Bischof Schwarz weiht den Altar der Pfarrkirche Mank
Heiliger Nikolaus
Adventkranz
 
 

Tauferneuerung in der ganzen Diözese

Tausende Gläubige haben am 8. Dezember, dem Hochfest Mariä Empfängnis, in der ganzen Diözese St. Pölten ihr Taufversprechen erneuert und so ihre „Entschlossenheit zum Ausdruck gebracht, in den heutigen Verhältnissen konsequent als Christen zu leben“, wie Bischof Klaus Küng in seiner Predigt beim Weihegottesdienst in der Basilika Maria Taferl betonte. Nicht nur an den sieben „offiziellen“ Weiheorten, sondern in zahlreichen Pfarren der Diözese, in Gebetskreisen und Gemeinschaften weihten sich die rund 9.500 Teilnehmer der Aktion „33 Schritte“ durch die Hände Mariens an Jesus.
In der Nacht vor dem Marienfest kamen etwa 350 Jugendliche in der Basilika Maria Taferl zu einer Vigil (Gebetswache) mit P. Karl Wallner vom Zisterzienserstift Heiligenkreuz zusammen.
Das begonnene Werk der Erneuerung in der Diözese St. Pölten soll im kommenden Jahr mit neuen geistlichen Initiativen fortgesetzt werden, erklärte Bischof Küng beim Festgottesdienst zum Abschluss des Jubiläumsjahres „350 Jahre Maria Taferl“ in der überfüllten Wallfahrtsbasilika. In der Fastenzeit soll „an alle die Einladung ergehen mitzuhelfen, damit möglichst viele das Sakrament der Versöhnung von neuem als wertvolle Hilfe im christlichen Leben entdecken“. Davon solle, so Küng, ein kräftiger Impuls zum persönlichen und gemeinsamen inneren und äußeren Aufbruch ausgehen.
Weiters soll die Pfingstnovene neu belebt und in der Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten die Eucharistische Anbetung besonders gepflegt werden. Das Gebet um geistliche Berufungen soll dabei im Mittelpunkt stehen. Im Herbst wird es, ausgehend vom Rosenkranzgebet, eine „Gebetsschule an der Hand Marias“ geben. Bischof Küng: „Insgesamt ist das Ziel die Entstehung einer missionarischen Kirche.“


Schritte zur Nachhaltigkeit: Gebet – Messbesuch – Beichte


In seiner Predigt ging Küng auf die Gebetsinitiative „33 Schritte mit Maria zu Jesus“ ein, die am 5. November begonnen und mit der Erneuerung des Taufversprechens am 8. Dezember beschlossen wurde. Damit diese 33-tägigen Exerzitien keine „Eintagsfliege oder bloß rituelle Handlung“ bleibe, sondern „nachhaltige Wirkung“ für die Gläubigen entfalte, gab der Bischof konkrete Empfehlungen: „Unerlässlich ist die Pflege des Gebetes.“ Weiters betonte er die Eucharistiefeier „an jedem Sonntag, besser auch an manchem Werktag, am besten täglich“ und den „regelmäßigen Empfang des Bußsakraments, möglichst verbunden mit einer persönlichen, geistlichen Begleitung“.


Die Erneuerung des Taufversprechens werde, wenn es echt ist, immer auch bewirken, dass wir uns den Anderen zuwenden und zur Hilfeleistung bereit sind, sagte Küng zu den Gläubigen, die sich an der Gebetsinitiative beteiligten: „Können wir gleichgültig zusehen, wenn wir wahrnehmen, dass manche den Zugang zur Gnade, zu Gott nicht finden oder diesen Zugang verloren haben?“ Die Krisen in der Gesellschaft und in der Kirche, sollten die gläubigen Menschen nicht verwundern, da „von Anfang an klar war, dass es in der Welt einen geistigen Kampf geben wird“, erinnerte Küng. Die Christen dürften jedoch nicht untätig bleiben und nur an ihre eigene Rettung denken: „Wir müssen möglichst viele auf dem Weg zur Erlösung mitnehmen“, appellierte der Bischof.


Predigt im Wortlaut


Bereits am 7. Dezember feierte Bischof Küng mit den Studenten der Franziskanischen Universität in Gaming einen Festgottesdienst mit Tauferneuerung, bei der es darum gehe „Apostel in dieser Zeit“ zu werden. Zur Weihe an Christus durch die Hände Marias betonte Küng die Bedeutung der Beziehung Marias zur Kirche und zu uns selbst: „Sie ist Ur- und Abbild der Kirche und ein großes Beispiel für jeden, der Gottes Willen kennenlernen und seinem Ruf folgen will.“


Abt Nimmervoll: Mariä Empfägnis Erinnerung an Lebensschutz


Ziel jeder Marienverehrung sei die Verehrung Gottes, betonte Abt Matthäus Nimmervoll bei der Festmesse zu Mariä Empfängnis vor der Tauferneuerung in der Stiftskirche Lilienfeld. Gott habe Maria „begnadet“, in der Taufe habe er jedoch jeden von uns begnadet: „Wir sind berufen zum dienst. Maria ist Urbild und Vorbild unserer Berufung.“ Die Taufgnade sei uns nicht zu unserem „eigennützigen Vorteil“ geschenkt worden, so Nimmervoll, sondern sei Auftrag und Aufgabe, in der Gemeinschaft Zeugnis abzulegen und zu dienen. „Gott will durch uns bei den Menschen sein, deswegen braucht er unseren Dienst“.
Das Hochfest Mariä Empfängnis erinnere auch daran, dass das menschliche Leben nicht erst bei der Geburt, sondern bereits neun Monate vorher beginne, erklärte der Abt. Deswegen sei dieses Leben von Anfang an zu schützen.