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„Hoffnung und Zukunft“ für die Pfarrseelsorge

Zu Optimismus für die Zukunft der Pfarren rief Bischofsvikar Gerhard Reitzinger bei einem Vortrag im Rahmen des „Adventgespräches“ des Katholischen Akademikerverbandes und des „Forums XIII“ im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten auf. Thema waren „Überlegungen zum Pastoralkonzept“ in der Diözese St. Pölten. Für die Seelsorge vor Ort gebe es „Hoffnung und Zukunft“, so der geistliche Leiter der „Pastoralen Dienste“ und Subregens des Priesterseminars. „Wir werden jedoch nur neue Wege beschreiten können, wenn wir auch bereit sind, was uns vielleicht lieb und teuer geworden ist zurück zu lassen.“
Für die Diözese St. Pölten gebe es „kein Pastoralkonzept im Sinne eines ausgefeilten, konkreten Planes“, erklärte der Reitzinger, „das heißt jedoch nicht, dass wir planlos sind – im Gegenteil.“ Innerhalb der Vorgaben der Rahmenordnung für den Erneuerungsprozess seien in den letzten Jahren 10 pastorale Richtlinien erarbeitet worden. Die Leitlinien und Anregungen zu einer „lebendigen Pfarrpastoral“ seien nicht als umfassendes Patentrezept zu sehen, sondern als „Maßstab, unter dem es nicht geht“. Einige Themen dieses Arbeitspapiers, die in einem nächsten Schritt konkret umgesetzt werden sollen, sind die „nachgehende und hinführende Seelsorge“, die „Pfarre als Gebetsschule“, das „Pfarrteam als Drehscheibe missionarischer Pastoral“ oder die „Vernetzung mit Nachbarpfarren“.

„Liebe die Nachbarpfarre wie dich selbst!“

In der Rahmenordnung seien zwei Modelle für die Pfarrentwicklung vorgesehen: die Bildung einer neuen, größeren Pfarre und die Einrichtung von Pfarrverbänden. Dies sei jedoch „eben nur ein Rahmen“, wie Reitzinger betonte. Die entscheidende Frage sei, wie die Gemeinschaft vor Ort gestärkt und die Seelsorge für die Menschen gesichert werden könne. „Hier wird ausdrücklich eine regionale Mittelebene gestärkt.“ Dabei seien Zusammenarbeit und Kooperation „dringend gefragt“. Diese könnten auch nicht „von oben verordnet“, sondern nur von den Menschen vor Ort erbracht werden, so der Bischofsvikar. Dabei sei die Umsetzung nicht nur die Aufgabe von Priestern, sondern „von allen“.

Die „Gretchenfrage“ in der heutigen Situation der Kirche sei: „Wie hältst du’s mit der Pfarre? – Wie groß kann eine Pfarre sein, dass es ein Pfarrer noch schafft?“ Einerseits gebe es immer weniger Priester, andererseits sei „der Priester als Leiter der Pfarre ein Wesensmerkmal der Kirche“. Jedoch müsse nicht jeder Leiter einer Gemeinde ein Priester sein. Gerade wenn die Seelsorgeräume aus organisatorischen Gründen größer werden, müssten die kleinen Einheiten gestärkt werden, „damit der Glaube erlebbar bleibt vor Ort“, sagte Reitzinger: „Die Pfarre der Zukunft wird eine Gemeinde von Gemeinden sein.“

Das Miteinander sei auf allen Ebenen einzuführen, „auch wenn es schmerzt, langsam geht und nicht einfach ist“, fasste Reitzinger zusammen: „Liebe die Nachbarpfarre wie dich selbst!“