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Interview zum Stupa in Gföhl in "Kirche bunt"

Herr Bischof, in wenigen Tagen wird in Gföhl über den Stupabau abgestimmt. Wie haben Sie die Entwicklungen wahrgenommen? Sie haben sich ja auch im Kurier zum Thema gemeldet.

Seit mir bekanntgeworden ist, dass der Plan besteht, in Gföhl einen Stupa zu errichten, habe ich mit Anteilnahme und Sorge die Diskussionen verfolgt, die zu diesem Thema entstanden sind. Ich habe mich im Kurier gemeldet, weil ich damals den Eindruck hatte, dass es in der Kommunikation dieser Angelegenheit an Klarheit und Transparenz fehlte.

Und das ist jetzt anders geworden?

Ich denke, es dürfte allen Befürwortern wie Gegnern mittlerweile klar sein, dass es sich nicht um ein reines Friedensdenkmal, sondern um einen Tempel mit angebautem Kloster handelt. Und die Frage, warum in einer an Buddhisten nicht gerade reichen Gegend der größte Stupa Europas gebaut werden soll, bewegt doch die meisten Diskussionsteilnehmer.

Aber was kann man gegen einen Stupa-Bau haben? Lehrt nicht das II. Vatikanische Konzil einen respektvollen Umgang mit anderen Religionen?

Das stimmt zunächst, das II. Vatikanische Konzil hat gelehrt, in allen Religionen das zu respektieren, was in ihnen an Wahrem enthalten ist. Um den Buddhismus muss man sich da meines Erachtens sowieso „wenig Sorgen machen“, alleine schon, weil seine Meditationsformen bei uns ja überall geschätzt werden. Etwas traurig werde ich nebenbei, weil ich den Eindruck gewinne, dass viele Christen die Meditationsschätze unseres eigenen Glaubens nicht kennen und nützen.

Was mich bei der ganzen Sache vor allem stört, ist, dass eines der Hauptargumente die Hoffnung auf Tourismusbelebung ist. Ein sehr stark materieller Schwerpunkt, wie mir scheint. Und wer weiß, ob sich wegen des Stupa tatsächlich ein großes Fremdenverkehrsaufkommen entwickeln wird.

Also sind Sie gegen den Bau?

Wenn ich gefragt worden wäre, ich hätte den Bau eines Stupa in Gföhl sicher nicht befürwortet, nicht weil ich gegen den Buddhismus bin – ich respektiere jeden anders Denkenden, auch wenn ich nicht seiner Meinung bin –, sondern weil mir der Bau nicht gut begründet scheint.

Aber falls der Stupa errichtet wird, werden wir Christen uns bemühen, unseren christlichen Glauben entsprechend zu leben und gerade deshalb ein gutes Miteinander zu pflegen. Ich sehe die Angelegenheit vor allem als eine ernste Anfrage an mich und uns als Christen: wie steht es um unseren eigenen Glauben? Haben wir vergessen, dass jede unserer Kirchen ein Friedensdenkmal ist, weil Christus, „Frieden gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut“ (Kol 1,20)?