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Mai
28
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Augustiner-Chorherrentag thematisierte Leid der bedrängten Christen

Ganz im Zeichen des orientalischen Märtyrers St. Georg, des Stiftspatrons von Herzogenburg, stand heuer der Augustiner-Chorherrentag mit Abtprimas Bernhard Backovsky an der Spitze. Das bedrängte Leben der Christen in den islamischen Ländern stand dabei ebenso auf der Tagesordnung, wie die Frage nach einem Leben als Märtyrer im christlich geprägten Mitteleuropa.
In seiner Predigt griff der Herzogenburger Propst Maximilian Fürnsinn als Gastgeber das Thema „Martyrium und Zeugnis“ auf. Er zitierte das alt-christliche Wort: „Das Blut der Märtyrer ist der Same für neue Christen.“ Diese Einsicht gelte auch heute. Nie seien mehr Glaubensbrüder verfolgt und ermordet worden als derzeit. Und keine Glaubensgemeinschaft werde weltweit mehr bedrängt als die Christen. Fürnsinn: „Und: Die Kirche wächst!“ Auch das klösterliche Leben sei der Versuch, ein „radikales, zeugnishaftes, martyriums-ähnliches Leben weiterzuführen“.

Propst Maximilian unterschied das „Zeugnis des Glaubens“ und das „Zeugnis der Liebe“. Das eine sei nach außen gerichtet und habe einen missionarischen Charakter. Das andere sei nach innen gerichtet. Das „Zeugnis der Liebe“ beziehe sich auf die christliche Gemeinschaft und ein christliches Leben. Beide Arten des Zeugnisses seien Herausforderungen für alle Christen, aber besonders auch für die Chorherren.

Die Augustiner-Chorherren sind eine Priestergemeinschaft, deren Lebensform auf die Regel des Heiligen Augustinus zurückgeht, der in der Spätantike als Bischof des nordafrikanischen Bistums Hippo Regius mit seinen Priestern klosterähnlich zusammenlebte. Diese augustinische Gemeinschaft wurde zum Vorbild für die heutigen Dom- und Stiftskapitel, die vor allem im Hochmittelalter ihren historischen Höhepunkt hatten. Heute gehören zur österreichischen Kongregation noch sechs Stifte in Herzogenburg, Klosterneuburg, Reichersberg am Inn, St. Florian bei Linz, Vorau in der Steiermark sowie Neustift in Südtirol. Einmal im Jahr treffen sich die Chorherren zum so genannten Chorherrentag, um sich auszutauschen.

Im Anschluss an die Heilige Messe hielt der Präsident der ökumenischen Stiftung „Pro Oriente“, Johann Marte, einen Vortrag zum Thema „Die Situation der Christen im Orient“. Dabei ging er vor allem auf die bedrängte Situation der Kopten in Ägypten ein. „In keinem islamischen Land gibt es eine echte Religionsfreiheit“, berichtete der Experte. Nicht selten ziehe das Bekenntnis zum Christentum Todesdrohungen mit sich. Oftmals könnten Christen in diesen Ländern nicht mit einem fairen rechtsstaatlichen Gerichtsverfahren rechnen. Einzig in der Türkei gebe es die Hoffnung, mit der europäischen Perspektive des Landes, auch Freiheit für die Christen zu gewinnen, insbesondere für das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel.

Fotos (H. Quirinus Greiwe):
Bild 1: Festgottesdienst in der Stiftskirche Herzogenburg
Bild 2: Herzogenburger Propst Maximilian Fürnsinn mit Abtprimas Bernhard Backovsky.