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Bruckners "Te Deum" im St. Pöltner Dom

Am Sonntag, dem 17. Juni, lädt der Domchor St. Pölten unter der Leitung von Domkapellmeister Otto Kargl zu einem gewaltigen Hörerlebnis in den Dom zu St. Pölten – zu Bruckners Te Deum. Das teils opulent teils schwebend anmutende Werk ist dank seiner subtilen Vertonung zum populärsten Chorwerk Bruckners avanciert. Textliche Grundlage ist der aus dem 4. Jahrhundert stammende gregorianische Hymnus „Te Deum Laudamus“, einer der ältesten überlieferten kirchenmusikalischen Gesänge. Bruckner selbst bezeichnete seine Komposition „zur Danksagung für so viele überstandene Leiden in Wien“ als „der Stolz meines Lebens“.
Der Domchor, hauptsächlich spezialisiert auf Messgestaltung, wird im Rahmen der Darbietung unter dem Dirigat von Otto Kargl einmal mehr seine Konzert- Tauglichkeit, seinen Facettenreichtum und seine Stimmgewalt unter Beweis stellen.
Weitere Programmpunkte sind romantische Chormusik von Felix Mendelssohn- Bartholdy sowie eine Referenz an Johann Sebastian Bach von Franz Liszt für Orgel.

Das Te Deum gilt als der christliche Lob- und Dankhymnus schlechthin und wurde dementsprechend oft vertont. Dabei erlebte der „Hymnus des Ambrosius“ einen interessanten Wandel: Das ursprünglich fröhliche Morgenlob mit nachdenklichem Ausklang wurde schnell von der Politik annektiert und entwickelte sich abseits seiner Bestimmung zum Lobgesang der göttlichen Ehre auch zu einer Art Triumpfhymne für weltliche Mächte. Neben der berühmten Version von Marc-Antoine Charpentier, der es damit bis zur Signation von Übertragungen der European Broadcasting Union gebracht hat, findet sich auf der Liste der „Te Deum“-Komponisten alles, was Rang und Namen hat - von Palestrina bis Pärt. Eine der subtilsten Vertonungen stammt jedoch von Anton Bruckner.

Wien um 1880: Der weltweit gefeierte oberösterreichische Orgelvirtuose und Komponist Anton Bruckner lehrt nach Aufenthalten in London, Paris und Bayreuth nun an den bedeutendsten musikalischen Bildungseinrichtungen der Stadt. Hier entstehen acht seiner neun Symphonien – dabei ist er als glühender Verehrer von Richard Wagner in den Streit der „Brahmsianer“ und der „Wagnerianer“ verwickelt und deshalb in Wien heftigen Kontroversen ausgesetzt. Jede Aufführung einer seiner Symphonien löst neben der frenetischen Begeisterung seiner Schüler in gleichem Maße hämische Angriffe der Musikkritiker aus, erst durch Erfolge in Deutschland sollte ihm gegen Ende des Jahrhunderts als Komponist auch hierzulande die Ehre widerfahren, die ihm gebührte.

Bruckners Chorwerke waren im wesentlichen Vorbereitung auf seine eigentliche Berufung als bedeutendster Symphoniker der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und auch das „Te Deum“ wird auf Anregung des Komponisten immer wieder als „Finale“ der unvollendeten 9. Symphonie aufgeführt.
Es ist aber ein selbständiges Werk von herausragender Qualität. Die mitreißende, affirmative Gewalt des reinen C-Dur, das an entscheidenden Stellen des Werkes wiederkehrt, ist ein elementares Glaubenssymbol des romantischen Klanggefühls, dessen Wirkung man sich kaum entziehen kann. Schon der Beginn mit der lapidaren Streicherfigur, ein absteigender Dreiklang ohne Terz, die weite Strecken des Werkes durchzieht, legt mit dem machtvollen Chor-Unisono „Te Deum laudamus“ den Charakter der Komposition fest. Bruckner erreicht hier ein beeindruckendes Maß an Einfachheit und fraglos-gläubiger C-Dur-Positivität. Der Schlussteil des Werkes wird mit dem A-capella-Soloquartett „In te, Domine, speravi“ eröffnet und steigert sich mit Chor und Orchester in eine gewaltige Doppelfuge, deren Thema an Johann Sebastian Bach denken lässt, und die das Werk in leuchtendem Jubel beschließt.

(Teresa Vogl/dsp)

Aufführende:
Domchor & Domorchester St. Pölten
Domorganist Ludwig Lusser
Monika Riedler, Sopran
Monika Schwabegger, Alt
Wilhelm Spuller, Tenor
Gebhart Heegmann, Bass
Künstlerischer Leiter:
Domkapellmeister Otto Kargl

Kartenverkauf:
1 Stunde vor Beginn an der Abendkassa
Reservierungen unter dommusik.stpoelten@kirche.at