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Es hat sich gelohnt

„Es hat sich gelohnt!“ Der aus dem Kongo stammende Lilienfelder Religionslehrer Mag. Louis Lufua kann die ersten Früchte seines Einsatzes in seiner Heimatstadt Kinshasa ernten: ein Mädchen, Caroline, das auf der Straße aufgelesen wurde und im Straßenkinder-Projekt seiner Mutter Marie Zuflucht gefunden hat, hat die Schule abgeschlossen und die Matura bestanden. Seit acht Jahren versorgt Marie Lufua in der Hauptstadt Kinshasa 50 Straßenkinder Tag für Tag mit einer warmen Mahlzeit. Für mehr reichen die Mittel nicht. Ihr Sohn Louis unterstützt sie von Österreich aus. 30 Kindern wird durch die Bezahlung des Schulgeldes der Besuch einer Schule ermöglicht. Die übrigen 20 sind noch zu klein - oder schon zu groß, dass ihnen nur mehr einer Lehre offen bleibt. Doch auch die ist schwierig zu finden. „Das Schulgeld beträgt 150 bis 250 Euro pro Jahr, je nach Schultyp“, schildert Louis Lufua. Und so versucht er, möglichst vielen Kindern mit Hilfe von Freunden und Unterstützern aus Österreich, zu helfen.


Für sein erstes „Maturakind“ Caroline wäre eine eigene Nähmaschine ein Traum, erzählt er: damit könnte sie künftig ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Denn in der Schule hat sie auch nähen gelernt.


Notschlafstelle für Straßenkinder


Vor einigen Jahren hatten Louis Lufua und seine Mutter ein Grundstück am Rande der Hauptstadt gekauft und begonnen, darauf ein Haus mit Notschlafstellen für etwa 30 Straßenkinder zu errichten. Vor einem Jahr wurde die Dachgleiche gefeiert. Nun sind die Installationen, Fenster, Türen und Fußböden fertig. Es fehlt nur noch die Einrichtung – und die kleinen Schützlinge warten schon sehnsüchtig darauf, es zu bevölkern. Louis bleibt am Ball: Im nächsten Sommer will er das Haus „Lutondo“ – so heißt sein Projekt, auf Deutsch „Liebe“ – eröffnen. Der zuständige Bischof Etienne N’Selele soll es segnen.


Kinder im Kampf ums Überleben


Die Lage in Kinshasa ist prekär. Oft können Eltern ihre Kinder nicht mehr ernähren oder sie sind am HIV-Virus gestorben, einem Unfall oder den kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten des Landes zum Opfer gefallen. Die Kinder suchen das Heil in der Stadt, doch dort warten Verzweiflung, Hunger und der Kampf ums Überleben. „Manche Kinder kommen nur einige Tage zu uns, dann sind sie wieder weg“, schildert Louis. Sie tauchen in der 12-Millionen - Metropole unter und versuchen sich durchzuschlagen; zuerst mit Betteln, dann mit kleinen Diebstählen und schließlich mit Überfällen. Es sind tausende Kinder und ihre Not ist groß. „Auch wenn die Not groß ist und die Hilfe klein beginnt, haben wenigstens die 50 Kinder eine echte Chance bekommen“ sagt er über sein Projekt. „Momentan ist es in Kinshasa ruhig“, weist Louis Lufua hin. Er fürchtet aber, dass vor den Wahlen im kommenden Jahr wieder Unruhen auftreten. Dennoch ist er entschlossen, sein Werk mit seiner Mutter weiter zu führen.


Projekt Obst- und Gemüsegarten


Louis und seine Mutter hoffen, bis Sommer auch das Nachbargrundstück zu erwerben – mit Unterstützung aus Österreich. Seine Frau Irma, Französischlehrerin an der HAK/HAS St. Pölten unterstützt ihn und erklärt: „Dieses Grundstück braucht man, damit die Kinder selbst Obstbäume pflanzen, Gemüse anbauen und Kleintiere wie Hühner halten können“. Damit können sie einen kleinen Beitrag für ihre Ernährung leisten. Außerdem brauchen die Kleinsten auch einen Spielplatz.


Vor einiger Zeit war Louis Lufua selbst wieder in Kinshasa und hat jene fünf Schulen besucht, in die die Kinder aus seinem Projekt gehen. „Obwohl unangemeldet, hat kein einziges Kind gefehlt“, erzählt er und war stolz über den Ehrgeiz, den diese Kinder beim Lernen entwickeln.