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„Netzwerk der Solidarität“ vermittelte über 1.500 Arbeitsplätze

„Wenn du wegen eines Jobs nicht mehr weiter weißt, dann geh’ zum Netzwerk.“ Dieser Tipp wird sogar vom AMS an Arbeitsuchende weitergegeben. Mit Jahresbeginn hat der diplomierte Sozialtherapeut Christian Vollmann das „Netzwerk der Solidarität“ übernommen, das Arbeitslose auf der Suche nach Arbeitsplätzen unterstützt. Das „Netzwerk“ ist eine Einrichtung der Diözese St. Pölten, die vom AMS, dem Land und der Arbeiterkammer Niederösterreich gefördert wird und in zehn Gemeinden Niederösterreichs aktiv ist.
Mit Hilfe des Netzwerkes haben in den vergangenen zwölf Jahren über 1.500 Menschen einen Arbeitsplatz gefunden. „Durch Vernetzung und Zusammenarbeit von möglichst vielen Personen und Einrichtungen“ sei dieser Erfolg möglich gewesen, erklärt der langjährige Projektleiter Julius Felker dieses ungewöhnliche Ergebnis. Die Einzelberatungen und Beratungsrunden sind für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlos und diskret.
„Aktivisten“ in den Pfarren und Gemeinden helfen den Arbeitslosen, halten Augen und Ohren offen und geben den Suchenden wertvolle Tipps. „Über 400 Aktivisten kennen hunderte Leute, die wieder andere kennen“, erklärt Felker die Funktion des Netzwerks. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise würden erst in diesem Jahr auf dem Arbeitsmarkt „massiv spürbar“ werden. Durch die „Stärke des Netzwerkprinzips“ könne jedoch vieles abgefangen werden, so Felker.
Das „Netzwerk der Solidarität“ gibt es in St. Pölten, Herzogenburg, Krems, Tulln, Neulengbach, Schrems, Klosterneuburg, Purkersdorf, Amstetten und St. Valentin.


„Netzwerk“ als kirchliche Einrichtung sichtbar machen


Auf diese „lang bewährte Praxis“ will auch der neue Projektleiter Christian Vollmann setzen und gleichzeitig auf neue Herausforderungen reagieren. „Immer häufiger suchen Menschen mit psycho-sozialen Problemen die Beratungsrunden des Netzwerks auf“, weist er hin. Dies mache künftig ein noch differenzierteres Beratungsangebot nötig. So will Vollmann mehr Fachleute aus verschiedenen Bereichen, etwa der Arbeiterkammer, den Familienberatungsstellen oder auch Psychologen in das Netzwerk-Team mit einbeziehen.
Darüber hinaus werde er in der Öffentlichkeitsarbeit stärker zeigen, dass das „Netzwerk der Solidarität“ eine Einrichtung der Katholischen Kirche sei. „Gerade im Netzwerk sind konkrete Taten als gelebte und in die Praxis umgesetzte christliche Nächstenliebe das Um und Auf“, betont der neue Leiter.


Speziell für Jugendliche engagiert sich die diplomierte Sozialpädagogin Marlene Anzeletti im „Young-net“, einer zweiten Einrichtung des Netzwerkes. Ihre Zielgruppe sind 14- bis 25-Jährige auf Arbeitsuche und auch mit anderen Problemen, wie sie sagt. Neben der Hilfe bei der Lehrstellen- oder Jobsuche unterstützt sie beim Sichten von Stellenangeboten, bei der Gestaltung von Bewerbungsschreiben und beim Verfassen von Lebensläufen.
Oft seien Jugendliche orientierungslos, hätten mangelndes Selbstwertgefühl, oder es fehle die Motivation, was sich negativ auf die Arbeitssuche auswirke. Da heiße es, „die Jugendlichen dort abzuholen, wo sie stehen“, erklärt Anzeletti.
Eine weitere Aufgabe sieht sie in der Nachbetreuung und Präventivarbeit, um einer späteren Arbeitslosigkeit vorzubeugen, etwa Jugendliche für eine Wiederaufnahme oder Fortsetzung des Schulbesuches zu überzeugen.
Seit der Einrichtung des „Young net“ im Jahr 2007 haben 76 Jugendliche diese Einrichtung kontaktiert, 59 davon auf der Suche nach einem Job. 24 konnten eine Arbeit finden, 14 wurden in eine Schulungsmaßnahme integriert und 17 konnten soweit gestärkt werden, dass sie ihren Schulbesuch oder ihre Ausbildung fortsetzten.


Netzwerk der Solidarität