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„Unsere ungeteilte Sorge gilt den Missbrauchsopfern“

„Unsere ungeteilte Sorge gilt den Missbrauchsopfern“, sagte Erzbischof Alois Kothgasser in der Predigt beim Gottesdienst der Bischöfe im Rahmen ihrer Frühjahrsvollversammlung am 2. März im Dom zu St. Pölten. In seinen Worten drückte er die tiefe Betroffenheit der Bischöfe über die jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsfälle aus und bekräftigte die Entschlossenheit zur vollen Aufklärung.
Bis Donnerstag beraten die Bischöfe noch über aktuelle Fragen in Kirche und Gesellschaft, unter anderem über kirchliche Maßnahmen zur Verhinderung sexuellen Missbrauchs. „Es gibt vieles zu heilen. Die Wunden sind zahlreich - die Wunden der Kinder, die Wunden der Missbrauchten, die Wunden der Opfer.“ In seinen Worten prangerte Erzbischof Kothgasser die jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsfälle an, die es in der Kirche gegeben hat. „Alles muss getan werden, damit die Wunden heilen können“, rief er auf und bekräftigte die Entschlossenheit zur vollständigen Aufklärung. Man müsse Sorge tragen, dass Opfern Recht geschehe, sagte er. „Vieles ist zu tun, damit diese Wunden erst gar nicht entstehen“, sagte Kothgasser und drückte den Betroffenen die ganze Anteilnahme der Bischöfe aus: „Ihnen gilt unsere ungeteilte Sorge“.
Auch die Täter bräuchten „Hilfe zur Einsicht“ und „Unterstützung, den falschen Weg zu verlassen und Buße zu tun“, forderte Kothgasser. Es gelte, so der Erzbischof, Gerechtigkeit und Wahrheit zu tun, und dies nicht nur in Worten, sondern in Taten zu zeigen.
Neben den anwesenden Bischöfen aus Österreich auch der neu ernannte Erzbischof von Prag, Dominik Duka sowie Mitglieder des Domkapitels, Äbte, Pröpste, Mitglieder des diözesanen Pastoralrates und zahlreiche Gläubige.


Zeichen der Verbundenheit


Bereits am Beginn der Feier hatte Bischof Klaus Küng auf die „schöne Gewohnheit“ hingewiesen, dass bei der Bischofskonferenzen alle Gläubigen zu einem gemeinsamen Gottesdienst eingeladen seien und dabei für jene Anliegen zu beten, die alle bewegen. Dieser Gottesdienst sei ein Zeichen der Verbundenheit und Einheit.


Herausforderung der Zukunft gemeinsam meistern


Beim anschließenden Empfang durch Landeshauptmann Erwin Pröll im Bildungshaus St. Hippolyt stellte der Präsident der Landeslandwirtschaftskammer Hermann Schultes klar, dass sich das Land Niederösterreich für den Verbleib der Kreuze in den Kindergärten einsetze, was erst jüngst bestätigt wurde. „Wir aus der Zivilgesellschaft sind nicht in der Lage, jenen Platz sinnvoll zu füllen, den das Kreuz einnimmt“, sagte er. Neben der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise sei man heute mit einer „Perspektivenkrise“ konfrontiert, von der keiner wisse, wohin sie führen werde. Die Herausforderungen seien groß und könnten nur gemeinsam gemeistert werden, sagte er.


Gemeinsame Geschichte von Stadt und Kirche


Der St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler erwies auf die lange gemeinsame Geschichte von Stadt und Kirche. Vor genau 225 Jahren sei St. Pölten Bischofsstadt geworden und in diesem Jahr werde des 350. Geburtstages des bedeutendsten Barockbaumeisters für St. Pölten, Jakob Prandtauer, gedacht. „Wir sind stolz auf diese Tradition und die katholischen Wurzeln“, sagte Stadler, und man sei gut beraten, im Miteinander Wege zu suchen, um gemeinsam die Zukunft zu gestalten.