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Tulln, GARTEN TULLN
 
 

150 Jahre Marienwallfahrtsort Lourdes

Vor genau 150 Jahren, am 11. Februar 1858, erschien die Jungfrau Maria zum ersten Mal dem einfachen Mädchen Bernadette Soubirous in einer Grotte bei Lourdes in Südfrankreich. Während insgesamt 18 Erscheinungen im Laufe des Jahres erhielt Bernadette Botschaften von der "Dame", wie sie die Erscheinung nennt, die vor allem von Buße und Bekehrung der Sünder handeln. Auf Anweisung der Jungfrau findet Bernadette mit bloßen Händen eine Quelle im Boden bei der Grotte, die bald darauf zahlreiche Heilungssuchende anzieht. Nach der kirchlichen Anerkennung der Echtheit der Erscheinungen am 18. Jänner 1862 entwickelte sich Lourdes zum bedeutendsten Wallfahrtsorte Europas mit jährlich über sechs Millionen Pilgern.

"Trinkt aus der Quelle und wascht euch dort." Diese Worte der Jungfrau an Bernadette sind das Motto für zahlreiche Veranstaltungen und Wallfahrten im Jubiläumsjahr. Der St. Pöltner Diözesanbischof DDr. Klaus Küng leitet eine Flugwallfahrt des Marianischen Lourdeskomitees vom 25. bis 30. April 2008. Auf dem Programm stehen die tägliche hl. Messe mit Bischof Küng, eine Sakramentsprozession und Krankensegnung sowie eine abendliche Lichterprozession und das Rosenkranzgebet. "Kranke und Gesunde sind zu der Jubiläumswallfahrt im April eingeladen", betonte Bischof Küng: "Alle können dort etwas finden, das für das Leben wichtig ist." Eine weitere österreichische Flugwallfahrt des Lourdeskomitees findet vom 17. bis 22. Juli unter der geistlichen Leitung des Salzburger Erzbischofs Dr. Alois Kothgasser statt.

"Spirituelle Hochburgen werden immer notwendiger in einer Welt der Berechnung und der Gewalt", erklärte Jaques Perrier, der Bischof von Tarbes und Lourdes zur Eröffnung des Jubiläumsjahres. "Lourdes gibt neue Kraft, das Leben zu gestalten." Die Geschichte von Lourdes werde täglich weiter geschrieben, so Perrier: "Sie ist keine Legende der vergangenen Zeit." Hundertfünfzig Jahre nach den Erscheinungen sei es notwendig, "für alle empfangenen Gnaden zu danken, sich unserer Aufgabe zu Beginn des 3. Millenniums bewusst zu werden und noch mehr die Tore der Wallfahrtsstätte zu öffnen."

Eine Seherin aus ärmsten Verhältnissen

Bernadette Soubirous wird am 7. Januar 1844 als Tochter von Francois und Louise Soubirous in der Mühle Boly am Rande von Lourdes am Fuße der Pyrenäen geboren. Sie ist das älteste Kind in einer Familie mit 9 Kindern (von denen 5 im Kindesalter sterben). Schon bald erleidet die Familie Soubirous Schicksalsschläge: Die Mutter verbrennt sich die Brust, ein jüngerer Bruder stirbt, der Vater verliert sein linkes Auge beim Schleifen der Mühlsteine Bernadette muss als Bauernhofmädchen zu ihrer ehemaligen Amme Marie Lagües nach Bartrès. 1857 kommen die verarmten Soubirous ins Cachot, eine alten Gefängniszelle. Trotz dieser Prüfungen wächst Bernadette in einer geeinten, sich gegenseitig liebenden und gläubigen Familie auf. Bernadette kommt am 17. Januar 1858 nach Lourdes zurück zur Erlernung des Katechismus.

Am 11. Februar morgens gehen Bernadette, Toinette, ihre Schwester und Jeanne Abadie, eine Freundin zu einem Ort namens Massabielle, um Holz und Knochen zu suchen. "Ich kam vor die Grotte und begann, die Schuhe auszuziehen. Kaum hatte ich den ersten auf den Boden gestellt, hörte ich ein Geräusch wie eine Windböe", erzählt Bernadette später. Es ist die erste Erscheinung Mariens vor Bernadette Soubirous, 17 andere werden folgen.
Bei der 3. Erscheinung am 18. Februar wendet sich die Dame zum ersten Mal an Bernadette Soubirous und fragt sie: Wollen Sie die Güte haben, 14 Tage hierher zu kommen?" So sagt sie mit ihren ersten Worten nicht ihren Namen und gibt auch keine Botschaft, sondern bittet Bernadette um einen Gefallen. In diesem Moment wird die menschliche Ordnung der Dinge umgeworfen. Es ist die Jungfrau Maria, die Bernadette, die in den Augen der Menschen zu nichts taugt, um einen Gefallen bittet. Bernadette wird in diesem Zusammenhang später sagen: "Ich war ein Nichts, und aus diesem Nichts machte Jesus eine große Sache."

"Ich bin die Unbefleckte Empfängnis"

Zwischen der 8. und 11. Erscheinung am 24., 25., 27. und 28. Februar ruft die Dame zur Buße auf: "Buße! Buße! Buße! Beten Sie zu Gott für die Sünder. Küssen Sie die Erde für die Bekehrung der Sünder." Während der 9. Erscheinung am 25. Februar bittet die Dame Bernadette, "aus der Quelle zu trinken und sich zu waschen". Auf den Hinweis der Dame wühlt die Seherin bei der Grotte in der Erde. Bald quillt ein wenig schlammiges Wasser hervor und sie trinkt davon.
Während der 13. Erscheinung am 2. März übermittelt die Dame Bernadette eine Botschaft für die Priester: "Sagen Sie den Priestern, dass man in Prozession hierher kommt und dass man hier eine Kapelle baut." Schon bald wird die Bitte der Dame erfüllt: Die erste Lichterprozession findet am 12. Mai 1858 statt, und der Bau der Krypta beginnt am 14. Oktober 1862.
Bei der 16. Erscheinung am 25. März enthüllt die Dame schließlich ihre Identität in der okzitanischen Sprache Südfrankreichs: "Que soy era Immaculada Councepciou." - "Ich bin die Unbefleckte Empfängnis." Der Bischof, dem Bernadette davon berichtet, ist erstaunt und tief beeindruckt, da das Dogma der Unbefleckten Empfängnis erst 1854 verkündet worden ist und der ungebildeten Bernadette Soubirous nicht bekannt sein kann.

Die ersten Wallfahrten

Am 18. Januar 1862 erkennt Monsignore Bertrand-Sévère Mascarou-Laurence, der Bischof von Tarbes, die Echtheit der Erscheinungen an. Zu Beginn kommen die Wallfahrten hauptsächlich aus den Pyrenäen auf Initiative der Kirchgemeinden. Die erste kommt aus Loubajac am 21. Juli 1864. 1872 findet die erste "Prozession der Banner" statt, die 252 Banner versammelt, die die französischen Regionen repräsentieren.
Schon bald überschreitet der Ruf von Lourdes die Grenzen. 1874 kommt die erste belgische Nationalwallfahrt. Die Attraktivität von Lourdes lässt nicht nach im Laufe der Jahre. Seit 1858 zählt man Tausende von Menschen an der Grotte von Massabielle. 1866, dem Jahr der Einweihung der Krypta, sind es 15.000. 1908, dem fünfzigsten Jubiläumsjahr der Erscheinungen werden mehr als eine Million Pilger gezählt. 1958 begeben sich etwa 5 Millionen Menschen nach Lourdes anlässlich des hundertsten Jubiläums der Erscheinungen.
Die Anbindung an das Schienennetz 1866 ermöglicht schon bald die Organisation regionaler und nationaler Wallfahrten nach Lourdes. Heute kommen etwa 6 Millionen Pilger und Besucher jährlich nach Lourdes.