Sommerkampagne 2016
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Die Kirche – ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Die vielfältigen Leistungen der Kirche für die Gesellschaft stellte der St. Pöltner Diözesanökonom HR Mag. Ernst Strohmayer vor der Vereinigung Christlicher Unternehmer am 22. Jänner im Sommerrefektorium des Bistumsgebäudes in den Mittelpunkt seiner Ausführungen zur Frage „Wie lange können ‚wir als Kirche’ die Kirche finanzieren?“ „Nur wenn wir bereit sind für unseren Glauben zu stehen, können wir auch positiv in die Zukunft schreiten“, folgert Ökonom Strohmayer und verweist in seinen Ausführungen auf die stets knapper werdenden Mittel, mit denen die Kirche in Zukunft wirtschaften wird müssen. Mag. Ing. Ernst Strohmayer ist seit vier Jahren Ökonom der Diözese und war bereits 30 Jahre lang in der Finanzverwaltung – ebenfalls mit den Schwerpunkten Kirche und Wirtschaft – tätig.


Wirtschaftsfaktor Kirche


Die Kirche sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Österreich, wies Strohmayer hin. Über 23.000 Menschen seien in ihr direkt beschäftigt, und sie biete indirekt etwa 60.000 Menschen Arbeit. Allein durch ihre Bauleistungen würden Jahr für Jahr 150 Millionen Euro – aus den Diözesen und den Orden – in die Wirtschaft fließen.
Die Diözese St. Pölten, die das Wald- und Mostviertel Niederösterreichs umfasst, biete gemeinsam mit der Caritas etwa 2.200 Menschen Arbeit. Diese sind vor allem im sozialen Bereich – von der Hauskrankenpflege über den Psychosozialen Dienst bis zu den Behinderteneinrichtungen angesiedelt. Strohmayer verwies auf die zahlreichen weiteren kirchlichen Einrichtungen wie Ordensspitäler und Pflegeheime, in denen Jahr für Jahr über 60 Millionen Stunden ehrenamtlich geleistet würden. Über eine halbe Million Menschen engagieren sich österreichweit dafür.


Leistungen besser verständlich machen


Dafür die nötigen finanziellen Mittel auch künftig zu erhalten, müsse den Menschen diese Leistungen verständlich gemacht werden, unterstrich Strohmayer. Die Kirche setze zudem zunehmend auf die bessere Nutzung eigener Ressourcen wie etwa der effektiveren Verwertung ihrer Besitzungen. Dafür wurde kürzlich eine umfassende Grundstücksdatenbank eingerichtet, die nun diese effizientere Nutzung ermögliche. Auch Wirtschaftspartnerschaften mit Augenmaß werden in Zukunft ein wichtiger Faktor sein.


Sparstift in der Diözese


Ebenso wurde in den eigenen Bereichen der Sparstift angesetzt. Dienststellen werden den heutigen Erfordernissen entsprechend umstrukturiert wie etwa das Pastoralamt, das seit 1. Jänner in Pastorale Dienste umstrukturiert wurde. Manche Dienststellen werden künftig nicht mehr nachbesetzt werden können, so der Ökonom.


Dahinter sei klar, so Strohmayer über die Finanzierung der kirchlichen Leistungen, „dass Glaube und Kirchenbeitrag nicht getrennt gesehen werden können“. Immerhin würden 85 Prozent der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel aus den Kirchenbeiträgen fließen. Zwei Drittel der Aufwendungen seien als Personalaufwand vorgesehen, zu denen 440 Priester und 460 Laien zählen.


Einnahmequelle Kirchenbeitrag


Der Kirchenbeitrag sei, so Strohmayer, sei daher auch die wesentlichste Einnahmequelle für die vielfältigen Leistungen der Diözese. Dieser werde nach den Gesichtspunkten von „Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und in Eigenverantwortung der einzelnen Bereiche“ verteilt, wobei der Ökonom hinzufügt: „Wir können dabei aber nur mehr Schwerpunkte setzen“.
Die Leistungen für die Gesellschaft möglichst allen klar zu machen und „Verständnis wecken worum es geht“, sei eine Hauptaufgabe der Mitarbeiter der Kirche – gerade angesichts der derzeitigen Austrittszahlen. Strohmayer brachte es mit einem Zitat des Herzogenburger Augustiner-Chorherrn Petrus Stockinger noch auf den Punkt: „Wer aus der Kirche austritt, der verlässt nicht nur seine Pfarrgemeinde, sondern stiehlt sich auch aus seiner sozialen und kulturellen Verantwortung der Allgemeinheit gegenüber“.