Klaus Küng; Josef Pichler, Preisträger 2002.
2 – Martin Römer und Diözesanbischof Klaus Küng
3 – Statue von Erzbischof Romero vor dem Bild von Martin Römer