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„Blaue Kunst“ in Stift Altenburg

Zu einer „Spurensuche in der Bilderwelt von Stift Altenburg“ lud Abt Christian Haidinger am Sonntag anlässlich des 250. Todestages des Südtiroler Malers Paul Troger ein. Bei einem großen Rundgang könne man nicht nur begreifen, warum „blau keine Kunst sei“, also das „geheimnisvolle Troger-Blau erschließen“, sondern auch Räume besichtigen, die noch niemand gesehen habe: die unter der Leitung von Architekt Christian Jabornegg wieder hergestellten ehemaligen Wohnräume des mittelalterlichen Abthauses. Dort könne man etwa erleben, wie ein Fresko zu Zeiten Trogers entstanden sei.
Dass der 1698 in Südtirol geborene Rokoko-Maler, der so viele Kunstwerke in Niederösterreich hinterlassen hat, wiederentdeckt wird, freute besonders den Kunsthistoriker und Kurator der Ausstellung Andreas Gamerith. Nachdem Troger lange ein „Fall für’s Depot“ gewesen sei, könne man nun endlich wieder entdecken, dass Barockkunst ein sinnliches und geistiges Vergnügen sei. Die Ausstellung biete genug „Lesehilfen“, um den 250-Jahr-Abstand auch für den modernen Besucher zu überbrücken. Man spüre vor allem den „unbändigen Willen“ aus den Kunstwerken eines Malers, der einen nicht immer einfachen Weg gehabt habe.

Unter dem Motto „Darf’s ein bisschen mehr“ sein lud auch der gelernte Fleischer P. Michael Hüttl in eine Ausstellung, die sich die ehrgeizige Aufgabe gestellt habe, „mehr zu zeigen als bloß Werke“, das Werk Trogers in Altenburg gewissermaßen „haptisch erlebbar zu machen“. Hüttl dankte besonders dem Land Niederösterreich, welches sowohl bei der Renovierung der Kellerräume als auch bei der eigentlichen Ausstellungsvorbereitung dem Stift sehr großzügig zur Seite gestanden habe.
Die „Beständigkeit, Orientierung, Werthaftigkeit und das Vorangehen“, welche Stift Altenburg seit jeher kennzeichneten, hob Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka in seiner Ansprache hervor. Die Troger-Ausstellung sei ein Indiz dafür, dass „auch ein Jahr ohne Landesausstellung ein Ausstellungsjahr der besonderen Art“ sein könne.

Unter den zahlreichem Gästen bei der Eröffnung der Ausstellung „Troger – Blau ist keine Kunst“ waren Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka, Nationalratsabgeordneter Günter Stummvoll, Propst Maximilian Fürnsinn von Herzogenborg, Abt Berthold Heigl von Seitenstetten, Abt Columban Luser von Göttweig und Abt Wolfgang Wiedermann von Zwettl.

Die Ausstellung in Altenburg, die durch die Stiftskirche, den Kaisertrakt und die Bibliothek bis in die mittelalterlichen Kellerräume führt, ist vom 1. Mai bis 26. Oktober 2012 täglich von 10 bis 17 Uhr zu besichtigen. Für den Rundgang sollte man sich nach Auskunft des Stifts mindestens zwei Stunden Zeit nehmen.
Neben Altenburg gibt es zum Trogerjahr noch weitere Ausstellungen im Stift Zwettl, im Stift Göttweig und im Diözesanmuseum St. Pölten („Vision und Andacht“).

www.stift-altenburg.at

Fotos: Stift Altenburg/Schewig Fotodesign