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Großer Festakt eröffnete 900-Jahr-Jubiläum von Stift Herzogenburg

Das Augustiner-Chorherrenstift Herzogenburg startete mit einem Festakt und der Eröffnung einer Ausstellung das 900-Jahr-Jubiläum. Weiterer Grund zur Freude: Die umfangreiche, seit 2000 laufende Generalsanierung konnte weitgehend abgeschlossen werden. Außerdem präsentierte die Post eine Sonderbriefmarke, die eine Auflage von 250.000 Stück hat. Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen würdigte das Stift, in dem durchgehend Augustiner wirkten: „Hier wurde Heilsgeschichte geschenkt!“
Unter den zahlreichen Mitfeiernden waren viele Vertreter aus Kirche und Politik: Neben Nuntius Zurbriggen feierten zwei Bischöfe aus Rumänien und rund 20 Äbte oder Pröpste den Gottesdienst mit, darunter auch der Abtprimas der Augustiner-Chorherren, Bernhard Backovsky. Vom Land Niederösterreich nahmen Landeshauptmann Erwin Pröll, der frühere Landeshauptmann von NÖ, Siegfried Ludwig, und Landesrätin Barbara Schwarz teil.

Nuntius Zurbriggen betonte, dass das Stift eine „geistliche Oase“ sei. Es zeige der Welt das Entscheidende, nämlich Gott als letzten Grund. Der Erzbischof verwies auch auf zwei weitere Jubiläen: Vor 50 Jahren wurde das Zweite Vatikanische Konzil eröffnet und vor 20 Jahren der Katechismus der katholischen Kirche approbiert. Dieser sei eine „Hilfe, den Glauben besser verstehen zu lernen und den Glauben begründen zu können“. Die lange Geschichte des Stifts sei auch eine Verpflichtung, den Glauben weiterzugeben. Zurbriggen überbrachte Grüße von Papst Benedikt XVI., der „das Land Österreich und seine Menschen liebt“.

Propst Fürnsinn: Grund zum Danken

Laut Herzogenburgs Propst Maximilian Fürnsinn gebe es „Grund zum Jubeln und Danken“. Er dankte insbesondere Landeshauptmann Erwin Pröll, der „das Projekt der Renovierung zur persönlichen Sache“ gemacht habe. Die Kosten von rund 10 Millionen Euro wurden ua. vom Bund, Land, Stadt, Sponsoren, vielen Einzelspendern und einer ganzen Reihe von Initiativen aufgebracht. Insgesamt wurden pro Jahr rund 70 Beschäftigte über mehrere Monate eingesetzt, das sei „ein beachtlicher Beschäftigungsimpuls für die Region“. Mit dem Jubiläumsjahr wolle der Konvent „den Weg in die Zukunft entschlossen und gestärkt gehen“. Die Ausstellung "Zeitzeuge der Ewigkeit - 900 Jahre Stift Herzogenburg" sehe er als „tiefe spirituelle und theologische Auseinandersetzung mit Zeit und Ewigkeit“. Es sei kein nostalgisches Zurückschauen, sondern ein Blick nach vorn.

LH Pröll: Stift prägte das Land

Landeshauptmann Pröll, der das Kuratorium für die Aufbringung der finanziellen Mittel für die Renovierung selbst leitete, sagte in seiner Festansprache, der Jubiläumsakt sei „ein großer Festtag für Niederösterreich“. Pröll: „Das Stift Herzogenburg hat über viele Jahrhunderte die Geschichte unseres Heimatlandes geprägt, und das Stift Herzogenburg prägt bis heute auch das Gesicht unseres Heimatlandes.“ Viele Menschen seien heute wegen der modernen Kommunikationsmittel und der Technik überfordert und hätten das Gefühl, dass alles unberechenbar sei. Daher wären Orte wichtig, die Orientierung und Verwurzelung in der Heimat bieten und wo Menschen „Gott spüren“ können. Denn Oberflächlichkeit, Egoismus und Gleichgültig seien keine guten Materialien für die Zukunft. Die Menschen bräuchten Oasen wie dieses Stift zum Kraftschöpfen und für die Lebenssinn-Frage.

Herzogenburg stifte Identität und sei ein gutes Beispiel für den Umgang mit dem Erbe. Daraus leite sich aber auch Verantwortung und Verpflichtung ab. Pröll hob die besondere Bedeutung des Augustiner-Stifts als Glaubenszentrum, sowie als Pilger- und Touristenmagnet hervor.

Der Bürgermeister von Herzogenburg, Franz Zwicker, meinte, es sei für seine Stadt „eine besondere Auszeichnung, ein derartiges Juwel zu haben“ - auch wenn die Renovierung viel Geld und Kraft gekostet habe. Das Stift sei für das Zusammenwachsen der Stadt sehr wichtig gewesen. Zwicker bekräftige die gute Gesprächsbasis zwischen dem Konvent und der Gemeinde.

Die Jubiläumsausstellung

Höhepunkte der Ausstellung sind - neben den wertvollen spätgotischen Tafelbildern der Aggsbacher Altäre - der neu renovierte Festsaal und die Bibliothek, in der aus jedem der neun Jahrhunderte besondere Bücher präsentiert werden. Wichtig sei ihm dabei, dass das aktuelle 900-Jahr-Jubiläum "nicht so sehr als ein nur historisches Ereignis verstanden wird, sondern als Feier des immer neuen Anfangs, den Gott mit uns unternimmt", betonte Propst Fürnsinn.

Ein Besuch der Ausstellung "Zeitzeuge der Ewigkeit" ist bis 28. Oktober im Rahmen einer Führung möglich. Führungen finden täglich um 9.30, 11, 13.30 und 15 Uhr statt und dauern rund 75 Minuten.

Das Jubiläumsjahr weist zahlreiche weitere Höhepunkte auf, so etwa verschiedene Konzerte und monatliche Gesprächsrunden mit prominenter Besetzung. Am Mittwoch, 2. Mai, können die Herzogenburger Chorherren Bundespräsident Heinz Fischer zur ersten dieser Gesprächsrunden begrüßen. Fischer wird zuvo am Chorgebet der Ordensmänner teilnehmen. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Augustinussaal. Weitere Gäste in den folgenden Monaten sind u. a. Staatsopern-Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst und der Präsident des Österreichischen Fußballbundes, Leo Windtner.

Kinderfestspiele heuer auch in Bethlehem

Abgeschlossen wird das Jubiläumsjahr mit einem Festgottesdienst am 28. Oktober in der Stiftskirche mit dem St. Pöltener Bischof Klaus Küng. Zuvor, am 18. Oktober, dem eigentlichen Gründungstag des Stifts, steht eine Wallfahrt nach Passau - "zu den Wurzeln" - auf dem Programm. Heuer gibt es neben den traditionellen heimischen "Kindersommerspielen" (24. bis 26. August und 31. August bis 2. September) auch das "Children's Festival" vom 22. bis 24. Juni in Bethlehem.

Stift Herzogenburg

Foto 1: Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, Landeshauptmann Erwin Pröll, Landesrätin Barbara Schwarz, Propst Maximilian Fürnsinn.
Foto 2: Nuntius Stephan Zurbriggen.
Foto 3: 1 Erzbischof, 2 weitere Bischöfe, 20 Äbte und Pröpste, zahlreiche Priester und Ordensleute und noch mehr Freunde des Stifts feierten mit.
Foto 4: Nuntius Zurbriggen beim Auszug aus der vollen Stiftskirche.
Foto 5: Propst Maximilian Fürnsinn erläutert Landeshauptmann-Gattin Elisabeth Pröll, Bürgermeister Franz Zwicker, Landeshauptmann Erwin Pröll, Landesrätin Barbara Schwarz.