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Lourdes, wie es noch nie zu sehen war

Muss man sich ein Wunder verdienen? Im Wallfahrtsort Lourdes erhebt sich eine junge Frau aus dem Rollstuhl. Geheilt? Privilegiert? – Der Film „Lourdes“ erzählt die Geschichte der 32-jährgen, an multipler Sklerose erkrankten Christine, die ohne große Erwartungen in diesen Wallfahrtsort im Südwesten Frankreichs reist.
Jessica Hausner hat mit diesem Streifen den Wiener Filmpreis 2009 sowie den FIPRESI-Preis und den Signis-Preis bei der Biennale in Venedig erhalten.
Filmstart in St. Pölten am 25. Dezember im Cinema Paradiso. Die 32-jährige Christine, die an multipler Sklerose erkrankt ist, reist mit einer Pilgergruppe in den südfranzösischen Wallfahrtsort Lourdes. Sie ha weder große Erwartungen, noch ist sie besonders fromm.
Dort werden nicht die inbrünstigen Gebete der Mutter einer schwerstbehinderten Tochter erhört, sondern die gelähmte Christine kann eines Morgens plötzlich selbst aufstehen und sich ganz unspektakulär im Bad die Haare kämmen.
Die Frage nach dem Warum bleibt bei der sodann Beklatschten ebenso unbeantwortet wie bei der einen kurzen „hellen Moment“ erlebenden Schwerstbehinderten oder der plötzlich zusammenbrechenden Cecile, Ordensfrau und Organisatorin der Reise.
Rund um diese Geschehnisse wirft Regisseurin Jessica Hausner einen distanzierten, das Dargestellte aber niemals in Lächerliche ziehenden Blick auf Pilgerströme, Marienfrömmigkeit und religiöse Rituale.


In einem Gespräch mit der katholischen Nachrichtenagentur „kathpress“ erklärte Jessica Hausner, dass es ihr bei dem Film „nicht um Wunder ging, sondern um eine menschliche Grundbefindlichkeit: Um die allen gemeinsame Sehnsucht nach einem geglückten Leben und um die unausweichliche Erfahrung von dessen Brüchigkeit und Endlichkeit“.


Der Film wurde bei den jüngsten Filmfestspielen in Venedig uraufgeführt und dort u.a. mit dem „Signis“-Preise der ökumenischen Jury ausgezeichnet. Die Jury würdigt Hausner „für den sensiblen Umgang mit dem Thema leid, Hoffnung, Glaube und Wunsch nach Wundern“.