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Diözesanpriester Martin Römer bekommt Romero-Preis 2012

St. Pölten, 25.09.12 (dsp) Martin Römer wird von der Katholischen Männerbewegung Österreichs (KMBÖ) für sein unermüdliches Engagement mit dem diesjährigen Romero-Preis ausgezeichnet. Seit 1995 ist Römer in der Erzdiözese Mexiko-City im Einsatz. Der aus Groß Siegharts stammende Weltpriester der Diözese St. Pölten hat dabei schon mehrere Projekte für Menschen am Rand der Gesellschaft verwirklicht.
Mit einem vollen Kofferraum voll mit Medizin und Lebensmitteln fährt Martin Römer durch die größte Stadt der Welt. Am Rande der Stadt kommen täglich Tausende Menschen aus dem Inland, um einen Job zu suchen. Viele haben keine Familie oder ein soziales Netzwerk und werden, wenn sie alt sind, einfach auf der Straße gelassen, weil sie keine Sozialversicherung oder Geld haben.

„Da kommen wir ins Spiel“, erzählt Martin Römer. „In San Miguel Topilejo, einem Ort an den südlichen Berghängen der Stadt Mexiko, beherbergen wir Behinderte ab 15 Jahren und alte Leute, die keine Familienangehörigen haben oder von diesen verlassen wurden. Außer ein Dach über dem Kopf erhalten unsere Gäste eine regelmäßige Verpflegung, medizinische und psychologische Betreuung. Ganz wichtig sind aber die Freizeitgestaltung und Gemeinschaft in einem familiären Umfeld und die seelsorgliche Begleitung darf nicht zu kurz kommen“, so Martin Römer.

Vom Unfall zur Seelsorge in Mexiko

Anfang der 1990er Jahre machte sich Martin Römer auf dem Weg nach Mexiko. Über sein Studium in Spanien wurde er auf die Arbeit des Jesuitenpaters Roberto Guevara aufmerksam. Nach dem ersten Jahr als Neupriester 1992 flog er nach Mexiko City. Dort sah er zum ersten Mal die Armut am Rande der größten Stadt der Welt. P. Guevara arbeitete mit Menschen, die in den Müllhalden lebten. In den letzten Tagen des Besuches wollte der junge Priester Römer eine Bergtour machen. Nach einem Höhenkoller am Popocatepetl in 5300 Meter Höhe rutschte er auf einem Schneefeld 500 Meter ab und blieb bewusstlos liegen. „Die Zeit im Krankenhaus und danach in Österreich war eine tieferschütternde Zeit für mich. Es war als ob Gott, so wie den Paulus, vom Pferd warf. Ich dachte an die Menschen und deren Arbeitsstätte: die Müllhalde.“ Zutiefst erschüttert von ihren Lebensbedingungen überlegte er Wege und Möglichkeiten, das Leben dieser Menschen zu verbessern. „Mir war es bewusst, dass mein Platz dort war, bei den Armen in Mexiko City“, so Martin Römer.

Emmaus-Gemeinschaft

1995 entschloss sich der wieder genesene Priester Römer, für längere Zeit nach Mexiko zu gehen und mit Pater Roberto zusammen zu arbeiten. Er übernahm die Pfarre San Martin de Porres in Chimalhuacán. Nach sieben Jahren Seelsorge in Mexiko kehrt er für kurze Zeit nach Österreich in die Pfarre Langschlag. Im Jahr 2003 hatte Römer seinen Entschluss gefasst und ging zurück nach Mexiko mit dem Ziel den Vergessenen in der Gesellschaft zu helfen.

Er gründete die Emmaus-Gemeinschaft in Mexiko City, die hilflosen Behinderten und Greisen ohne Familien unterstützt. 2004 erwarb die Gemeinschaft ein vierstöckiges Haus in der Pfarre San Miguel Topilejo, wo das Behinderten- und Seniorenheim jenen Menschen hilft, die die Gesellschaft längst vergessen hat. Sein nächstes Projekt ist der Aufbau der Caritas im „Vikariat Süd“ von Mexiko City – mit neun Millionen Einwohnern die einwohnermäßig größte Diözese der Welt.

Für sein Engagement und wichtige Arbeit in Mexiko bekommt Martin Römer den Romero-Preis der Katholischen Männerbewegung am 23. November 2012 im St. Pöltner Stadtsaal.

Der Romero-Preis

Der Romero-Preis wird seit 1980 von der KMBÖ an Personen vergeben, die sich in besonderer Weise für Gerechtigkeit und Menschenrechte einsetzen. Er ist Österreichs wichtigste Auszeichnung für herausragende Leistungen für Gerechtigkeit und Entwicklung in Afrika und Lateinamerika.

Festakt am 23. November

Freitag, 23. November 2012
Stadtsaal in St. Pölten
19:00 Uhr Festakt mit Preisverleihung
Musik: Mariachi "Sol Latino" , "5er Brass" - der MK Langau / anschließend kleines Buffet
Moderation: Christoph Riedl (ORF)

Kartenreservierung (19 Euro,--)
Telefon: 02742/324-3376
E-Mail: Katholische Männerbewegung der Diözese St. Pölten
Weitere Informationen und Kartenreservierung:
Seisofrei der Katholischen Männerbewegung oder Katholische Männerbewegung

Bild 1 (Bernhard Herzberger): Martin Römer
Bild 2 (KMBÖ): Martin Römer, im Einsatz für die Menschen in Mexiko City.
Bild 3 (KMBÖ): Seit 1992 wirkt der Priester der Diözese St. Pölten in der größten Stadt der Welt.
Bild 4 (Bernhard Herzberger): Martin Römer feiert mit der Emmaus-Gemeinschaft Gottesdienst in St. Pölten.