Jahrbuch 2018 - Jugend in der Kirche
Pilgergruppe im Herbst
Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

„Lange Nacht der Kirchen“ am 1. Juni

Am 1. Juni findet in ganz Österreich die „Lange Nacht der Kirchen“ als ökumenische Initiative statt. Im Bereich der Diözese St. Pölten bzw. in West-Niederösterreich zeigen über 50 Kirchen von 17 Uhr abends bis nach Mitternacht ein buntes und weithin auch ungewohntes Bild. Die Kirchen öffnen in dieser fünften „Langen Nacht“ ihre verborgenen Schätze, seien es Führungen auf die Höhen der Türme oder in die Gewölbe der Grüfte, seien es die brausenden Klänge der Orgel oder die die hellen Stimmen der Chöre. Gebete, Lesungen, Meditationen, Informationen, Vorträge und Begegnungen runden die Vielfalt der Angebote ab. Im vergangenen Jahr wurden für die einzelnen Programmpunkte insgesamt etwa 20.000 Teilnehmer gezählt.
"In einer Zeit von vielen Ängsten und Unsicherheiten ausgerechnet in die Dunkelheit zu gehen, ist ein gewagter Schritt“, schreiben Diözesanbischof Klaus Küng und Superintendent Paul Weiland im Vorwort zum diesjährigen Programmheft. Unter dem Motto "Wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis" lade die „Lange Nacht der Kirchen“ aber genau dazu ein. „So wie wir als Christen eingeladen sind, in dieser Welt Zeugnis von unserer Hoffnung abzulegen, so dürfen wir in die Dunkelheit der Langen Nacht der Kirchen gehen und dort die Gemeinschaft der Gläubigen, die überraschende Begegnung mit Fremden erleben; vor allem aber die tröstende, bergende Gegenwart Gottes erfahren, auch und gerade in der Dunkelheit.“

„Konzilskirche“ und „Frauenkirche“ in St. Pölten

Die Veranstaltung heißt zwar „Lange Nacht“, ist aber für Besucher keinesfalls lang – wie lang-wierig, lang-atmig oder lang-weilig. Vielmehr kann es bei einem Angebot von etwa 240 Programmpunkten in den Kirchen der Diözese sehr kurz-weilig werden. Die Nacht beginnt an den verschiedenen Veranstaltungsorten mit vollem Glockengeläut. In St. Pölten lädt der Dom zum Auftakt um 18.00 Uhr zu einem ökumenischen Gottesdienst, bei dem sich verschiedene christliche Konfessionen zusammenfinden, um gemeinsam zu beten und zu feiern.

Die Millenniumskirche in Stattersdorf-Harland ist die „Konzilskirche“ der „Langen Nacht“ in St. Pölten: Anlässlich des bevorstehenden 50-Jahr-Jubiläums der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils bietet auch die moderne, im Jahr 2000 geweihte Pfarrkirche drei Konzils-Schwerpunkte: Um 19.00 gibt es eine spezielle Kirchenführung, bei der die Umsetzung der Ideen und Erneuerungen des Konzils in Glas, Beton und Holz erläutert werden. Um 21.15 Uhr Zeigt eine Präsentation historische Filmeinspielungen vom Konzil. Im Anschluss steht ein Gespräch mit Zeitzeuge Prälat Burkhard Ellegast, Altabt vom Stift Melk, auf dem Programm.

Als „Frauenkirche“ präsentiert sich um 18.30 Uhr die St. Pöltner Pfarre St. Johannes-Kapistran. Unter dem Motto „Lydia – purpurrot wie das Leben selbst“ folgt die Katholische Frauenbewegung in einer besonderen Frauenliturgie den Spuren der „ersten Christin Europas“ – der Purpur-Händlerin Lydia von Philippi, die den Apostel Paulus aufnahm und zwei Mal in der Apostelgeschichte erwähnt wird.

Nachtwanderungen im Mostviertel

Im Mostviertel gibt es zwei nächtliche Wanderungen als Höhepunkte: Nach der Abendmesse (19.00 Uhr) in der Pfarrkirche von Purgstall ist um 19.45 am Kirchenplatz der Treffpunkt für eine Wanderung (45 min) zur Martinskapelle in Unterberg auf dem Wallfahrtsweg nach Mariazell. Nach einem Ausflug in die Geschichte des „Mertenkirchleins“ gibt es eine Andacht mit Agape.

Die Pfarren Frankenfels und Schwarzenbach im Pielachtal laden zu einer Kapellenwanderung mit Fackeln ein. Treff- und Ausgangspunkt ist um 21 Uhr die Bernhardkapelle in Frankenfels. Auf dem Weg von einer Kapelle zu nächsten (Gesamtstrecke 6 km) wird geplaudert, geschwiegen, gebetet und gesungen – mit dem Hauptschulchor, dem Kirchenchor, dem Männerquartett Frankenfels, dem Zweitäler-Dreigesang und dem Gesangsverein Schwarzenbach.

Im Bildungszentrum St. Benedikt in Seitenstetten betrachtet um 20 Uhr der Spielmann Walter Nimmerfall die Liebe mit geistlichen und weltlichen Liedern: Mit dem biblischen Titel „Am größten ist aber die Liebe“ singt der Musikpädagoge über die Liebe von Gott zu den Menschen, von den Menschen zu Gott mit Liedern von Reinhard Mey über Hannes Wader bis hin zum „Gotteslob“.

Tanz, Musical und Apokalypse im Waldviertel

„Getanztes Gotteslob“ mit einer Tanzgruppe unter der Leitung von Veronika Wartmann zeigt die Pfarre Krems-St. Veit um 20 Uhr. Sakraler Tanz versteht sich als sichtbares und erlebbares „Ganzkörpergebet“. Für bewegungsfreudige Besucher wird es auch die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Tanz geben.

Das Kindermusical „Das Vier-Farben-Land“ nach dem Buch von Gina Ruck-Pauquèt präsentieren Kinder der Volksschule Persenbeug um 18.00 Uhr in der Pfarrkirche. Das Stück wirbt für Toleranz und Verständigung. Da Kinder keine Berührungsängste kennen, sind sie vielleicht die besten Botschafter für das christliche Anliegen, Vorurteile und Ausgrenzungen zu überwinden. Um 21.45 führt eine Fackelwanderung von Persenbeug zur „Mutterpfarrkirche“ nach Gottsdorf, wo die Teilnehmer ein Lichterweg in der Kirche und ein Lichterlabyrinth im Freien erwarten.

Eine „Apokalyptische Kirchenführung“ bietet das Stift Altenburg um 20.30 Uhr. Im Fresko der großen Hauptkuppel der Stiftskirche hat der Maler Paul Troger das 12. Kapitel der Apokalypse, der Geheimen Offenbarung des Johannes dargestellt. Aus Anlass des 250. Todestages des Künstlers steht dieses Motiv im Mittelpunkt der musikalischen, theologischen und kunsthistorischen Betrachtungen.

Das komplette Programm: www.langenachtderkirchen.at