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Bischof Küng betont Bedeutung des konfessionellen Religionsunterrichts

Der konfessionelle Religionsunterricht werde „auch in Zukunft wichtig“ sein, betonte Bischof Klaus Küng bei einem Festakt zum 40-Jahr-Jubiläums des Diözesanchulamtes in St. Pölten. Auch Landesrat Karl Wilfing unterstrich bei diesem Anlass die Bedeutung des Religionsunterrichtes an den Schulen: Der Anspruch auf eine ganzheitliche Bildung sei ohne Religionsunterricht nicht möglich. Die hohen Teilnehmerzahlen von über 90% zeigten deutlich, „dass die Schüler mit ihren Füßen über die Qualität des Religionsunterrichts abstimmen“.
Das Diözesanschulamt ist seit 1972 für den Religionsunterricht an den Schulen im Gebiet der Diözese St. Pölten verantwortlich. Derzeit gibt es in der Diözese über 600 aktive Religionslehrerinnen und Religionslehrer, die rund 8.300 Wochenstunden unterrichten. 99% der Schüler an den Pflichtschulen und 91% an den weiterführenden Schulen besuchen den Religionsunterricht.
Zum Thema Ethikunterricht sagte Bischof Küng, dieser bewähre sich dort, wo die Schüler den Religionsunterricht nicht in Anspruch nehmen. Trotzdem sei der Fortbestand des konfessionellen Religionsunterrichtes „auch für die Gesellschaft von größter Bedeutung“. Es gehe nicht nur um die katholische Kirche, sondern vor allem um „die Sorge um die Menschen“. Bei seinen zahlreichen Schulbesuchen habe er, Küng, festgestellt, dass auch der Kirche fern stehende Jugendliche „an existentiellen Fragen hoch interessiert“ seien, und die „Sehnsucht nach dem Glauben sehr groß“ sei.

Religionsunterricht sei „nicht ersetzbar“, sagte Martin Jäggle, Professor für Religionspädagogik an der Universität Wien, bei seinem Festvortrag im Bildungshaus St. Hippolyt. Die Form, in denen sich der Religionsunterricht abspiele, könne jedoch sehr vielfältig sein und sei eine „Antwort auf die spezifische gesellschaftliche Situation“. So befinde sich „das Leben wie vor 2000 Jahren in einer Achsenzeit“, meinte Jäggle. In dieser Zeit des Paradigmenwandels komme es zu einer „Transformation der Religion, des Christentums und auch der Kirche“.
Es sei vor allem die Gottesfrage, die den Religionsunterricht vom Ethikunterricht unterscheide, betonte Jäggle: „Gott ist in der Wirklichkeit nicht selbstverständlich.“ Deshalb dürfe der „Religionsunterricht der Zukunft“ die Gottesfrage nicht vergessen und müsse auch in die religiöse Sprache einführen. „Die Form ist entscheidend für den Inhalt und die Wahrheit“, so Jäggle.
Der Religionsunterricht sei auch ein „Lernort für die Kirche“, da sie dort erfahre wie die jungen Menschen einer Generation „ticken“. Jäggle: „Der Religionsunterricht ist ein institutionalisiertes Gespräch mit Fernstehenden.“

50 Jahre Religionsunterricht an Berufsschulen

Das Diözesanschulamt ging aus dem 1936 eingerichteten Schulreferat hervor und wurde am 1. September 1972 von Bischof Franz Žak auf Initiative der Diözesansynode gegründet. Erster Schulamtsleiter war bis 1975 HR Prälat Vinzenz Rohrbeck. Damals war noch der größte Teil der Religionslehrer Priester; heute sind diese die Ausnahme.
Neben 40 Jahren Diözesanschulamt konnten auch 50 Jahre Religionsunterricht an den Berufsschulen gefeiert werden. Dieser ist im Unterschied etwa zu den Pflichtschulen freiwillig. Trotzdem besuchen über 81% der Schülerinnen und Schüler den Religionsunterricht als Freigegenstand.
Auch an den Pflichtschulen und an den weiterführenden Schulen besuchen 817 bzw. 291 Schülerinnen und Schüler ohne religiöses Bekenntnis freiwillig den katholischen Religionsunterricht.

Diözesanschulamt

Gruppenfoto (v.l.n.r.): HR Msgr. Mag. Karl Schrittwieser, Direktor des Diözuesanschulamtes; Univ.-Prof. Dr. Martin Jäggle; MMag. Christian Ebner, Sekretär des Schulamtes; Diözesanbischof DDr. Klaus Küng; Mag. Karl Wilfing, Landesrat für Bildung, Jugend und Raumordnung; Mag. Jutta Prohaska, Vorsitzende der Berufsgemeinschaft der ReligionslehrerInnen; Landesschulinspektor Mag. Rudolf Toth; Weihbischof Dr. Anton Leichtfried, Bischofsvikar für Bildung.

Foto: Festredner Univ.-Prof. Dr. Martin Jäggle