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Donnerstag, 26. Mai 2016
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19:00, Freitag, 27. Mai 2016
 
 

„Lebenswerte Schule“ braucht Religion

Der Traum von einer „lebenswerten Schule“, der sich „hier und heute bereits in der normalen Schule“ verwirklichen lasse, stand im Mittelpunkt der Tagung der Direktoren und Schulerhalter katholischer Privatschulen in der Diözese St. Pölten am 25. Februar im Stift Seitenstetten. Religion sei dabei ein wesentlicher Gegenstand der Bildung, wies Dr. Regina Pollak vom Institut für Praktische Theologie an der Universität Wien, hin.
In der Diözese St. Pölten werden derzeit in 25 katholischen Privatschulen 6.019 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Religion und Religionsunterricht seien nicht nur für die Kirche relevant, sondern haben eine wichtige gesellschaftspolitische und politische Relevanz. Dies zeigt auch das ökumenische Projekt „lebenswerte Schule“ auf, das von der Universität Wien und der Katholisch-pädagogischen Hochschule Wien/Krems mit dem Wiener Religionspädagogen Univ. Prof. Dr. Martin Jäggle entwickelt wurde. Ziel sei die „demokratiefähige Schule und menschengerechte Bildung“, erläuterte Pollak.


Religiöse Dimension im Schulalltag


Schule müsse zu einem „Ort der Menschwerdung“ werden, wies die Referentin hin. Der Mensch dürfe nicht nur nach Leistung und der Erfüllung von Vorschriften beurteilt werden, sondern als Person mit Hoffnungen, Fragen, Ängsten und vielfältigen Fähigkeiten. Pollak betonte, dass die religiöse Dimension in der Schulkultur und der Schulentwicklung wahrgenommen und für die Gemeinschaft fruchtbar werden müsse. Religion sei stets ein öffentliches Thema und damit auch Gegenstand der Bildung. Sie sei nicht nur ein Gegenstand, sondern Teil schulischer Realität. Gerade aus der Geschichte, in den Alltagsritualen der Schule und in den Herzen der Schüler sei Religion lebendig, wies Pollak hin.


Werte lernen und leben


Auch die Herkunft der Schülerinnen und Schüler werde immer bunter und die Klassen zeigen ein Spiegelbild unserer multikulturellen Gesellschaft. Werte wie Toleranz, Respekt, Anerkennung und Menschenwürde müssen heute für ein friedliches Zusammenleben unbedingt gelernt und gelebt werden. Die Schule müsse heute als Lebensraum gestaltet werden, wobei Religion ein grundlegender Bestandteil sei. Gerade in der Option für die Schwächeren und Benachteiligten werden ihre Grundprinzipien verwirklicht. Wie gut dies gelinge, zeige sich dann im Umgang mit kulturellen Unterschieden und religiösen Minderheiten.


Ganzheitliches Bildungssystem gefordert


Nur einzelne Personen, sondern die Schule als Ganzes müssen lernen, wies Pollak hin. Die Entwicklung der Schule müsse alle Aspekte umfassen. Das Lernen im Unterricht gehöre ebenso dazu wie die Kommunikation und der Umgang mit Konflikten, aber auch das Erlernen von Regeln für individuelle Entfaltung und notwendige Zusammenarbeit. Insgesamt gehe es um die Wiedergewinnung eines ganzheitlichen Bildungsverständnisses und den Beitrag, den religiöse Traditionen heute leisten können, der nicht nur in der ethisch-moralischen Dimension liege, unterstrich Pollak.