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Alt, vergesslich und verwirrt

Was tun, wenn Menschen vergesslich und verwirrt sind? Mit diesen Fragen befassten sich die Pflegeheim- und Krankenhausseelsorger bei ihrer Tagung am 17. November im Bildungshaus St. Hippolyt. Die Demenz-Erkrankungen nehmen heute vielfach zu und sind für Angehörige und Pflegepersonal eine große Herausforderung. Diese Tagung „Alt, vergesslich, verwirrt – was nun?“ wird aufgrund des großen Interesses mit gleichem Inhalt am Mittwoch, 26. Jänner von 8.30 Uhr bis 13 Uhr von der Krankenseelsorge im Bildungshaus St. Hippolyt nochmals angeboten.


Demenzerkrankungen führen zum Verlust der kognitiven Fähigkeiten und zur Veränderung der Persönlichkeit, definiert die Expertin und Leiterin der Caritas-Stelle für demenzkranke und pflegende Angehörige, Lea Hofer-Wecer, knapp. Doch dahinter liegt ein ganzes Bündel von Aspekten und Erscheinungsweisen von Demenzerkrankungen sowie eine Vielzahl von Verhaltensmustern dementer Menschen.
Bei der überwiegenden Mehrheit von etwa 70 Prozent der Fälle zeigt sich Demenz als Alzheimer-Erkrankung. Diese wurde erst 1901 genauer untersucht. Doch bis heute ist die Ursache nicht feststellbar, deshalb gebe es auch kein „Heilmittel“ und Therapie.
Demenz könne eine gewisse Form menschlichen Daseins sein, folgerte die Expertin. Sie schaffe dem Einzelnen – meist im Alter – noch einmal die Möglichkeit, sein Leben neu zu ordnen. Denn jeder habe in seiner Geschichte eine Prägung erfahren, die auch beim Dementen zum Tragen komme. Er vergesse zwar vieles aus seinem Leben, könne aber nichts Neues mehr lernen. Die Betreuer müssten sich nur dessen bewusst sein und darauf eingehen. Als „unverantwortlich diesen Menschen gegenüber“ bezeichnete Hofer-Wecer den Versuch, gelernte Kindergärtnerinnen für die Betreuung demenzkranker Menschen einzusetzen.
Sie selbst, Lea Hofer-Wecer, habe „keine Angst, selbst dement zu werden“, wenn sie von „entsprechend ausgebildeten Pflegerinnen“ betreut werde, sagte die Expertin.


Lea Hofer-Wecer wies in ihren Ausführungen auch auf vorbeugende Maßnahmen hin, die die Entstehung der Krankheit zumindest hinauszögern oder verlangsamen können. So sei eine Nahrung mit Omega-3-Fetten hilfreich. Hofer-Wecer verwies auf die Erfahrung, dass in Japan – wahrscheinlich aufgrund der dort üblichen Nahrung – diese Krankheit so gut wie gar nicht vorkomme.
Als Vorbeugung sei sowohl körperliche Betätigung und vor allem Gedächtnistraining hilfreich. Dieses könne verschiedene Übungen beinhalten wie Kreuzworträtsel lösen, Fremdsprachen erlernen, aber auch Tanzen, Trommeln und im Chor singen.