Erntekrone
Weinstöcke mit Trauben
Pilgergruppe im Herbst
 
 

„Komm und ErLebe“-Fest: Bemühen der Religionen um mehr Miteinander

Zahlreiche Religionsgemeinschaften und Kulturvereine waren kürzlich beim „Komm und ErLebe“-Fest in St. Pölten präsent. Ziel sei es, so die Initiatoren, eine Vernetzung und Kooperation zwischen den unterschiedlichen Religionen und Kulturen in der Region zu erreichen und zu einem bessere Verständnis von Menschen unterschiedlicher Herkunft beizutragen. Von katholischer Seite nahmen Pfarrer Sabinus Iweadighi, Betriebsseelsorger Sepp Gruber und Magdalena Ganster von der Katholischen Jugend teil.
Inhaltlicher Höhepunkt war die interreligiöse Diskussion zum Thema „Sind die Religionen förderlich oder hinderlich für die Integration?“ Fast einhellig sahen es die Diskutanten als Aufgabe der Religionen an, einen positiven Beitrag zur Integration in die jeweilige Kultur zu leisten. Die Diskutanten betonten, dass Integration nicht ein bloßes Nebeneinander sein dürfe, aber auch keine Assimilation. Wichtig sei das gegenseitige Einladen zu den eigenen Festen und das Öffnen Räumen. Als einen kritischen Punkten sah das Publikum die Frage der Frauen, die in der Praxis weit von der offiziellen Gleichstellung entfernt sind. Die Goldene Regel „was du nicht willst, das man dir tut, das füg' auch keinem anderen zu“ wurde einhellig als essentiell angesehen. Zentral sei, dass sich die Vertreter der Religionen regelmäßig zusammensetzen und austauschen, selbiges wünsche man sich auch bei den „einfachen“ Gläubigen.

Bei internationalem Essen, Kinderprogramm und Folklore aus allen Kulturkreisen lernten sich die verschiedenen Gruppen besser kennen. So tanzten Kinder und Jugendliche des sunnitischen Osman Pasha Vereines in Wagram eindrucksvoll einen religiösen Dervischtanz, brachten Serben, Kosovaren, Roma, Tschetschenen, Ungarn und Aleviten ihre Folklore zur Darbietung; es wurde aber auch gemeinsam getanzt im türkischen Reigentanz genauso wie in einer österreichischen Quadrille. An der Veranstaltung, die von der alevitischen Jugend maßgeblich vorbereitet wurde, nahmen auch Landesrat Karl Wilfing, der St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler und der tunesische Botschafter Mohammed Samir Koubaa teil.