Sommerkampagne 2016
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"Gast im Kloster": Broschüre informiert über Vielfalt bei Orden

Rechtzeitig vor Beginn der Urlaubszeit haben "Klösterreich" als Vereinigung von 22 Stiften im In- und Ausland und das Canisiuswerk als österreichisches Zentrum für geistliche Berufe eine neue "Gast im Kloster"-Broschüre präsentiert. Mehr als 45 Klöster und Einrichtungen von Ordensgemeinschaften in Österreich sowie im Umland geben darin einen Überblick über ihr Angebot.
Gastfreundschaft sei schon immer ein hoher Wert in den Ordensgemeinschaften gewesen, betonten die Vertreter bei einer Pressekonferenz im Wiener "Quo Vadis", dem neuen Begegnungszentrum der Orden und des Canisiuswerks. So habe bereits der heilige Benedikt vor rund 1.500 Jahren betont: "Jeder Gast soll wie Christus aufgenommen werden."

Der Altenburger Abt und "Klösterreich"-Präsident Christian Haidinger hob den Mehrwert eines "Urlaubs" im Kloster hervor: Klöster seien mehr als ein reiner "Beherbergungsbetrieb mit günstigen Zimmerpreisen", so Haidinger. Es mache einen Unterschied, wenn Ordensmitglieder Menschen "sehr bewusst als Gäste aufnehmen wollen".
Anstatt "reiner Wellnessangebote" gehe es um ein "Mehr an Spiritualität", sagte auch Generalsekretär Kurt Schmidl vom Canisiuswerk. Dieses Bedürfnis der Menschen sei in den vergangenen Jahren gewachsen. Bei den Ordensgemeinschaften könne man "mitleben und in den Klosteralltag hineinschnuppern"; persönliche Gespräche spielten eine große Rolle.
Die Vertreter verwiesen auf die vielfältigen Angebote in den Gemeinschaften, die von Fastenkursen und Exerzitien über "Tage der Stille" bis hin zu Adventveranstaltungen reichen.

Die Gäste kämen aus allen Gesellschaftsschichten und reichten von Familien, die verlängerte Wochenenden für Kurzaufenthalte nutzten, von Kindergruppen verschiedener Einrichtungen und die in Klöstern untergebracht seien bis hin zu Firmen, die ihre Klausuren bei Ordensmenschen abhielten, so Haidinger. "Ein Chef hat mir einmal erzählt, seit sie sich nicht mehr im Fünf-Sterne-Hotel träfen, sondern im Kloster, hätte sich viel an der Gesprächskultur untereinander geändert."
Auch P. Alfred Eichmann vom steirischen Stift St. Lambrecht, wo es das Begegnungszentrum "Schule des Daseins" gibt, berichtete von der Sehnsucht der Menschen nach einem "Mehr als Arbeit und Gehetztsein im Leben". So habe einmal ein Gast seinen Aufenthalt im Kloster ohne Handy und Internet als "Entziehungskur" bezeichnet und ihn dennoch als sehr positiv erlebt.
Diese Öffnung der Klöster für alle Menschen bezeichnete Sr. Cordis Feuerstein, Generalsekretärin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, als "einen Weg heute, Menschen anzusprechen und sie kennenzulernen".

Preis für Menschen an "Schnittstellen"

P. Erhard Rauch, Generalsekretär der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs, kündigte bei der Pressekonferenz auch einen mit 10.000 Euro dotierten Preis der heimischen Orden an, der im November erstmals verliehen wird. Damit sollen Menschen aus Ordensgemeinschaften und der Zivilgesellschaft ausgezeichnet werden, die "an der Schnittstelle zwischen Kirche und Welt Innovatives aus den Bereichen Soziales Kunst, Medien oder Wissenschaft leisten".
Damit solle aufgezeigt werden, dass "Orden nicht im luftleeren Raum leben, sondern in einer konkreten Zeit und einer konkreten Gesellschaft. Wechselwirkungen sind hier erwünscht", so P. Rauch. "Ordensmenschen sind keine Exoten, sondern das Salz der Erde."

In Österreich gibt es 85 Männer- und 120 Frauenorden, die in vielen Bereichen ordensübergreifend zusammenarbeiten.

(KAP/dsp)

www.kloesterreich.at
www.gastimkloster.at