Sportlermesse mit Fußball-Segnung
Kinder an der Orgel
Pater und Jugendliche am Lagerfeuer
 
 

Geras - ein „Brückenkopf zwischen Ost und West“

„Hier ist eine Stätte der Begegnung von Ost und West. Denn was uns verbindet ist mehr als das, was uns trennt“, sagte der melkitische Patriarch Gregorios III. Laham nach der Weihe der Ikonenwand in der byzantinischen Kapelle im Stift Geras am Samstag, dem 22. Jänner. Die Kapelle soll ein Zeichen sein, dass die katholische Kirche „mit beiden Lungenflügeln atmet“, erklärte der Geraser Abt Michael Prohazka. Die Ikonostase in der byzantinische Kapelle „Zur Heiligen Auferstehung Christi und zum Seligen Jakob Kern“ wurde der von Ikonenmalerin Eleonora Vlkova geschaffen. Eine Ikonenwand sei „ein Zeichen der ganzen Heilsgeschichte“, sagte Patriarch Gregorios Laham. Man solle dabei „die Schönheit der Ikonen“ erkennen können, denn sie seien gleichsam eine „Theologie in Farbe“.


Gläubige und Ehrengäste konnten die zweieinhalbstündige orientalische Liturgie mit der Weihe der Ikonenwand mitfeiern. Nach dem Segensgebet besprengte der Patriarch die Ikonenbilder und salbte sie: „diese Bilder vergöttern wir nicht, sondern wir wissen, dass die dem Bild erwiesene Ehre emporsteigt zu dem Urbild in deinem Tempel“, sagte er. Ein Männerchor aus der Region sowie ein melkitischer Chor umrahmten die Liturgie mit geistlichen Gesängen in arabischer und deutscher Sprache.


In seinen Dankesworten hob Abt Michael Prohazka die Bedeutung der melkitischen Kirche beim Zweiten Vatikanischen Konzil hervor und bezeichnete Patriarch Gregorios Laham als „wahren Brückenbauer zwischen der westlichen Tradition und der östlichen Kirche“. Er rufe immer wieder „zur gemeinsamen Allianz des Glaubens in dieser Welt“ auf. Sein Kommen und die Weihe der Ikonostase sei für Geras „eine große Ehre und Auszeichnung, ein Tag des Dankes und der Freude“.


Am Schluss der liturgischen Feier überreichte Abt Michael Prohazka dem Patriarchen einen Baustein für ein Sozialprojekt, die Fertigstellung eines Krankenhauses in Khabab in der Nähe von Damaskus in Syrien. Auch die Kollekte dieses Tages fließt dem Projekt zu.


Die unierte melkitische Kirche feiert die byzantinische Liturgie in arabischer Sprache. Ihr gehören etwa 1,6 Millionen Gläubige an, vor allem in Syrien, Libanon, Israel, Palästina und Ägypten. Auch in Brasilien und Argentinien gibt es große Diasporadiözesen.
Patriarch Gregorios wurde 1933 in Syrien geboren und im Jahr 2000 zum melkitisch-katholischen Patriarchen gewählt. Er residiert abwechselnd in Syrien und dem Libanon.