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"Das große Zittern": Stift Altenburg zeigt "Goldenen Ofen"

Angesichts der herrschenden Kälte in Österreich sind Plätze neben Heizkörpern und Öfen derzeit heiß begehrt. Einer der ältesten erhaltenen Kachelöfen Österreichs befindet sich im Stift Altenburg: Der "Goldene Ofen" entstand wahrscheinlich in der Zeit zwischen 1480 und 1510 und war eingebunden in eine Art "Fußbodenheizung". Derzeit heizt er zwar nicht, als Schaustück ist der alte "Heizkörper" heuer aber Teil der Dauerausstellung im mittelalterlichen "Kloster unter dem Kloster" und erinnert dabei an noch viel kältere Jahre hinter den dicken Klostermauern.
Der "Goldene Ofen" wurde 1995 bei archäologischen Ausgrabungen im Bereich einer ehemaligen Luftheizungsanlage des Stiftes Altenburg gefunden - genauer gesagt waren es 86 gut erhaltene, einzelne Kacheln, die vor vielen Jahren "sorgfältig abgebaut und gelagert" worden waren, erklärte die Kultur- und Tourismusverantwortliche des Benediktinerstiftes, Sabine Laz, im "Kathpress"-Gespräch.

"Nach eingehender Untersuchung und Restaurierung konnte daraus im Jahr 2000 ein gotischer Turmofen rekonstruiert werden, eben der 'Goldene Ofen des Stiftes Altenburg'", so Laz. Seinen Namen hat der Ofen wegen eines dichten Überzugs aus Goldglimmer, der dafür sorgt, dass die Kacheln in einem besonderen Glanz schimmern.

62 Kacheln sind laut Laz mit Reliefs ausgestaltet. "Die dargestellten Motive lassen sich in vier Gruppen unterteilen: geistliche und weltliche Themen, Wappen und Ornamente." Im Mittelpunkt befinde sich die Hauptkachel mit der "Stehenden Madonna": "Sie thront über den Goldglimmer-Kacheln des Oberbaus und bildet den Mittelpunkt der himmlischen Sphäre", erklärte die Kulturverantwortliche. Die grauen und silberfarbenen Kacheln des sogenannten Unterbaus hingegen verkörperten "die weltliche Sphäre".

In geheizten Räumen "auszuhalten"

"Entstanden ist der 'Goldene Ofen' wahrscheinlich in der Zeit zwischen 1480 und 1510 - der Zeitraum lässt sich aufgrund der dargestellten Motive und der Bauart der Kacheln eingrenzen", erklärte Laz der "Kathpress". Jedenfalls stammt der alte "Heizkörper" aus einer Zeit, in der auch bei klirrender Kälte nur wenige Zimmer geheizt wurden, "etwa die Küche, das Zimmer des Abtes, Refektorium oder Skriptorium".

Was das für die Ordensleute damals bedeutete? "In den Räumen, in denen geheizt wurde, dürfte es hinter den kalten Klostermauern wohl gerade einmal auszuhalten gewesen sein", meinte Laz. Theoretisch könnte der alte "Heizkörper" mit einiger Umrüstung noch heute als Wärmespender fungieren: "Aber das wollen wir natürlich nicht riskieren. So hat man länger etwas davon", meinte Laz.

Der Ofen wurde seinerzeit von einem Nebenraum aus befüllt und war eingebunden in ein Luftheizungssystem. Das sei zur damaligen Zeit "nichts Selbstverständliches" gewesen - auch wenn das System einer "Fußbodenheizung" bereits viel früher, etwa bei den Römern, verwendet worden sei, so Laz.

Der "Goldene Ofen" ist vom 1. Mai bis 26. Oktober im Rahmen der Dauerausstellung im "Kloster unter dem Kloster" - präsentiert wird dabei der ausgegrabene Teil des Klosterbaus aus dem 12. bis 14. Jahrhundert - zu sehen.

Die beiden Klosteranlagen, die sich auf diese Weise im Stift Altenburg vereinen, erzeugen ein einzigartiges Erleben. Laz: "Man schwenkt im Stift Altenburg permanent zwischen den Jahrhunderten: zwischen dem Prunk des Barocks einerseits und der mittelalterlichen Kargheit auf der anderen Seite."
(KAP)

www.stift-altenburg.at