Sportlermesse mit Fußball-Segnung
Kinder an der Orgel
Pater und Jugendliche am Lagerfeuer
 
 

700 Pfarrgemeinderäte bei Sendungsfeier in Maria Taferl

Maria Taferl, 01.09.12 (dsp) Die Diözese St. Pölten lud die neuen Pfarrgemeinderäte zu einer Wallfahrt und Dankesfeier nach Maria Taferl. 700 Ehrenamtliche aus allen Regionen des Most- und Waldviertels kamen trotz strömenden Regens zu dem beeindruckenden Glaubensfest zusammen.
Peter Haslwanter, Leiter des Bereichs Pfarre und Spiritualität der Diözese St. Pölten und Organisator, dankte den Pfarrgemeinderäten: „Pfarrgemeinderäte bauen an der Kirche der Zukunft und tragen zusammen mit der Diözesanleitung Verantwortung dafür, dass die Kirche ihre Sendung für die Menschen in unserer Diözese verwirklicht.“

Bischof Küng: Es braucht Priester und Laien

Auch Bischof Küng würdigte die Tätigkeit der Ehrenamtlichen und er freue sich über die vielen Talente, die dies einbringen. Es brauche in der Kirche – wie es auch das Zweite Vatikanische Konzil sage – Priester und Laien. Es brauche „Priester, die im Dienst Gottes und der Menschen stehen, die auf Grund der empfangenen Weihevollmacht im Namen Jesu und an seine Stelle tretend tätig sind, sodass er selbst, Christus, durch die Verkündigung des Evangeliums und durch die Spendung der Sakramente, insbesondere durch die Feier der Eucharistie gegenwärtig wird“. Priester seien für die Sendung der Kirche unersetzlich.

Es brauche aber auch Laien, „die Christus im Herzen tragen“. Auch ihre Mitwirkung sei unersetzlich. Gerade in einer weitgehend säkularisierten Gesellschaft gelange Christus hauptsächlich durch das Beispiel und die Wirksamkeit von Christgläubigen zu anderen Menschen. Das zeige jedes Kind: „Wenn ihm zu Hause der Rückhalt fehlt, ist es sehr schwer, dass es den Weg zum Glauben findet, auch wenn sich die Pfarre noch so sehr bemüht.“

Die aktuelle Situation in der Gesellschaft und der Kirche sei eine Herausforderung für alle: „Wir haben zu wenig Priester. Deshalb müssen sich die Priester vor allem dem widmen, was ihre eigentliche, wesentliche Aufgabe ist.“ Sie müssten vor allem „guter Hirt sein, der durch die Verkündigung des Gotteswortes und die Feier der heiligen Geheimnisse Christus vergegenwärtigt und die Gläubigen zu ihm führt“.

Zukunft gehört vor allem Ehrenamtlichen

Und die Gläubigen müssten ihre Verantwortung wahrnehmen. „Ob die Sendung der Kirche zu bestimmten Personen, Gruppen und Orte gelangt, wird gerade unter den gegenwärtigen Gegebenheiten weitgehend von den Pfarrgemeinderäten abhängen.“ Die Diözese würde versuchen auch pastorale Mitarbeiter – Diakone, Pastoralassistenten, Religionslehrer – zur Verfügung zu stellen, „soweit wir geeignete Personen finden und die Mittel reichen“. Die Zukunft gehöre aber vor allem den ehrenamtlich Tätigen. Sehr oft sei es so: Ein Gebetskreis komme dann zustande, wenn jemand die Initiative dazu ergreift; Jugendliche machen mit, wenn sie persönlich angesprochen werden. Auch junge Familien seien durchaus zu gewinnen, wenn ansprechende Angebote für sie vorhanden sind. Bischof Küng fragte die Pfarrgemeinderäte: „Aber wer wird das tun, wenn nicht Sie es tun?“ Vieles hänge davon ab, ob einzelne oder mehrere bereit sind, sich zu engagieren.

Er habe in den letzten Jahren bei seinen Pfarrbesuchen in der Diözese viele Frauen und Männer kennengelernt, „über die ich mich sehr gefreut habe, weil ich beobachten konnte, mit welcher Liebe sie z.B. sich um die Ministranten kümmern, die Vorbereitung der Kinder auf die Erstkommunion weitgehend tragen oder die Firmlinge begleiten“. Es seien oft keine einfachen Unternehmungen, aber es seien wertvolle Dienste und nicht selten würden jene, die sie leisten, selber viel mitnehmen.

„Jahr des Glaubens“

Bischof Küng verwies in seiner Predigt auch auf das „Jahr des Glaubens“. „Ich habe eine große Hoffnung, dass dieses Jahr für uns selbst zu einem wichtigen Impuls wird, um den Glauben erneut durchzugehen und unser Leben zu überprüfen, um Gott zu suchen und Christus zu begegnen.“ Dieses „Jahr des Glaubens“ könnte auch eine große Hilfe sein, um „unsere Verantwortung wahrzunehmen, um andere anzusprechen, einzuladen, mitzunehmen“. Die Kirche „kann und wird wieder aufblühen, wenn in unseren Herzen das Feuer des Heiligen Geistes sich stärker entzündet und wir erneut lernen, ohne falsche Scheu über den Glauben miteinander zu reden“.

Bei den Pfarrgemeinderatswahlen am 18. März wurden in den 423 Pfarren der Diözese St. Pölten etwa 5.000 Pfarrgemeinderäte gewählt. Gemeinsam mit den amtlichen und berufenen Mitgliedern übernehmen rund 8.000 Christinnen und Christen Verantwortung für das Leben und die Entwicklung der Pfarrgemeinden.

Von der Diözesanleitung waren ua. Bischof Klaus Küng, Generalvikar Eduard Gruber, die Bischofsvikar Helmut Prader und Gerhard Reitzinger, Sepp Winklmayr, Leiter der Pastoralen Dienste, die Regionalvertreter Michaela Lugmaier und Franz Mollner und Caritas-Direktor Friedrich Schuhböck dabei.

Foto 1: Diözesane Mitarbeiter überreichten den Pfarrgemeinderäten Startpakete.
Foto 2: Gute Stimmung trotz des schlechten Wetters. Foto 3: Peter Haslwanter, Hauptorganisator dieses Glaubensfestes.
Foto 4: Die Diözesanleitung und Organistoren der Wallfahrt - vor dem Eingang zur Basilika.
Foto 5: Die Basilika war voll, etliche Sessel mussten noch aufgestellt werden.

Hinweis: Etliche weitere Fotos finden Sie im Facebook-Album der Diözese St. Pölten.