Fronleichnamsprozession
Fest der Familie
Lange Nacht der Kirchen
Mai
29
10:30, Sonntag, 29. Mai 2016
St. Pölten, Dom zu St. Pölten
Mai
29
15:00, Sonntag, 29. Mai 2016
St. Pölten, Bildungshaus St. Hippolyt
Mai
29
18:00, Sonntag, 29. Mai 2016
,
 
 

Kinder fördern – Eltern stärken

„GenerationenKRAFT“ ist der Begriff, mit dem das Katholische Bildungswerk der Diözese St. Pölten (KBW) seinen Schwerpunkt für die nächsten zwei Jahre überschreibt. „Bildung für die verschiedenen Generationen, vor allem für Eltern und Senioren wird damit ebenso in den Mittelpunkt gerückt wie die Bildung als Brücke zwischen den Generationen“, erklärt Gerald Danner, Geschäftsführer des Bildungswerkes. Am Samstag, den 14. April, veranstaltete das KBW seine Jahrestagung im Bildungshaus St. Hippolyt zu diesem Thema im Rahmen des „EU-Jahres des aktiven Alterns 2012 und der Solidarität zwischen den Generationen“.
„Noch in meiner Jugend konnte es wegen der Haarlänge oder wegen des Tragens einer Rockerlederjacke zu lautstarken Konflikten kommen“, sagte der Erziehungswissenschaftler Anton Bucher, Professor für Religionspädagogik an der Universität Salzburg, in seinem Referat zum Thema „Kinder fördern – Eltern stärken“. Seither habe sich das Verhältnis zwischen den Generationen merkbar entspannt. Untersuchungen zeigten, dass selbst Jugendliche ihre Eltern und auch Großeltern als ihre häufigsten Vorbilder würdigten. Immerhin an fünfter Stelle der Vorbilder für Jugendliche steht Jesus Christus – allerdings nach Greenpeace.

Diese Veränderungen im Verhältnis der Generationen gehe mit einem Wandel der Erziehungsformen einher, wie Bucher aufzeigte: Die Entwicklung bewege sich weg von einem „Befehlshaushalt“, hin zu einem „Verhandlungshaushalt“. Dies schließe Konflikte zwar nicht aus, in der Beziehung zu Jugendlichen sei es jedoch sogar „wichtig, hin und wieder zu streiten“, betonte der Erziehungswissenschaftler. „Pubertierende verübeln es uns eher, wenn wir uns nicht auf Konflikte einlassen“.

Bindung und Glück am wichtigsten

Die zwei wichtigsten Dinge im Leben seien Bindung und Glück. Kinder würden am angemessensten gefördert, wenn sie eine sichere Bindung aufbauen könnten sowie „wenn sie glücklich sind“, so der sechsfache Vater und zweifache Großvater. Ohne Beziehung gebe es keine Bindung, keine Erziehung und „letztlich kein Sein“. Bindung könne bei Kindern vertieft werden durch Herumtragen – „Kinder sind Traglinge“ – Verlässlichkeit in der Pflege und Augenkontakt. Bucher: „Wer keinen Augenkontakt zu Kindern herstellen kann, ist als Pädagoge ungeeignet.“

Nach der Menschenrechtserklärung der UNO schuldet die Menschheit dem Kind „das Beste, auf dass es eine glückliche Kindheit habe“. Was jedoch Glück sei, können nicht von außen bestimmt werden, betonte der Referent: „Glück ist eine subjektive Befindlichkeit; jedes Kind ist seines eigenen Glückes Richter.“ Daher sei es wichtig, „die Kinder selbst zu Wort kommen zu lassen, ihre eigene Perspektive gelten zu lassen“. Wenn sich Kinder wohlfühlten und glücklich seien, würden sie sich auch von selbst moralisch und altruistisch verhalten, sagte Bucher.

Am Nachmittag der Tagung gab es fünf Workshops zu den Schwerpunkten Stressbewältigung, religiöse Themen in der Erziehung, Technik für 50+, Humor, Wege zur Konfliktbewältigung und Umgang von Jugendlichen mit Geld.