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Absetzbarkeit für Kirchenbeitrag auf 200 Euro erhöht

Die Regierung verdoppelt im Zuge der Steuerreform den Höchstbetrag zur steuerlichen Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags. Das haben SPÖ und ÖVP haben auf ihrer Klausurtagung in Sillian beschlossen. Rückwirkend mit 1. Jänner 2009 können Kirchenmitglieder damit bis zu 200 Euro ihres Kirchenbeitrags als Sonderausgaben geltend machen. Bisher war die Kirchenbeitrags-Absetzbarkeit mit 100 Euro gedeckelt. Die neue Regelung wurde zusammen mit den weiteren Eckpunkten der angekündigten Steuerreform wie etwa einer deutlichen finanziellen Entlastung der Familien am Dienstagnachmittag im Ministerrat beschlossen.


Ausdrücklich begrüßt wurde die Erhöhung des Absetzbetrags beim Kirchenbeitrag vom St. Pöltener Diözesanbischof DDr. Klaus Küng. Bischof Küng leitet die Finanzkommission der Österreichischen Bischofkonferenz. Küng erklärte gegenüber „Kathpress“, dass die Regierung damit „einen Schritt in die richtige Richtung“ gesetzt habe. Der Kirchenbeitrag stelle die „Basisfinanzierung für viele ehrenamtliche Tätigkeiten und soziale Einrichtungen“ dar. Ohne den Kirchenbeitrag seien „viele für Land und Leute wertvolle Initiativen nicht möglich“, betonte Küng und verwies auf die Arbeit der Caritas, die Telefonseelsorge oder auch die Familien- und Jugendarbeit.


Der Grazer Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari, der zugleich Stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz ist, erinnerte bei einem Gespräch mit österreichischen Journalisten im Rahmen einer Pressereise nach Rom daran, dass der Kirchenbeitrag die Ausgangsbasis für die großen Leistungen der Kirche zum Nutzen der Gesamtgesellschaft ist.
Die im Rahmen der Steuerreform vorgesehene Maßnahme sei damit auch ein „Ausdruck des Respekts“ für die Millionen österreichischer Katholiken, die zugleich Steuerzahler und Kirchenbeitragszahler sind. Daher sei die Maßnahme auch kein „Privileg“, sondern die Konsequenz aus der soziologischen Realität, dass die katholische Kirche die größte gesellschaftliche Einheit in Österreich ist, so Bischof Kapellari.